Glossar
Abboccato
Abboccato bezeichnet beim Stillwein die Stufe oberhalb trocken und unter lieblich. Der Restzucker darf höchstens 12 Gramm je Liter betragen oder 18 Gramm, wenn der als Weinsäure ausgedrückte Gesamtsäuregehalt höchstens 10 Gramm je Liter niedriger ist als der Restzucker. Im Deutschen entspricht das halbtrocken.
Beim Schaumwein steht Abboccato dagegen für 32 bis 50 Gramm Restzucker je Liter und entspricht Demi-Sec bzw. halbtrocken. Derselbe Begriff bezeichnet also je nach Weinart unterschiedliche Zuckerbereiche – entscheidend ist immer die jeweilige Skala. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Dosage · Restzucker
Abgang
Abgang bezeichnet die Zeit, in der die Aromen eines Weines nach dem Schlucken im Mund wahrnehmbar bleiben. Gebräuchlich sind dafür auch Länge und Finale, im Fachjargon außerdem Persistenz – gemeint ist jeweils dasselbe. Gemessen wird in Sekunden; in der Verkostungssprache hat sich die Einheit Caudalie eingebürgert, abgeleitet vom lateinischen cauda für Schweif – eine Caudalie entspricht einer Sekunde.
Verbindliche Grenzwerte existieren nicht, und die kursierenden Skalen widersprechen einander erheblich: Manche Quellen sehen zwölf Sekunden bereits bei großen Weinen, andere setzen zwanzig als gut und fünfzig als Spitzenklasse an. Hinzu kommt, dass die Messung an der Wahrnehmung des Verkosters hängt. Als Orientierung taugt der Wert dennoch, weil die Ursache greifbar ist: Der Nachhall entsteht durch nicht flüchtige Bestandteile, die auf der Mundschleimhaut haften, und durch Aromastoffe, die retronasal weiter zur Nase aufsteigen. – SUPERIORE.DE
Abstich
Abstich bezeichnet das Umfüllen des Weines in ein anderes Gefäß, wobei er vom abgesetzten Trub getrennt wird. Der erste Abstich erfolgt nach Abschluss der Gärung und löst den Wein vom Hefegeläger; ein zweiter folgt üblicherweise einige Wochen später, oft verbunden mit der Schwefelung. Kleine Betriebe arbeiten mit dem Siphon, größere mit Pumpen.
Der Vorgang hat eine Doppelnatur: Er entfernt verderbliche Feststoffe und lässt Kohlensäure entweichen, führt dem Wein dabei aber Sauerstoff zu – beim ersten Abstich ist das erwünscht, später eher nicht. Deshalb wird anschließend sofort spundvoll gelegt. Ein Liter Luft genügt, um dreißig Liter Wein mit Sauerstoff zu sättigen, und jedes Milligramm davon bindet vier Milligramm schweflige Säure. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Auffüllen · Schutzgas
Adstringenz
Adstringenz bezeichnet den zusammenziehenden, trocknenden Tasteindruck im Mund – kein Geschmack im eigentlichen Sinne, sondern eine taktile Wahrnehmung. Sie entsteht, wenn Gerbstoffe aus Schalen, Kernen, Stielen oder Holzfässern sich mit den Proteinen des Speichels verbinden und dessen Gleitfähigkeit herabsetzen. Die Zunge fühlt sich rau an, der Gaumen wie ausgekleidet, oft mit einem pelzigen Nachklang an den Zahnhälsen.
Im Wein ist Adstringenz weder Fehler noch Auszeichnung, sondern eine Frage von Menge und Reife. Feinkörnige Gerbstoffe aus vollreifen Trauben tragen Struktur und Alterungsfähigkeit; unreife oder grob extrahierte wirken kantig und bitter. Mit den Jahren lagern sich Gerbstoffe zu größeren Molekülen zusammen und fallen teilweise als Depot aus – der Grund, warum tanninreiche Rotweine mit Flaschenreife zugänglicher werden. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Tannin
Aglianico del Taburno DOCG
Der Aglianico del Taburno DOCG ist eine kampanische Denomination für Rot- und Roséweine aus dem Sannio-Gebiet in der Provinz Benevento. 1986 als DOC anerkannt, wurde sie mit Ministerialdekret vom 30. September 2011 zur DOCG erhoben. Sie verlangt mindestens 85% Aglianico aus den Hügellagen rund um das Taburno-Massiv, überwiegend zwischen 200 und 650 Metern.
Die Denomination kennt drei Typologien: Rosso, Rosato und Rosso Riserva. Der Rosso reift mindestens zwei Jahre, die Riserva drei Jahre bei mindestens 13% vol Alkohol, davon zwölf Monate im Holz und sechs Monate in der Flasche. Gegenüber dem Aglianico del Vulture zeigt sich der Taburno häufig etwas zugänglicher und frischer, ohne die typische Straffheit und das Tanningerüst der Rebsorte zu verlieren. Alles zum Thema Aglianico-Weine. – SUPERIORE.DE
Aglianico del Vulture Superiore DOCG
Aglianico del Vulture Superiore ist die höchste Klassifikationsstufe des Rotweins aus der Basilikata, 2010 zur DOCG erhoben und aus 100% Aglianico an den Hängen des Monte Vulture gewonnen. Der erloschene Vulkan prägt alles: Die Reben stehen auf Böden aus Lava, Tuff und vulkanischer Asche, in Höhenlagen zwischen 200 und 700 Metern, wo kühle Nächte Säure und aromatisches Rückgrat bewahren. Das Gebiet umfasst fünfzehn Gemeinden im Norden der Provinz Potenza, darunter Rionero, Barile und Venosa. Beide Typen der DOCG verlangen mindestens 13,5% vol Alkohol: Der Superiore reift insgesamt drei Jahre, davon zwölf Monate im Holz und zwölf Monate in der Flasche; die Riserva insgesamt fünf Jahre, davon vierundzwanzig Monate im Holz und zwölf in der Flasche.
Charakteristisch ist das Zusammenspiel von Kraft und Frische: ein tief granatroter Wein mit festem Tanningerüst und lebendiger Säure, den die vulkanischen Böden rauchig-mineralisch prägen. Die Bandbreite reicht vom zugänglicheren Superiore bis zur streng gebauten Riserva, die über zwei Jahrzehnte reift und dabei würzig-erdige Tertiäraromen entwickelt. So zeigt die Aglianico-Traube hier ihre strukturreichste und langlebigste Seite. Alles zum Thema Aglianico-Weine. – SUPERIORE.DE
Alkoholgehalt
Der Alkoholgehalt gibt an, welchen Anteil am Volumen reiner Alkohol ausmacht, angegeben in Prozent (% vol). Er entsteht bei der Gärung, in der Hefen den Zucker des Traubenmostes in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln. Wie viel davon im fertigen Wein landet, hängt nicht allein von der Traubenreife ab, sondern auch davon, ob die Gärung vollständig durchläuft: Wird sie unterbrochen, bleibt Zucker im Wein und der Alkoholgehalt niedrig – so beim Moscato d'Asti, der deutlich unter den Werten trockener Weine bleibt.
Mindestwerte legen das EU-Weinrecht und die einzelnen Disciplinari fest; sie unterscheiden sich nach Weinkategorie und Denomination erheblich. Sensorisch ist Alkohol vor allem Träger: Ein großer Teil der Aromastoffe ist alkohollöslich und wird erst dadurch wahrnehmbar – das erklärt, warum sich das Aromabild verändert, wenn einem Wein der Alkohol entzogen wird. Daneben gibt er Körper und Viskosität und verstärkt den Eindruck von Süße und Wärme; in hoher Dosierung kann er brennend wirken und Frucht wie Säure überdecken. Die Angabe auf dem Etikett darf vom gemessenen Wert in der Regel um bis zu 0,5% vol abweichen. – SUPERIORE.DE
Alkoholische Gärung
→ Siehe Gärung
Alta Langa DOCG
Die Alta Langa DOCG ist die piemontesische Denomination für Metodo-Classico-Schaumweine aus Chardonnay und Pinot Nero. Mit Ministerialdekret vom 21. Februar 2011 zur DOCG erhoben (zuvor DOC seit 2002), umfasst sie Hügellagen in den Provinzen Cuneo, Asti und Alessandria oberhalb von 250 Metern. Zulässig sind 90 bis 100% Pinot Nero und/oder Chardonnay; die restlichen bis zu 10% können aus anderen nicht-aromatischen Rebsorten der Region stammen.
Das Disciplinare verlangt eine Mindestreifung von 30 Monaten auf der Hefe, für die Riserva 36 Monate; jede Flasche ist zwingend Jahrgangswein. Die Typologien Spumante Bianco und Spumante Rosato werden als Brut, Extra Brut oder Pas Dosé ausgebaut. Damit steht die Alta Langa als piemontesische Metodo-Classico-Kategorie neben Franciacorta in der Lombardei und Trento im Trentino. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Alterung
Alterung bezeichnet die zeitliche Veränderung eines Weines während Ausbau und Flaschenlagerung bis hin zum Abbau. Der Begriff ist weiter gefasst als Flaschenreife, die ausschließlich die Veränderungen nach der Abfüllung beschreibt.
