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Wer von Gaiole in Chianti hinauf zur Tenuta Perano fährt, versteht schnell, warum Frescobaldi diesen Ort nicht einfach als weiteres Weingut betrachtet. Die Weinberge liegen hoch, die Hänge sind steil und die Rebflächen formen ein natürliches, nach Südwesten geöffnetes Amphitheater. Auf rund 500 Metern trifft intensive Sonneneinstrahlung auf kühlere Luft und deutliche Temperaturunterschiede – Bedingungen, die für den spät reifenden Sangiovese ebenso anspruchsvoll wie vielversprechend sind.
Für die Familie Frescobaldi markiert Perano den Eintritt in das historische Kerngebiet des Chianti Classico. 2014 erwarb Frescobaldi die Tenuta und ihre Weinberge zwischen Radda und Gaiole. Der Ort selbst blickt wesentlich weiter zurück: Bereits 1716 lag Perano innerhalb jener historischen Chianti-Zone, die Großherzog Cosimo III. de' Medici offiziell abgrenzen ließ. Hier steht deshalb weniger eine lange Frescobaldi-Historie im Mittelpunkt als eine sehr klare Idee: einen besonderen Ort so präzise wie möglich durch Sangiovese sprechen zu lassen.
Zwischen Radda und Gaiole – Sangiovese auf 500 Metern
Tenuta Perano liegt auf rund 500 Metern im Herzen des Chianti Classico. Für rote Rebsorten ist das bereits eine anspruchsvolle Höhe, für den spät reifenden Sangiovese ganz besonders. Doch gerade die Form der Weinberge schafft einen entscheidenden Ausgleich: Das natürliche, nach Südwesten geöffnete Amphitheater fängt Licht und Wärme ein, während Höhe, steile Hänge und Luftbewegung dafür sorgen, dass die Trauben ihre Frische bewahren können.
Steinreiche Böden prägen diese Landschaft zusätzlich. Zusammen mit der Höhenlage schaffen sie Bedingungen, unter denen Sangiovese langsam reifen und zugleich Spannung bewahren kann. Nicht schiere Üppigkeit, sondern die Balance aus Reife, Frische und Struktur ist deshalb das entscheidende Thema dieses Orts.
Genau diese Verbindung macht Gaiole für Sangiovese so interessant. Die Trauben bekommen genügend Zeit und Licht für eine vollständige Reife, ohne dass der Einfluss der Höhenlage verloren geht. Struktur und reife Frucht treffen dadurch auf jene Frische und tanninbetonte Präzision, die zu den charakteristischen Stärken des Chianti Classico gehören.
Drei Weine, drei Tiefenschärfen des Chianti Classico
Das Sortiment der Tenuta ist erfreulich konzentriert. Tenuta Perano Chianti Classico, die Riserva und Rialzi stehen nicht für drei beliebige Ausbaustufen, sondern richten den Blick zunehmend genauer auf Herkunft und Auswahl.
Der Chianti Classico Tenuta Perano bildet den Ausgangspunkt. Er bringt die unterschiedlichen Weinberge des Guts zusammen und vermittelt damit den unmittelbarsten Eindruck davon, wie Frescobaldi diesen hoch gelegenen Teil des Chianti Classico interpretiert. Die Riserva geht einen Schritt weiter und richtet den Fokus stärker auf Struktur, Tiefe und Entwicklung, ohne den Charakter der Höhenlage aus dem Blick zu verlieren.
So entsteht eine nachvollziehbare Linie, ohne dass die Weine einander erklären oder ersetzen müssten. Jeder besitzt seine eigene Aufgabe – vom breiteren Bild der Tenuta bis zur immer stärkeren Konzentration auf besonders geeignete Partien.
Rialzi – Sangiovese mit maximaler Herkunftsschärfe
Am präzisesten wird diese Idee mit Rialzi. Der Name greift jene terrassenartigen Erhebungen auf, die Teile der Weinberge von Perano prägen. Als Chianti Classico Gran Selezione stellt der Wein Sangiovese vollständig ins Zentrum und richtet den Blick besonders konzentriert auf die Eigenheiten dieses hoch gelegenen Teils von Gaiole.
Rialzi ist damit nicht einfach die kraftvollste Version von Perano, sondern die engste Herkunftsdefinition des Guts. Während Tenuta Perano und die Riserva ein breiteres Bild der Weinberge zeichnen, verdichtet sich hier die Idee auf einen besonders klar umrissenen Ausdruck von Sangiovese und Herkunft.
Gerade darin liegt die Stärke der Tenuta Perano. Sie benötigt keine große Zahl unterschiedlicher Rebsorten und Stilrichtungen, um Vielfalt zu zeigen. Die Unterschiede entstehen innerhalb des Sangiovese selbst – durch Höhe, Hanglage, Böden, Auswahl und die immer genauere Konzentration auf den Herkunftsort.
Ein junges Frescobaldi-Gut mit alter Chianti-Seele
Innerhalb der Frescobaldi-Welt nimmt Perano damit eine besondere Stellung ein. Das Gut gehört erst seit 2014 zur Familie, liegt aber in einer Landschaft, deren Weinbaugeschichte zu den ältesten und bekanntesten der Toskana gehört. Statt diese Geschichte mit einer neuen Stilidee zu überformen, setzt Frescobaldi hier konsequent auf den Ort.
Das natürliche Amphitheater, die Höhenlage, die steinreichen Hänge und der spät reifende Sangiovese liefern bereits genügend Charakter. Tenuta Perano, die Riserva und Rialzi übersetzen ihn lediglich mit unterschiedlicher Tiefenschärfe.
Vielleicht ist genau das die überzeugendste Eigenschaft der Tenuta: Perano muss nicht wie Nipozzano, Pomino, CastelGiocondo oder Castiglioni schmecken, um eindeutig zu Frescobaldi zu gehören. Es genügt, dass das Gut so klar wie möglich nach Gaiole und Chianti Classico schmeckt. SUPERIORE.DE
Fakten
- Gründungsjahr: bei Frescoabldi seit 2014
- Eigentümer: Familie Frescobaldi / Marchesi Frescobaldi
- Önologe: Nicolò D'Afflitto
- Jahresproduktion: ca. 320.000 Flaschen
- Rebfläche: ca. 92 Hektar
- Konventioneller Anbau
- 24 Jahre Expertise
- 3.500+ Weine verfügbar
- 350+ Winzer
- Ab 120 € frei Haus (DE)
- 28.000 positive Kundenstimmen
- Vollklimatisierte Lagerung