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Wenn die Hügel der Toskana östlich von Florenz steiler werden und Weinberge zunehmend Wäldern, Tannen und Kastanien weichen, verändert sich auch der Wein. Castello Pomino liegt in einer Landschaft, die mit dem verbreiteten Bild sonnenwarmer toskanischer Rebhänge nur noch wenig gemein hat. Die Reben steigen hier bis auf rund 700 Meter – in Höhen, in denen deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und intensive Lichtverhältnisse den Rhythmus bestimmen.
Genau darin liegt die Besonderheit Pominos innerhalb der Frescobaldi-Welt. Während Sangiovese viele andere Güter der Familie prägt, gehören hier Chardonnay, Pinot Bianco und Pinot Nero seit Generationen zum Selbstverständnis. Weißwein und Schaumwein sind keine Ergänzung eines Rotweinsortiments, sondern ein wesentlicher Teil der Identität.
Eine kleine Herkunft mit erstaunlich großer Geschichte
Schon 1716 gehörte Pomino zu jenen toskanischen Gebieten, die Großherzog Cosimo III. de' Medici ausdrücklich als besonders geeignet für große Weine einstufte. Gemeinsam mit Chianti und weiteren historischen Herkünften wurde Pomino damit sehr früh territorial definiert – lange bevor moderne kontrollierte Herkunftsbezeichnungen entstanden.
Dass dieser Ort eine besondere Stellung besitzt, erklärt sich aus seiner Lage. Die Weinberge reichen bis an die ersten bewaldeten Ausläufer des Apennins, umgeben von Tannen, Kastanien und sogar Sequoien. Höhe, Helligkeit und starke Tag-Nacht-Unterschiede verlängern die Reife und fördern jene aromatische Präzision, die Pominos Weine so eigenständig macht.
Im 19. Jahrhundert bekam diese Besonderheit eine neue Richtung. Leonia degli Albizi, Ehefrau von Angiolo Frescobaldi und in Burgund geboren, brachte Mitte des Jahrhunderts wesentliche Neuerungen nach Pomino. Sie ließ einen Schwerkraftkeller errichten und setzte früh auf Chardonnay und Pinot Nero – Rebsorten, die in der damaligen Toskana alles andere als selbstverständlich waren.
Chardonnay und Pinot Nero auf toskanische Art
Die große Stärke von Castello Pomino besteht darin, diese internationalen Rebsorten nicht wie Fremdkörper wirken zu lassen. Chardonnay und Pinot Nero wachsen hier seit weit mehr als einem Jahrhundert und gehören längst zum Charakter des Orts.
Pomino Bianco bildet den zugänglichen Einstieg in diese Welt. Benefizio führt die Chardonnay-Idee weiter und steht für die ambitionierteste Weißweinseite des Guts. Der Pinot Nero zeigt dieselbe Logik von der roten Seite: Die Sorte findet in Pominos Höhenlagen jene kühleren Bedingungen, die ihr entgegenkommen, ohne dass der Wein seine toskanische Herkunft verleugnen muss.
Dazu passen die sandigen, vom Sandstein geprägten Böden, die Frescobaldi besonders mit der Eleganz und Komplexität von Chardonnay und Pinot Nero verbindet. Die einzelnen Weine müssen deshalb nicht über Kraft miteinander konkurrieren. Ihr gemeinsamer Nenner ist vielmehr die Verbindung aus Reife, Frische und feiner aromatischer Spannung.
Leonia – wenn Pominos Höhe zu Perlage wird
Fast folgerichtig führt diese Geschichte zum Metodo Classico. Mit Leonia nutzt Castello Pomino Chardonnay und Pinot Nero für eine weitere Stilrichtung, die hier keineswegs aufgesetzt wirkt. Eine lange Vegetationsperiode, kühle Nächte und Trauben, deren Frische bis zur Lese erhalten werden kann, schaffen genau jene Voraussetzungen, die auch für hochwertige Schaumweine interessant sind.
Der Name Leonia ist dabei kein Zufall. Frescobaldi versteht die Linie ausdrücklich als Hommage an Leonia degli Albizi und ihre ungewöhnliche Offenheit für neue Ideen. Brut, Rosé und weitere Metodo-Classico-Interpretationen führen diese historische Verbindung in die Gegenwart fort.
Damit besitzt Castello Pomino innerhalb von Frescobaldi eine ausgesprochen eigene Stimme. Hier geht es weder um Brunello noch um Chianti, weder um die Kraft eines großen Toscana Rosso noch um eine weitere Spielart des Sangiovese. Pomino erzählt von Höhe, Kühle und einer außergewöhnlich langen Erfahrung mit Chardonnay und Pinot Nero.
Gerade deshalb ist dieses vergleichsweise kleine Gebiet so spannend. Seine Geschichte reicht weit zurück, doch seine Weine wirken nicht wie historische Zitate. Castello Pomino zeigt vielmehr, dass Tradition manchmal gerade darin besteht, früh etwas Neues zu versuchen – und anschließend lange genug damit zu arbeiten, bis es selbstverständlich zum Ort gehört. SUPERIORE.DE
Fakten
- Gründungsjahr: ca. 16. Jahrhundert
- Eigentümer: Familie Frescobaldi / Marchesi Frescobaldi
- Önologe: Nicolò D'Afflitto
- Jahresproduktion: ca. 650.000 Flaschen
- Rebfläche: ca. 108 Hektar
- Konventioneller Anbau
- 24 Jahre Expertise
- 3.500+ Weine verfügbar
- 350+ Winzer
- Ab 120 € frei Haus (DE)
- 28.000 positive Kundenstimmen
- Vollklimatisierte Lagerung