Aus dieser Doppelnatur erklärt sich der schwankende Sprachgebrauch. "Alterungsfähig" ist ein Lob und meint die Fähigkeit, über Jahre zu gewinnen; "gealtert" ist ein Befund und meint meist, dass der Höhepunkt überschritten ist. Beides bezeichnet denselben Vorgang, nur an verschiedenen Punkten. Der chemische Vorgang ist unter dem Glossarbegriff Entwicklung beschrieben, der Beitrag des Verschlusses unter Flaschenreife. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Entwicklung · Flaschenreife · Trinkreife
Alto Adige DOC
Alto Adige DOC ist die Kern-Denomination der Provinz Bozen im äußersten Norden Italiens, im Disciplinare auch als "Südtirol" oder "Südtiroler" geführt. Sie umfasst zahlreiche sortenreine Weiß- und Rotweine sowie Cuvées ohne Sortenangabe und deckt die weit überwiegende Mehrheit der lokalen Weinproduktion. Zulässig sind über zwanzig Rebsorten, darunter Chardonnay, Pinot Bianco, Gewürztraminer, Lagrein und Vernatsch.
Innerhalb der Denomination bestehen sechs Unterzonen: Bozner Leiten, Eisacktaler, Meraner Hügel, St. Magdalener, Terlaner und Vinschgau. Seit der Ernte 2024 werden zusätzlich feinere Unità Geografiche Aggiuntive (UGA) ausgewiesen. Die Weinberge liegen zwischen 200 und rund 1000 Metern; die alpine Höhenspreizung erklärt die stilistische Bandbreite von frischen, aromatischen Weißweinen bis zu farbtiefen, körperreichen Lagreins. Alles zum Thema Südtiroler Weine. – SUPERIORE.DE
Amabile
Amabile bezeichnet beim Stillwein die Stufe über abboccato: Der Restzucker liegt oberhalb der für halbtrocken zulässigen Grenze und bei höchstens 45 Gramm je Liter. Im Deutschen entspricht das lieblich. Für Schaumwein gelten dagegen eigene Bezeichnungen der Dosage-Skala.
Auf italienischen Etiketten begegnet Amabile vor allem dort, wo eine merkliche, aber nicht ausgeprägt süße Restsüße zum Stil gehört, etwa bei bestimmten Lambrusco-Weinen. Der Begriff beschreibt einen analytischen Zuckerbereich und keine feste sensorische Wirkung. – SUPERIORE.DE
Amaro
Amaro bezeichnet die italienische Familie der Kräuterbitter, klassisch als Digestif nach dem Essen getrunken. Rechtlich verlangt ein Amaro einen Mindestalkohol von 15% vol; die Bandbreite reicht von 21% (Averna) bis über 40% (Fernet Branca). Die Rezepturen kombinieren Alkohol mit Aufgüssen aus Kräutern, Wurzeln, Rinden, Beeren, Zitrusschalen und Gewürzen, oft in geheimer Zusammensetzung. Ihre Wurzeln liegen in den Klosterlaboratorien des Mittelalters, wo Mönche sie als Kräuterelixiere verwendeten; die kommerzielle Blüte kam im 19. Jahrhundert, als Apotheker und Bürgerfamilien die Rezepte in Manufakturen überführten.
Zu den ikonischen Vertretern zählen Fernet Branca aus Mailand (1845, 27 Botanicals), Amaro Averna aus Caltanissetta (1868, Rezeptur eines Benediktinermönchs), Amaro Montenegro aus Bologna (1885, 40 Kräuter aus vier Kontinenten), Amaro Lucano aus der Basilikata (1894), Amaro Braulio aus der Valtellina (alpin, mit Enzian und Wacholder) und Vecchio Amaro del Capo aus Kalabrien. Stilistisch reicht das Spektrum von alpin und kräuterbitter über fruchtig-mediterran bis zu den scharfen Fernet-Typen, ergänzt um Sonderformen wie Rabarbaro und Chinato. Nach einer Phase der Randstellung erlebt der Amaro seit den 2010er Jahren eine Renaissance in der internationalen Cocktailkultur. Alles zum Thema Liköre. – SUPERIORE.DE
Amphore
Die Amphore ist das älteste Gefäß der Weinbereitung und diente in der Antike zugleich dem Transport. Weil gebrannter Ton nicht dicht ist, wurde sie innen ausgekleidet – im Mittelmeerraum mit Kiefernharz, das dem Wein einen eigenen Ton gab. Die georgische Qvevri, bis heute in Gebrauch, wird mit Bienenwachs ausgestrichen und vollständig im Boden vergraben; die Erde hält die Gärtemperatur konstant. Im modernen Keller stehen Amphoren meist auf Gestellen statt in der Erde. Ihr Reiz liegt in der Porosität: Wie Holz lässt Ton Sauerstoff durch und ermöglicht eine langsame Reifung, gibt aber weder Gerbstoff noch Aroma ab. Verwendet werden sie häufig für maischevergorene Weißweine, die als Orange Wine in den Handel kommen.
Verbreitet ist inzwischen auch der Teilausbau: Ein kleinerer Anteil des Weines reift in der Amphore, der größere im Holz, bevor beide zusammengeführt werden. In der Toskana arbeiten mehrere Erzeuger so, teils bereits bei der Gärung – der Wein behält die klare Frucht des Tongefäßes und gewinnt zugleich die Struktur des Holzausbaus. – SUPERIORE.DE
Appassimento
Appassimento bezeichnet im italienischen Weinbau die kontrollierte Trocknung bzw. das Antrocknen reifer Trauben, typischerweise nach der Lese. Durch den Wasserverlust konzentrieren sich Zucker, Säuren, Extrakt- und Aromastoffe, während zugleich komplexe stoffliche Veränderungen in den Beeren ablaufen. Traditionell werden die Trauben auf Gestellen, Matten oder in gut belüfteten Räumen getrocknet; moderne Anlagen können Temperatur und Luftfeuchtigkeit gezielt steuern. Je nach Herkunft, Rebsorte und gewünschtem Wein dauert das Verfahren wenige Wochen bis mehrere Monate. Verwandte Verfahren können die Konzentration der Beeren bereits durch längere Reife oder Antrocknung am Stock beginnen lassen.
Appassimento prägt zahlreiche italienische Weinstile, darunter Amarone und Recioto della Valpolicella, Sforzato di Valtellina sowie verschiedene Passito-Weine. Beim Amarone della Valpolicella darf die Vinifikation nach dem regulären Disciplinare in der Regel nicht vor dem 1. Dezember beginnen; bei besonderen klimatischen Bedingungen kann die Region jedoch einen früheren Termin genehmigen. Entscheidend ist daher nicht eine starre Trocknungsdauer, sondern die kontrollierte Konzentration gesunder Trauben bis zum für den jeweiligen Wein vorgesehenen Zustand. – SUPERIORE.DE
Asolo Prosecco DOCG
Die Asolo Prosecco DOCG ist eine venetische Denomination für Schaumweine aus der Glera-Traube, die die Colli Asolani und den Montello in der Provinz Treviso umfasst. Mit Ministerialdekret vom 17. Juli 2009 zur DOCG erhoben, hieß sie ursprünglich "Colli Asolani-Prosecco oder Asolo-Prosecco"; seit einer späteren Modifikation ist "Asolo Prosecco" der primäre Name. Zulässig sind mindestens 85% Glera, ergänzt um bis zu 15% Bianchetta Trevigiana, Perera, Verdiso oder Glera Lunga.
Die Weinberge liegen in den Hügellagen zwischen 100 und 500 Metern. Die Typologien sind Tranquillo, Frizzante und Spumante Superiore mit Süßegraden von Brut Nature bis Demi-Sec; die zweite Gärung erfolgt in der Regel nach der Metodo Martinotti im Autoklaven. Das Disciplinare kennt daneben den Zusatz "Sui Lieviti" für den Spumante Superiore: Hier findet die Gärung in der Flasche statt, der Wein bleibt ohne Degorgieren auf der Hefe und kommt als Brut Nature in den Handel. Als DOCG unterliegt die Asolo Prosecco strengeren Herkunfts- und Qualitätsvorgaben als der breit angelegte Prosecco DOC. Alles zum Thema Prosecco-Weine. – SUPERIORE.DE
Asti Spumante DOCG
Asti Spumante ist die weiße Schaumwein-Typologie der Denomination Asti DOCG im südlichen Piemont, seit 1993 zur DOCG erhoben. Grundlage ist die Moscato-Bianco-Traube (mindestens 97%), angebaut auf Hügellagen in den Provinzen Alessandria, Asti und Cuneo. Der Wein wird nach der Metodo Martinotti im Autoklaven vergoren; als Asti Spumante Metodo Classico ist auch die Flaschengärung zulässig.
Das Süße-Spektrum reicht heute von Dolce und Demi Sec über Secco/Dry und Extra Dry bis zu Brut, Extra Brut, Brut Nature und Pas Dosé; die Erweiterung um die trockenen Kategorien geht auf eine Öffnung des Disciplinare zurück. Zwei Unterzonen präzisieren die Herkunft: Santa Vittoria d'Alba und Strevi. Charakteristisch ist die Aromatik der Moscato-Traube in Kombination mit frischer Säure und moderatem Alkohol (mindestens 6% vol effektiv). Alles zum Thema Moscato-Weine. – SUPERIORE.DE
Auffüllen
Auffüllen, auch Beifüllen oder Spundvollhalten, bezeichnet das Nachfüllen des Fasses, um den Verdunstungsverlust auszugleichen. Je nach Beschaffenheit, Größe und Alter des Holzfasses beträgt der Schwund monatlich zwischen 0,5 und 3% des Volumens; nachgefüllt wird mit demselben Wein.
Der Grund ist der Luftraum, der sonst entstünde. Über eine Weinoberfläche von einem Quadratmeter lösen sich rund 150 Kubikzentimeter Sauerstoff je Stunde – ein Fass wäre binnen weniger Tage oxidiert. Der Sauerstoff wandelt Alkohol zu Acetaldehyd um und verschiebt die Schwefelbilanz; zudem finden Essigsäurebakterien im Luftraum die Bedingungen, die sie zum Wachstum brauchen. Wo Spundvollhalten nicht möglich ist, tritt das Schutzgas an seine Stelle. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Abstich · Schutzgas
Aufspritung
Aufspritung bezeichnet die Zugabe von Alkohol zu Most oder Wein; im Italienischen wird dafür auch mutizzazione verwendet. Erfolgt sie während der Gärung, kann der steigende Alkoholgehalt die Hefetätigkeit hemmen oder stoppen, sodass natürlicher Traubenzucker erhalten bleibt. Nach abgeschlossener Gärung erhöht die Zugabe vor allem den Alkoholgehalt.
Für Likörwein erlaubt das EU-Weinrecht je nach Erzeugnis unter anderem neutralen Alkohol weinbaulichen Ursprungs sowie Wein- oder Trockenbeerendestillat. Beim Marsala gehört die Alkoholzugabe zur Herstellung; je nach Typ dürfen zusätzlich Mostprodukte bzw. der als sifone bezeichnete mit Alkohol versetzte Most eingesetzt werden. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Likörwein · Mistella
Ausbau
Ausbau bezeichnet die kellerwirtschaftliche Entwicklung des Weins nach der Gärung bis zur Abfüllung. Dazu können je nach Wein unter anderem Abstich, Verschnitt, Hefelager, Schönung, Stabilisierung und Filtration gehören. Während dieser Phase verändern sich Aromatik, Textur und Struktur. Statt einer scharfen Trennung zwischen "reduktiv" und "oxidativ" reicht der Ausbau in der Praxis von weitgehend sauerstoffgeschützten Verfahren bis zu Formen, bei denen ein begrenzter Sauerstoffkontakt bewusst zugelassen wird. Dauer und Intensität richten sich nach Rebsorte, Herkunft, gewünschtem Stil und den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben.
Auch der Behälter prägt den Verlauf. Edelstahl ist aromatisch neutral und lässt sich sehr gut vor Sauerstoff schützen. Bei Beton und Ton hängen Sauerstoffaustausch und Einfluss auf den Wein von Material, Bauweise und möglicher Beschichtung ab. Holz kann zusätzlich eigene Aroma- und Gerbstoffe abgeben und ermöglicht einen langsamen Sauerstoffaustausch; bei Barriques beeinflusst auch das Rösten der Dauben den Aromeneintrag. Große Fässer wirken wegen des geringeren Verhältnisses von Holzoberfläche zu Weinmenge meist zurückhaltender. Ein Ausbau auf der Feinhefe kann Textur und geschmackliche Fülle zusätzlich verändern. – SUPERIORE.DE
Ausbau auf der Hefe
Ausbau auf der Hefe bezeichnet die Lagerung des Weines auf dem Hefesatz nach abgeschlossener Gärung. Unterschieden wird zwischen der Vollhefe vor dem ersten Abstich und der Feinhefe danach; für den längeren Ausbau wird meist die Feinhefe verwendet.
Die Wirkung beruht auf der Autolyse: Die abgestorbenen Hefezellen lösen sich selbst auf und geben Mannoproteine, Glucane und Aminosäuren an den Wein ab. Das verändert Textur und Mundgefühl, verbessert die Oxidationsstabilität und begünstigt den biologischen Säureabbau; oft lässt sich dadurch die Schwefelgabe verringern. Gebräuchlich ist das Verfahren bei Weißweinen und bei Schaumweinen nach der Flaschengärung, wo der Wein über Jahre auf der Hefe bleibt. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Autolyse · Bâtonnage
Autochthone Rebsorte
Autochthone Rebsorte bezeichnet eine Traubenvarietät, die in einem bestimmten geographischen Gebiet entstanden ist und dort seit langem heimisch angebaut wird. Der Begriff kommt vom griechischen autóchthonos (aus der Erde selbst) und grenzt sich ab von internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Chardonnay, die außerhalb ihres Ursprungs weltweit verbreitet wurden. Italien ist mit über 500 dokumentierten autochthonen Sorten eines der rebsortenreichsten Länder der Welt; von diesen werden rund 350 regelmäßig zur Weinbereitung genutzt.
Zu den bekanntesten italienischen Autochthonen zählen Nebbiolo im Piemont, Corvina in Venetien, Ribolla Gialla im Friaul, Sangiovese in der Toskana, Aglianico in Kampanien und Basilikata, Primitivo in Apulien, Nero d'Avola auf Sizilien und Vermentino auf Sardinien. Nach Jahrzehnten, in denen internationale Rebsorten dominierten, erlebten die Autochthonen ab den 1980er Jahren eine Renaissance: Sie gelten heute als Ausdruck von Terroir und regionaler Weinbaukultur. – SUPERIORE.DE
Autolyse
Autolyse bezeichnet die Selbstauflösung abgestorbener Hefezellen durch deren eigene Enzyme. Sie beginnt einige Wochen nach Abschluss der Gärung, wenn die Hefen nicht mehr aktiv sind, und zieht sich über Wochen bis Monate hin. Die Zellwände werden durchlässig, ihre Struktur bricht auf, und der Zellinhalt gelangt in den Wein: Mannoproteine, Glucane, Aminosäuren und Enzyme.
Die Mannoproteine sind die wirksamste Fraktion – Verbindungen aus Eiweiß und Mehrfachzuckern aus der Hefezellwand. Sie binden bittere Gerbstoffe, wirken auf das Mundgefühl und verhindern das Ausfallen von Weinstein und Eiweißtrübungen. Sensorisch entstehen Noten von Brioche, Nuss und Hefegebäck sowie ein cremiger Eindruck – am deutlichsten bei Schaumweinen, die nach der Flaschengärung lange auf der Hefe bleiben. Dauer, Temperatur und Hefestamm bestimmen, wie stark der Effekt ausfällt. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Ausbau auf der Hefe · Bâtonnage
Bagnoli Friularo DOCG
Die Bagnoli Friularo DOCG – offiziell "Bagnoli Friularo" oder "Friularo di Bagnoli" – ist eine venetische Denomination aus der Provinz Padova, die mit Ministerialdekret vom 8. November 2011 aus der vorbestehenden Bagnoli DOC hervorging. Grundlage ist die autochthone Rebsorte Raboso Piave (mindestens 90%); das Anbaugebiet umfasst vierzehn Gemeinden im Conselvano-Gebiet südlich von Padova, wobei der Zusatz "Classico" der Gemeinde Bagnoli di Sopra vorbehalten ist.
Die Denomination kennt mehrere Typologien: Grundtyp, Riserva, Vendemmia Tardiva und Passito, jeweils auch als Classico. Der Grundtyp reift mindestens zwölf Monate, die Riserva 24 Monate, davon mindestens zwölf im Holz. Charakteristisch für die Raboso-Traube sind ausgeprägte Säure und ein festes Tanningerüst, die den Weinen ein langes Reifepotenzial geben. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Balance
Balance beschreibt das Zusammenspiel der Grundkomponenten eines Weines – Säure, Gerbstoff, Alkohol, Restzucker und Frucht. Ein Wein gilt als balanciert, wenn keine dieser Komponenten hervorsticht, sondern alle einander tragen. Der Begriff sagt nichts über Intensität: Ein leichter Weißwein kann ebenso balanciert sein wie ein konzentrierter Rotwein, und ein sehr kraftvoller Wein kann unausgewogen wirken, wenn etwa der Alkohol die Säure überragt.
Balance ist kein fester Zustand, sondern verändert sich mit der Zeit. Junge Weine mit hohem Gerbstoff- oder Säureanteil können zunächst spröde wirken und erst nach Jahren zusammenfinden; umgekehrt verlieren Weine mit knapper Säure ihre Balance, sobald die Frucht nachlässt. Das Urteil hängt deshalb immer auch am Zeitpunkt der Verkostung. – SUPERIORE.DE
Balsamisch
Balsamisch bezeichnet harzig-ätherische Duftnoten, die an Eukalyptus, Minze, Kiefernharz oder Heilkräuter erinnern. Sie treten häufig bei kräftigen Rotweinen aus warmen Regionen auf, etwa beim Amarone oder bei süditalienischen Weinen, und verstärken sich oft mit der Flaschenreife.
Balsamische Töne wirken kühlend und setzen einen Gegenpunkt zu reifer, dunkler Frucht – in der Verkostung wird das meist positiv vermerkt. – SUPERIORE.DE
Barbera d'Alba DOC
Die Barbera d'Alba DOC ist eine piemontesische Denomination aus der Provinz Cuneo, 1970 anerkannt. Sie umfasst die Hügellagen der Langhe und Teile des Roero, wo Barbera (mindestens 85%) mit bis zu 15% Nebbiolo verschnitten wird. Das Anbaugebiet überlappt teilweise mit den Zonen des Barolo und Barbaresco, sodass Barbera d'Alba häufig von Winzern gefertigt wird, die auch Nebbiolo-Cru-Weine erzeugen. Vinifikation und Ausbau müssen in den Provinzen Cuneo, Asti oder Torino erfolgen.
Die Denomination kennt die Typologien Barbera d'Alba und Barbera d'Alba Superiore, wobei letztere mindestens 12,5% vol Alkohol und zwölf Monate Reifung verlangt, davon vier im Holz. Das Disciplinare erlaubt den Zusatz "Vigna" für Einzellagen sowie die Unterzone "Castellinaldo" mit strengeren Vorgaben. Stilistisch reicht die Bandbreite vom jugendlich-fruchtigen Grundwein bis zur holzbetonten Superiore, häufig mit lebendiger Säure und weichen Tanninen. Alles zum Thema Barbera-Weine. – SUPERIORE.DE
Barbera d'Asti DOCG
Die Barbera d'Asti DOCG erstreckt sich über die Hügel des Astigiano und des Monferrato im südlichen Piemont. 1970 als DOC anerkannt und 2008 zur DOCG erhoben, basiert sie auf mindestens 90% Barbera; bis zu 10% andere nicht aromatische rote Rebsorten sind zugelassen. Die Denomination umfasst den Grundtyp und Barbera d'Asti Superiore, der mindestens 14 Monate reift, davon 6 Monate im Holz. Für die Unterzonen Tinella und Colli Astiani gelten längere Reifezeiten von mindestens 24 Monaten, darunter 6 Monate im Holz und 6 Monate in der Flasche. Die frühere Unterzone Nizza wird seit dem Jahrgang 2014 als eigenständige Nizza DOCG geführt.
Typisch für Barbera d'Asti sind die intensive Frucht und die lebhafte, tragende Säure der Barbera-Traube. Stilistisch reicht die DOCG vom saftigen, früh zugänglichen Grundtyp bis zu strukturierteren, länger gereiften Superiore-Weinen, bei denen Holz den Wein begleiten kann, ohne seine charakteristische Frische zu überdecken. Alles zum Thema Barbera-Weine. – SUPERIORE.DE
Barbera del Monferrato Superiore DOCG
Die Barbera del Monferrato Superiore DOCG ist eine piemontesische Denomination, die 2008 aus dem Basistyp der Barbera del Monferrato DOC (1970) ausgegliedert wurde. Sie umfasst die Hügellagen des Monferrato in den Provinzen Asti und Alessandria und verlangt einen Anteil von mindestens 85% Barbera, ergänzt um bis zu 15% Freisa, Grignolino und/oder Dolcetto. Das Anbaugebiet überlappt sich teilweise mit der Barbera d'Asti DOCG; die Weinberge liegen zwischen 150 und 400 Metern.
Das Disciplinare verlangt eine Reifezeit von mindestens 14 Monaten, davon mindestens 6 im Holzfass, sowie einen Mindestalkohol von 13% vol. Typisch für die Barbera aus dem Monferrato sind die intensive rubinrote Farbe mit granatroten Reflexen im Alter, eine lebendige Säure und ein weiches Tanningerüst, das im Holzausbau strukturierter wird. Gegenüber der Barbera d'Asti DOCG zeigt sich die Barbera del Monferrato Superiore häufig etwas kraftvoller und dichter, da sie aus reiferen Trauben und mit strengeren Vorgaben erzeugt wird. Alles zum Thema Barbera-Weine. – SUPERIORE.DE
Bardolino Superiore DOCG
Bardolino Superiore ist die anspruchsvollste Stufe des Bardolino, seit 2001 mit DOCG-Status. Er stammt von den Hügeln am Ostufer des Gardasees in der Provinz Verona, wo das milde Seeklima und die eiszeitlichen Moränenböden für gute Reife bei erhaltener Frische sorgen. Die Basis bildet der veronesische Rebsatz mit überwiegend Corvina, dazu Rondinella und etwas Molinara, dieselbe Sortenfamilie, aus der auch Valpolicella und Amarone entstehen. Als DOC bereits 1968 anerkannt, verlangt die Superiore-DOCG mindestens ein Jahr Reife und deutlich niedrigere Erträge; die Bezeichnung Classico bleibt der historischen Kernzone rund um den Ort Bardolino vorbehalten.
Charakteristisch ist ein heller, rubinroter Wein von elegantem, mittlerem Körper, dessen Reiz in der Balance aus roter Frucht, feiner Würze und lebhafter, saftiger Frische liegt. Anders als die schweren Roten des Südens setzt der Bardolino Superiore auf Trinkfluss und Finesse: strukturierter und langlebiger als der einfache Bardolino, aber am schönsten in seiner fruchtbetonten Jugend. So steht er für die leichtfüßige, gesellige Seite der venetischen Rotweinkultur. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Barrique
Barrique bezeichnet im Weinbau ein kleines Holzfass, dessen klassisches Bordeaux-Format rund 225 Liter fasst; die burgundische Pièce liegt traditionell bei etwa 228 Litern. Das geringe Volumen erzeugt im Verhältnis zur Weinmenge eine große Kontaktfläche mit dem Holz. Verwendet wird überwiegend Eiche, wobei Herkunft, Eichenart, Trocknung des Holzes, Fassbau und Toasting den Aromeneintrag beeinflussen. Französische und amerikanische Eiche können deshalb unterschiedliche Akzente von Gewürzen und Vanille bis zu süßeren, kokosartigen Noten setzen. Slawonische Eiche ist im italienischen Weinbau dagegen besonders mit größeren traditionellen Fässern verbunden und nicht mit dem Barrique-Format gleichzusetzen.
Beim Fassbau werden die Dauben durch Feuer erwärmt und je nach gewünschtem Stil unterschiedlich stark getoastet. Neue Fässer geben die meisten Holzaromen und Tannine ab; mit jeder weiteren Belegung nimmt dieser direkte Holzeinfluss ab. Gleichzeitig ermöglicht das Fass einen langsamen Sauerstoffaustausch, der während des Ausbaus chemische und sensorische Veränderungen im Wein begleitet. Entscheidend ist deshalb weniger das Barrique an sich als seine Größe, das verwendete Holz, der Toastinggrad, der Anteil neuer Fässer und die Dauer des Ausbaus. – SUPERIORE.DE
Bâtonnage
Bâtonnage bezeichnet das regelmäßige Aufrühren des Hefesatzes während des Ausbaus – ursprünglich mit einem Stab, heute meist mit einem Rührwerk oder durch Rollen des Fasses.
Der Zweck ist die Beschleunigung der Autolyse: Die abgesetzte Hefe kommt wieder in Schwebe, der Kontakt zum Wein vergrößert sich, und es lösen sich mehr Mannoproteine. Der Wein gewinnt an Volumen und Cremigkeit, die Textur wird dichter, und Acetaldehyd wird abgebaut. Die Maßnahme hat aber eine Grenze: Sind bereits zu viele Zellen abgestorben, kann das Aufrühren Schwefelwasserstoff freisetzen und einen Böckser hervorrufen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Autolyse · Ausbau auf der Hefe
Beton-Ei
Das Beton-Ei ist seit den frühen 2000er Jahren in Gebrauch und unterscheidet sich vom Betontank in einem entscheidenden Punkt: Es ist innen nicht ausgekleidet, der Wein berührt den Baustoff direkt. Übliche Größen liegen zwischen 500 und 1.500 Litern. Der poröse Beton lässt wie Holz eine geringe Menge Sauerstoff durch, gibt aber weder Gerbstoff noch Aroma ab – genau darin liegt sein Zweck.
Weil Beton basisch und Wein sauer ist, wird die Innenfläche vor der ersten Belegung mit Weinsäurepaste behandelt. Eine bayerische Untersuchung hat zwei Jahrgänge analytisch begleitet und dabei den Übergang von Alkali-, Erdalkali- und Schwermetallionen geprüft. Die thermische Trägheit des Betons ist physikalisch begründet, ebenso die Beobachtung, dass die Form ohne Ecken die Hefe länger in Schwebe hält. Die vielfach angeführte Begründung über den Goldenen Schnitt ist önologisch dagegen nicht belegt. – SUPERIORE.DE
Betontank
Der Betontank war von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre das Standardgefäß für große Volumina; danach verdrängte ihn der Edelstahltank, der leichter zu reinigen und temperaturtechnisch besser zu steuern ist. Fassungsvermögen im fünfstelligen Literbereich sind üblich.
Der Beton bildet dabei nur die tragende Hülle: Traditionell sind die Innenwände mit Glas, Keramik, Stahl oder Kunststoff ausgekleidet, sodass der Wein den Baustoff nicht berührt. Neuere önologische Betontanks werden dagegen bewusst unbeschichtet eingesetzt. Sein bleibender Vorteil ist die Trägheit der Masse – dicke Wände halten die Temperatur auch ohne Kühltechnik weitgehend konstant. Aus diesem Grund erleben Betonbehälter seit einigen Jahren eine gewisse Rückkehr. – SUPERIORE.DE
Biodynamischer Wein
Biodynamischer Wein entsteht aus biodynamischem Weinbau, der über die Vorgaben des ökologischen Weinbaus hinausgeht und auf den anthroposophischen Prinzipien Rudolf Steiners von 1924 gründet. Der Weinberg wird als lebendiger Organismus im Kontext von Betrieb, Boden und kosmischen Rhythmen verstanden. Über die EU-Bio-Vorgaben hinaus kommen biodynamische Präparate zum Einsatz, allen voran Hornmist und Hornkiesel, ergänzt um Kompostpräparate aus Kräutern. Mondphasen und Planetenkonstellationen können bei der Planung von Arbeiten, vor allem im Weinberg, eine Rolle spielen.
Zertifizierungen erfolgen über privatrechtliche Verbände mit strengeren Vorgaben als das EU-Bio-Siegel, allen voran Demeter, Biodyvin und respekt-BIODYN. Als italienische Pioniere gelten Elisabetta Foradori im Trentino, Manincor in Südtirol, Josko Gravner im Collio und Arianna Occhipinti in Vittoria. Alles zum Thema Bio-Weine. – SUPERIORE.DE
Biologischer Säureabbau
→ Siehe Malolaktische Gärung
Biowein
Biowein bezeichnet einen Wein aus zertifiziert ökologischer Traubenerzeugung und -verarbeitung. Erste EU-Regelungen zum ökologischen Weinbau von 1991 beschränkten sich zunächst auf den Weinberg; die Vinifikation im Keller wurde erst mit der EU-Verordnung 203/2012 verbindlich geregelt. Seither ist der Begriff auf dem Etikett rechtlich geschützt. Heute gelten die EU-Öko-Verordnung 2018/848 und die Durchführungsverordnung 2021/1165.
Im Keller sind bestimmte kellertechnische Verfahren eingeschränkt, darunter die partielle Konzentration durch Kälte, und die Zahl der zugelassenen Hilfsstoffe ist reduziert. Die Schwefel-Grenzwerte liegen niedriger als bei konventionellem Wein und variieren je nach Weintyp und Restzuckergehalt. Erkennbar ist Biowein am EU-Bio-Logo und der Codenummer der Öko-Kontrollstelle. Italien zählt zu den führenden Bio-Weinländern Europas. Alles zum Thema Bio-Weine. – SUPERIORE.DE
Blanc de Blancs
Blanc de Blancs bezeichnet einen Schaumwein, der ausschließlich aus weißen Rebsorten erzeugt wird. In der Champagne ist damit meist Chardonnay gemeint; auch in Italien verwenden Erzeuger den Begriff, etwa bei Schaumweinen aus Chardonnay in Franciacorta, Trentino oder Oltrepò Pavese.
Die Bezeichnung sagt zunächst nur etwas über die Farbe der verwendeten Rebsorten aus, nicht über eine vorgeschriebene Stilistik. Blanc de Blancs kann sehr schlank und säurebetont wirken, je nach Herkunft, Reife und Ausbau aber auch deutlich kräftiger ausfallen. – SUPERIORE.DE
Blanc de Noirs
Blanc de Noirs bezeichnet einen weißen Schaumwein aus roten Rebsorten. Möglich wird das durch eine rasche Trennung des hellen Saftes von den farbstoffreichen Beerenschalen, meist durch direkte und schonende Pressung.
In der Champagne sind Pinot Noir und Meunier die klassischen Grundlagen; in Italien wird dafür vor allem Pinot Nero verwendet. Die Bezeichnung beschreibt die Herkunft des Saftes, nicht automatisch den Stil: Blanc de Noirs kann kräftiger wirken als Blanc de Blancs, muss es aber nicht. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Blumig
Blumig beschreibt Duftnoten, die an Blüten erinnern – Akazie, Holunder und Lindenblüte bei Weißweinen, Veilchen und Rose bei Rotweinen.
Die verantwortlichen Aromastoffe stammen überwiegend aus der Traube selbst, weshalb blumige Noten bei aromatischen Sorten wie Moscato, Malvasia oder Nebbiolo besonders deutlich hervortreten. Mit zunehmender Flaschenreife treten sie meist zurück und machen würzigen oder erdigen Tönen Platz. – SUPERIORE.DE
Bolgheri DOC
Bolgheri DOC ist eine toskanische Denomination in der Provinz Livorno, deren Produktionsgebiet ausschließlich die Gemeinde Castagneto Carducci umfasst. 1983 als DOC anerkannt, kannte sie zunächst nur Weiß- und Roséweine; erst mit der Modifikation von 1994 wurden die für Bolgheri heute charakteristischen Rotweine ins Disciplinare aufgenommen. Für die Rot- und Rosé-Typologien lässt das Disciplinare freie Cuvées aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc zu, ergänzt um Syrah und Sangiovese, letztere jeweils bis zu 50%.
Neben Rosso, Rosso Superiore, Bianco und Rosato kennt die Denomination die sortenreinen Typologien Bolgheri Vermentino und Bolgheri Sauvignon (jeweils mindestens 85%). Der gesamte Produktionsprozess muss innerhalb der Gemeinde Castagneto Carducci erfolgen. Kennzeichnend für die Region ist das Zusammenspiel aus Meeresnähe und den mediterran geprägten Weinbergen des Bolgheri-Amphitheaters, was den Weinen typische Frische und Struktur verleiht. Alles zum Thema Bolgheri-Weine. – SUPERIORE.DE
Bolgheri Sassicaia DOC
Die Bolgheri Sassicaia DOC ist eine toskanische Denomination in Castagneto Carducci, Provinz Livorno, die faktisch einem einzigen Weingut vorbehalten ist – der Tenuta San Guido. Die Bolgheri DOC wurde 1983 anerkannt, die Unterzone Sassicaia mit der Disciplinare-Erweiterung von 1994 definiert; 2013 wurde sie als eigenständige Denomination ausgegliedert. Grundlage ist der Cabernet Sauvignon (mindestens 80%), ergänzt um bis zu 20% andere in der Toskana zugelassene rote Rebsorten; die Reifezeit beträgt 24 Monate, davon mindestens 18 in Barriques.
Der Sassicaia begründete ab den 1970er Jahren als Prototyp der "Super Tuscans" die Neupositionierung der Toskana im internationalen Premium-Segment; sein Ruf wurde in Blindverkostungen gefestigt, in denen der Wein gegen Grands Crus aus dem Bordelais bestand. Stilistisch verbindet er die klassische Bordeaux-Struktur mit toskanischer Sonne und Meereseinfluss – dichte, aber elegante Tannine und ein hohes Alterungspotenzial gehören zu den Merkmalen. Alles zum Thema Bolgheri-Weine. – SUPERIORE.DE
Botrytis
Botrytis cinerea, der Grauschimmel, ist ein Schwächeparasit, der über zweihundert Pflanzenarten befällt und im Weinbau zwei völlig verschiedene Ergebnisse hervorbringt. Welches davon eintritt, entscheiden Reifegrad und Witterung. Trifft der Pilz auf noch nicht ausgereifte Beeren und hält die Nässe an, entsteht Grau- oder Rohfäule: Die Beeren verlieren Farbe und Aroma, das Lesegut wird unbrauchbar. Davon zu unterscheiden ist die Sauerfäule, ein eigenes Schadbild, an dem Hefen, Essigsäurebakterien und Fruchtfliegen beteiligt sind. Befällt er dagegen spät die vollreife Beere, und wechseln feuchte Nächte mit trockenen, warmen Tagen, entwickelt sich die Edelfäule.
Heikel ist in beiden Fällen die Laccase, ein Enzym des Pilzes. Sie baut die roten Farbstoffe ab, sodass Rotwein ins Orangebraune kippt, und führt zu vorzeitiger Oxidation. Schwefeln hilft dagegen kaum – selbst hohe Gaben hemmen sie nicht. Wirksam ist Hitze, weshalb bei betroffenem Lesegut die Thermovinifikation eingesetzt wird. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Edelfäule · Thermovinifikation
Brachetto d'Acqui DOCG
Der Brachetto d'Acqui DOCG – alternativ auch "Acqui DOCG" – ist eine piemontesische Denomination aus den Provinzen Asti und Alessandria, seit 1996 zur DOCG erhoben. Grundlage ist die autochthone Rebsorte Brachetto (mindestens 97%), ergänzt um bis zu 3% andere im Piemont zugelassene Rebsorten. Das Disciplinare kennt drei Typologien: den stillen Rotwein (auch "tappo raso" genannt), den Spumante mit charakteristischem Pilzkork und den Passito aus getrockneten Trauben.
Der Spumante entsteht in der Regel nach der Metodo Martinotti im Autoklaven, was die aromatische Frische der Brachetto-Traube bewahrt; auch die Metodo Classico ist zulässig. Prägend für die Brachetto sind ein rubinroter Farbton, ein ausgeprägtes Aroma nach Rosen und roten Waldbeeren sowie ein süßer Geschmack bei zurückhaltendem Alkohol. Der Passito zeigt dichtere Frucht und höhere Alkoholwerte. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Brunello di Montalcino DOCG
Der Brunello di Montalcino DOCG ist eine der ikonischsten toskanischen Denominationen, seit 1966 als DOC und seit 1980 als eine der ersten italienischen DOCGs überhaupt anerkannt. Er wird ausschließlich in der Gemeinde Montalcino in der Provinz Siena erzeugt und muss zu 100% aus Sangiovese bestehen, der hier traditionell "Brunello" genannt wird. Der maximale Traubenertrag liegt bei 80 Doppelzentnern pro Hektar; Vinifikation und Reifung müssen innerhalb der DOCG-Zone erfolgen.
Das Disciplinare verlangt mindestens 24 Monate Reifung in Eichenfässern und vier Monate in der Flasche. In den Handel darf der Wein erst ab dem 1. Januar des fünften auf die Ernte folgenden Jahres. Für die Riserva gelten sechs Monate Flaschenreife und ein Jahr mehr Wartezeit. Charakteristisch sind ein intensiver rubinroter bis granatroter Farbton, ein festes Tanningerüst und ein hohes Alterungspotenzial; der Zusatz "Vigna" ist im Disciplinare vorgesehen. Alles zum Thema Brunello-Weine. – SUPERIORE.DE
Brut
Brut bezeichnet Schaumwein mit weniger als 12 Gramm Restzucker je Liter und gehört zu den gebräuchlichsten Angaben der Dosage-Skala. Die Bezeichnung ist rechtlich über den Zuckergehalt definiert, nicht über einen einheitlichen Geschmackseindruck.
Am unteren Ende überschneidet sich Brut mit Extra Brut: Ein sehr trockener Schaumwein kann analytisch in beide Bereiche fallen, auf dem Etikett wird jedoch nur eine der zulässigen Bezeichnungen verwendet. Ein Brut mit wenigen Gramm Restzucker kann daher deutlich trockener wirken als einer nahe der Obergrenze. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Canelli DOCG
Die Canelli DOCG ist eine jüngere piemontesische Denomination, die 2023 auf europäischer Ebene anerkannt wurde und aus der bisherigen Unterzone Canelli der Asti DOCG hervorging. Sie umfasst 17 Gemeinden im Grenzgebiet zwischen Langhe und Monferrato in den Provinzen Asti und Cuneo, in Höhenlagen zwischen 150 und 600 Metern. Grundlage ist ausschließlich die Moscato-Bianco-Traube; das Disciplinare kennt die Typologien Canelli Moscato und Canelli Moscato Riserva.
Die Handlese ist vorgeschrieben und die Erträge sind streng begrenzt. Charakteristisch für die Moscato Bianco im Canelli-Gebiet sind ein feiner aromatischer Duft nach Blüten, Aprikose und Pfirsich mit einer typischen frischen Säure. Die neue DOCG unterstreicht die historische Bedeutung des Canelli-Gebiets für die italienische Schaumweinkultur: Hier entstanden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten großen Häuser der italienischen Schaumweinproduktion, deren unterirdische Kellergewölbe das Ortsbild bis heute prägen. Alles zum Thema Moscato-Weine. – SUPERIORE.DE
Cannellino di Frascati DOCG
Der Cannellino di Frascati DOCG ist eine römisch-latianische Süßwein-Denomination aus den Castelli Romani am nördlichen Hang der Colli Albani, seit 2011 zur DOCG erhoben. Grundlage sind Malvasia bianca di Candia und/oder Malvasia del Lazio (auch Malvasia Puntinata genannt) mit mindestens 70%; ergänzt um bis zu 30% Bellone, Bombino bianco, Greco bianco, Trebbiano toscano und Trebbiano giallo. Das Anbaugebiet umfasst die Gemeinden Frascati, Grottaferrata und Monte Porzio Catone sowie Teile von Rom und Montecompatri.
Die Trauben werden spät gelesen und teilweise auf der Rebe angetrocknet; in günstigen Jahrgängen entwickelt sich Botrytis cinerea, die sogenannte Muffa Nobile, die zusätzliche Aromenkonzentration bringt. Charakteristisch sind ein intensiv gelbgoldener Farbton, ein aromatischer Duft nach Honig, Aprikose und exotischer Frucht sowie ein süßer Geschmack mit erhaltener Säurefrische. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Cannonau di Sardegna DOC
Der Cannonau di Sardegna DOC ist eine sardische Denomination und der Referenzrotwein der Insel, seit 1972 anerkannt. Grundlage ist die Cannonau-Traube (mindestens 85%, für die Classico-Version mindestens 90%), international auch als Grenache bekannt; das Anbaugebiet umfasst die gesamte Insel. Für die Classico-Version sind nur die Provinzen Nuoro und Ogliastra zugelassen. Das Disciplinare kennt sechs Typologien: Rosso, Rosso Riserva, Rosato, Passito, Liquoroso und Classico.
Drei Unterzonen präzisieren die Herkunft: Oliena (oder Nepente di Oliena), Capo Ferrato und Jerzu. Die Riserva reift 24 Monate, davon mindestens sechs im Holzfass, und verlangt mindestens 13% vol Alkohol. Typisch für die Cannonau-Traube sind ein rubinroter Farbton, ein weiches Tanningerüst und eine warme, mediterrane Aromatik nach roten Früchten, Kräutern der Macchia und mediterranen Gewürzen. Alles zum Thema Cannonau-Weine. – SUPERIORE.DE
Caratello
Das Caratello ist ein kleines Holzfass von meist 25 bis 200 Litern, gebräuchlich sind 100 Liter. Der Name geht auf mittellateinisch carratum zurück, ein Fass für den Weintransport auf dem Karren. Verwendet wird es vor allem in der Toskana für Vin Santo und in der Emilia für den traditionellen Balsamessig. Anders als bei Barrique und großem Fass kommt selten reine Eiche zum Einsatz: Kastanie, Kirsche, Maulbeere und Wacholder werden einzeln oder kombiniert verarbeitet, jede Holzart mit eigenem Beitrag.
Das Caratello steht nicht im kühlen Keller, sondern in der vinsantaia, häufig unter dem Dach – und zwar absichtlich. Die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter treiben die Gärung an und bringen sie wieder zum Erliegen, Jahr für Jahr über die vorgeschriebene Reifezeit hinweg. Das Fass wird dabei nicht nachgefüllt, sondern nur zu etwa zwei Dritteln befüllt und fest verschlossen, teils sogar zugemauert; der Verdunstungsverlust konzentriert Zucker und Aromen. Zum Most kommt die madre, ein Hefesatz aus früheren Jahrgängen, der von Caratello zu Caratello weitergegeben wird. – SUPERIORE.DE
Carignano del Sulcis DOC
Der Carignano del Sulcis DOC ist eine sardische Denomination aus dem Südwesten der Insel, seit 1977 anerkannt. Grundlage ist die Carignano-Traube (mindestens 85%), international auch als Carignan bekannt. Das Anbaugebiet umfasst 17 Gemeinden im historischen Sulcis-Gebiet einschließlich der Inseln Sant'Antioco und San Pietro, oft auf sandigen Böden, die die Reblaus-Katastrophe des 19. Jahrhunderts weitgehend überstanden haben.
Zugelassen sind sechs Typologien: Rosso, Rosso Riserva, Rosso Superiore, Rosato, Novello und Passito. Der Superiore stammt aus Alberello-Reben (buschartige Erziehungsform), während die Riserva mindestens zwei Jahre reift, davon sechs Monate in der Flasche. Kennzeichnend für den Carignano vom Sulcis sind ein tief rubinroter Farbton, kräftige Tannine und eine mediterrane Aromatik mit maritimen Anklängen. Alles zum Thema Carignano-Weine. – SUPERIORE.DE
Carmignano DOCG
Carmignano zählt zu den ältesten und kleinsten Rotwein-Appellationen der Toskana, auf den Hügeln des Montalbano westlich von Florenz in der Provinz Prato. Seine Besonderheit ist der offizielle Cabernet-Anteil: Der Überlieferung nach brachten die Medici die Sorte aus Frankreich in die Gegend, wo sie bis heute uva francesca heißt, weshalb Carmignano als Urahn der Super Tuscans gilt. Schon 1716 grenzte Großherzog Cosimo III. das Gebiet per Edikt ab, einer der frühesten Herkunftsschutze überhaupt. Der Rebsatz vereint Sangiovese (mindestens 50%) mit Canaiolo und 10 bis 20% Cabernet Franc und/oder Cabernet Sauvignon. 1975 als DOC anerkannt, wurde Carmignano 1990 zur DOCG erhoben.
Sangiovese gibt dem Wein Frische sowie die typische Kirsch- und Veilchennote, während der Cabernet Struktur, dunkle Würze und Reifepotenzial beisteuert. Traditionell reift er in Eichen- oder Kastanienholz und kommt frühestens im zweiten Jahr in den Handel, die Riserva erst im dritten. Stilistisch reicht die Bandbreite vom zugänglichen Grundtyp bis zur dichten, langlebigen Riserva. So verbindet Carmignano toskanische Tradition mit internationaler Eleganz, die in der Region ihresgleichen sucht. Alles zum Thema Toskana-Weine. – SUPERIORE.DE
Cartizze
Cartizze ist die historische Unterzone des Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG im Gemeindegebiet von Valdobbiadene, rund um San Pietro di Barbozza, Santo Stefano und Saccol. Die Zone ist seit 1969 abgegrenzt und gehört zu den steilsten Lagen der Denomination; die Trauben für Superiore di Cartizze müssen von Hand gelesen werden.
Für die Rebsorten gilt die Basis der DOCG: mindestens 85 Prozent Glera, ergänzt um bis zu 15 Prozent der zugelassenen lokalen Sorten wie Verdiso, Bianchetta Trevigiana, Perera und Glera Lunga. Der Name Cartizze bezeichnet die Herkunft, nicht eine bestimmte Süßestufe; die Dosage wird über die allgemeinen Schaumweinbegriffe angegeben. Alles zum Thema Prosecco-Weine. – SUPERIORE.DE
Casauria (Terre di Casauria) DOCG
Die Casauria DOCG – offiziell "Casauria" oder "Terre di Casauria" – ist eine jüngere Denomination aus der Provinz Pescara in den Abruzzen, die 2025 auf europäischer Ebene anerkannt wurde und aus der bisherigen Unterzone Casauria der Montepulciano d'Abruzzo hervorging. Sie ist die dritte DOCG der Abruzzen nach der Colline Teramane Montepulciano d'Abruzzo (2003) und der Terre Tollesi bzw. Tullum (2019). Grundlage ist die Montepulciano-Traube.
Das Anbaugebiet erstreckt sich rund um die Abtei San Clemente a Casauria im mittleren Pescara-Tal, historisch geprägt durch die klösterliche Weinkultur des Mittelalters. Die Erhebung zur eigenständigen DOCG unterstreicht die pedoklimatische Eigenständigkeit des Casauria-Gebiets innerhalb der Montepulciano d'Abruzzo-Zone, die durch Höhenlage und Nähe zum Apennin geprägt ist. Prägend für die Montepulciano aus Casauria sind eine tief rubinrote Farbe und eine dichte, strukturierte Ausprägung mit gutem Reifepotenzial. Alles zum Thema Abruzzen-Weine. – SUPERIORE.DE
Castel del Monte Bombino Nero DOCG
Die Castel del Monte Bombino Nero DOCG ist eine apulische Denomination und Besonderheit: Sie ist eine der wenigen italienischen DOCGs für Rosé-Weine. 2011 zur DOCG erhoben, wurde sie aus der Castel del Monte DOC ausgegliedert und ehrt eine der wichtigsten autochthonen Rebsorten Apuliens, den Bombino Nero (mindestens 90%). Das Anbaugebiet umfasst die Zone der Murgia Centrale in der Provinz Barletta-Andria-Trani und teilweise in Bari, rund um das UNESCO-Weltkulturerbe Castel del Monte.
Der Bombino Nero ergibt trotz seiner dunkelblauen Beeren traditionell Roséweine, weil die Rebsorte relativ wenig Farbstoffe und Tannine ausbildet. Charakteristisch sind eine kirschrote Farbe mittlerer Intensität, ein aromatischer Duft nach Erdbeere und Himbeere sowie ein ausgewogener, frischer Geschmack mit gutem Körper. Die Rebsorte wird traditionell auf dem Kalksteinplateau der Murgia angebaut. Alles zum Thema Apulien-Weine. – SUPERIORE.DE
Castel del Monte DOC
Die Castel del Monte DOC ist eine apulische Denomination in der Provinz Barletta-Andria-Trani und teilweise in der Provinz Bari, benannt nach dem gleichnamigen staufischen Kastell Kaiser Friedrichs II., einem UNESCO-Weltkulturerbe. Das Anbaugebiet umfasst mehrere Gemeinden der Murgia Centrale rund um Minervino Murge und Andria. Aus der Basis-DOC wurden drei eigenständige DOCGs ausgegliedert: Castel del Monte Bombino Nero (2011), Castel del Monte Nero di Troia Riserva und Castel del Monte Rosso Riserva.
In der Klassifikation stehen sortenreine Weißweine (Chardonnay, Sauvignon, Bombino Bianco), Cuvée-Weißweine sowie sortenreine Rotweine (Nero di Troia, Aglianico, Cabernet), auch als Rosato, mit Zusatz Riserva für Aglianico und Cabernet. Charakteristisch für die Region sind die kalksteinreichen Höhenlagen der Murgia und ein warmes mediterranes Klima, das sich in den Weinen durch reife Frucht und ausgeprägten Körper zeigt. Alles zum Thema Apulien-Weine. – SUPERIORE.DE
Castel del Monte Nero di Troia Riserva DOCG
Aus der Castel del Monte DOC wurde 2011 die Castel del Monte Nero di Troia Riserva DOCG ausgegliedert – eine apulische Rotwein-Denomination auf Basis der autochthonen Nero-di-Troia-Traube. Grundlage ist die autochthone Rebsorte Nero di Troia (auch Uva di Troia genannt) mit mindestens 90%; ergänzt um bis zu 10% andere in Apulien zugelassene rote Rebsorten. Das Anbaugebiet umfasst Gemeinden der Murgia Centrale in den Provinzen Barletta-Andria-Trani und Bari, rund um das UNESCO-Weltkulturerbe Castel del Monte.
Das Disciplinare verlangt für die Riserva mindestens 24 Monate Reifung, davon mindestens 12 Monate im Holzfass und 6 Monate in der Flasche; die Reifezeit beginnt am 1. November des Erntejahres. Typisch für den Nero di Troia sind eine tief rubinrote Farbe mit granatroten Reflexen im Alter, ein festes Tanningerüst und ein ausgeprägtes Aroma nach roten Früchten und Gewürzen. Die Riserva zeigt häufig würzig-balsamische Tertiäraromen aus dem Fassausbau. Alles zum Thema Apulien-Weine. – SUPERIORE.DE
Castel del Monte Rosso Riserva DOCG
Castel del Monte Rosso Riserva ist eine der roten Spitzendenominationen Apuliens, benannt nach dem achteckigen Stauferkastell Kaiser Friedrichs II., das über der nördlichen Alta Murgia thront. Das Anbaugebiet liegt in den Provinzen Barletta-Andria-Trani und Bari auf kalkreichen Hügelböden, wo deutliche Tag-Nacht-Temperaturschwankungen den Weinen Frische und Duft erhalten. Rückgrat ist die autochthone Nero di Troia, die mindestens 65% des Rebsatzes stellt, ergänzt um weitere rote Sorten der Zone. 1971 als DOC begründet, wurde die Riserva 2011 als eigene DOCG anerkannt, die bewusst an die alte Tradition langlebiger Rotweine der Gegend anknüpft.
Die Bezeichnung Riserva verlangt mindestens zwei Jahre Reife, davon eines im Holz. Nero di Troia prägt das Ergebnis: kräftige Farbe, festes, körniges Tannin und eine dunkle, würzige Frucht, die während der Flaschenreife balsamische und erdige Tertiärnoten entwickelt. So entsteht ein strukturierter, auf Langlebigkeit angelegter Süditaliener, der die kühlere, höhengeprägte Seite Apuliens zeigt, fernab des Klischees vom wuchtigen, marmeladigen Hitzewein. Alles zum Thema Apulien-Weine. – SUPERIORE.DE
Castelli di Jesi Verdicchio Riserva DOCG
Die Castelli di Jesi Verdicchio Riserva DOCG ist eine der beiden marchigianischen DOCGs für den Verdicchio (neben der Verdicchio di Matelica Riserva). 2010 anerkannt und aus der Verdicchio dei Castelli di Jesi DOC ausgegliedert, verlangt sie mindestens 85% Verdicchio; das Anbaugebiet umfasst 22 Gemeinden in der Provinz Ancona und 2 in der Provinz Macerata, historisch benannt nach den mittelalterlichen Kastellen rund um die Stadt Jesi.
Das Disciplinare schreibt eine Mindestreifung von 18 Monaten vor, davon mindestens 6 Monate in der Flasche; der Reifezeitraum beginnt am 1. Dezember des Erntejahres. Kennzeichnend für die Riserva sind ein tief goldgelber Farbton, ein komplexer Duft nach reifer gelber Frucht, Zitrus und Honigtönen sowie ein cremiger Geschmack mit langer Persistenz – Merkmale, die den Ruf des Verdicchio als einer der langlebigsten Weißweine Italiens unterstreichen. Alles zum Thema Verdicchio-Weine. – SUPERIORE.DE
Cerasuolo d'Abruzzo DOC
Der Cerasuolo d'Abruzzo DOC ist eine abruzzische Denomination, 2010 als eigenständige DOC anerkannt – zuvor eine Typologie des Montepulciano d'Abruzzo DOC. Grundlage ist die Montepulciano-Traube (mindestens 85%), ergänzt um bis zu 15% andere in den Abruzzen zugelassene rote Rebsorten. Das Anbaugebiet umfasst die Provinzen Chieti, L'Aquila, Pescara und Teramo.
Der Name "Cerasuolo" verweist auf die kirschrote Farbe des Weins, die sich durch die stark pigmentierte Montepulciano-Traube selbst bei kurzer Maischestandzeit ergibt. Charakteristisch sind ein intensiver kirschroter Farbton, ein aromatischer Duft nach roten Waldbeeren, Orangenschale und Gewürzen sowie ein trockener, körperreicher Geschmack mit lebendiger Säure. Damit steht der Cerasuolo stilistisch näher an einem leichten Rotwein als an einem klassischen Rosé. Alles zum Thema Abruzzen-Weine. – SUPERIORE.DE
Cerasuolo di Vittoria DOCG
Die Cerasuolo di Vittoria DOCG stammt aus dem Südosten Siziliens; ihr abgegrenztes Anbaugebiet umfasst Teile der Provinzen Ragusa, Caltanissetta und Catania. Der Rotwein entsteht aus 50 bis 70% Nero d'Avola und 30 bis 50% Frappato. Nero d'Avola bringt Körper, Farbe und dunklere Frucht, Frappato Duft, Frische und eine leichtere, floral-fruchtige Seite. Der Name "Cerasuolo" verweist auf die kirschrote Farbe des Weins. 1973 als DOC anerkannt, wurde Cerasuolo di Vittoria 2005 zur DOCG erhoben. Für Cerasuolo di Vittoria und Cerasuolo di Vittoria Classico gelten dieselben Rebsortenanteile und dasselbe abgegrenzte Produktionsgebiet; der Classico darf jedoch erst später in Verkehr gebracht werden.
Im Glas verbindet Cerasuolo di Vittoria die Frucht und Struktur des Nero d'Avola mit der duftigen Frische des Frappato. Das Ergebnis ist meist ein Rotwein von mittlerem Körper, lebhafter Säure und feinem Tannin, der sowohl jung zugänglich sein als auch mit Reife an Tiefe gewinnen kann. Die Classico-Version erhält durch die längere vorgeschriebene Reife zusätzliche Zeit zur Entwicklung. Alles zum Thema Sizilien-Weine. – SUPERIORE.DE
Cesanese del Piglio DOCG
Der Cesanese del Piglio DOCG – offiziell auch nur "Piglio" – ist die erste DOCG des Latium, 2008 aus der bestehenden DOC (1973) hervorgegangen. Grundlage sind die autochthonen roten Rebsorten Cesanese di Affile und/oder Cesanese comune mit mindestens 90%; ergänzt um bis zu 10% andere in Latium zugelassene rote Rebsorten. Das Anbaugebiet umfasst fünf Gemeinden in der Provinz Frosinone (Piglio, Serrone, Acuto, Anagni und Paliano) auf den Hügellagen der Monti Ernici zwischen 200 und 600 Metern.
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp (mindestens 12% vol) und den Superiore (mindestens 13% vol). Der Superiore kann den Zusatz "Riserva" führen, wenn er mindestens 20 Monate reift, davon 6 in der Flasche, und mindestens 14% vol erreicht. Prägend für den Cesanese sind ein rubinroter Farbton mit violetten Reflexen im Jungwein, ein weicher, körperreicher Geschmack mit leicht bitterlichem Nachklang und ein aromatisches Bouquet nach roten Früchten. Der Cesanese di Affile gilt dabei als der feinere der beiden Biotypen. Alles zum Thema Latium-Weine. – SUPERIORE.DE
Chianti Classico DOCG
Chianti Classico bezeichnet die historische Kernzone des Chianti-Gebiets in der Toskana, zwischen Florenz und Siena gelegen, deren Grenzen bis auf ein Edikt Cosimos III. von 1716 zurückgehen. Bereits 1924 gründete sich das Consorzio, das älteste Wein-Konsortium Italiens, dessen Wappen mit dem schwarzen Hahn Gallo Nero seit 2005 obligatorisches Erkennungszeichen jeder Flasche ist. Die DOC folgte 1967, die DOCG 1996. Rebsortenbasis ist Sangiovese mit 80 bis 100%, ergänzt um weitere für die Toskana zugelassene rote Sorten. Anders als beim einfachen Chianti sind internationale Rebsorten wie Cabernet und Merlot erlaubt, aber begrenzt.
Die Denomination kennt drei Qualitätsstufen mit steigenden Anforderungen: Annata mit mindestens zwölf Monaten Reife als Einstieg, Riserva mit 24 Monaten Reife (davon drei in der Flasche), und seit 2014 die Spitzenkategorie Gran Selezione mit 30 Monaten Reife aus ausschließlich estate-eigenen Trauben. 2021 vom Consorzio approbiert und 2023 ministeriell publiziert, kam mit den elf UGA (Unità Geografiche Aggiuntive) ein Lagensystem hinzu, das die Charakterunterschiede der Einzelzonen wie Panzano, Lamole oder Castellina sichtbar macht; ab Jahrgang 2027 muss die Gran Selezione zudem mindestens 90% Sangiovese enthalten, ohne internationale Sorten. Stilistisch reicht die DOCG damit vom lebendig-fruchtigen Annata bis zur strukturierten, langlebigen Gran Selezione mit klarem Lagenprofil. Alles zum Thema Chianti-Weine und zur Spitzenkategorie Chianti-Classico-Gran-Selezione. – SUPERIORE.DE
Chianti Classico Gran Selezione DOCG
Chianti Classico Gran Selezione DOCG ist die 2014 eingeführte Spitzenkategorie der Chianti Classico DOCG; die Trauben müssen ausschließlich aus eigenen beziehungsweise vom Erzeuger bewirtschafteten Weinbergen stammen. Der Wein entsteht aus einer sorgfältigen Selektion der eigenen Trauben und reift mindestens 30 Monate, davon 3 in der Flasche. Analytische Werte und Sensorik-Prüfung liegen über der Riserva-Ebene.
Ab dem Jahrgang 2027 gelten strengere Regeln: Sangiovese muss mindestens 90% des Rebsatzes stellen, internationale Sorten sind ausgeschlossen; die restlichen 10% dürfen nur aus acht autochthonen Sorten stammen. Als einzige Chianti-Classico-Typologie darf die Gran Selezione eine der elf Unità Geografiche Aggiuntive (UGA) auf dem Etikett führen. Alles zum Thema Chianti-Classico-Gran-Selezione. – SUPERIORE.DE
Cirò Classico DOCG
Cirò Classico ist Kalabriens erste DOCG, im Juli 2025 durch die EU-Verordnung 2025/1518 anerkannt. Das Anbaugebiet liegt an der ionischen Küste in der Provinz Crotone und beschränkt sich auf die Gemeinden Cirò und Cirò Marina, wo mineralstoffreiche Sedimentböden, mediterranes Klima und die Nähe zur Sila den Charakter prägen. Der Weinbau reicht hier über 2.500 Jahre zurück bis in die Zeit der Magna Graecia; die DOC von 1969 zählt zu den ältesten Italiens, und mit der neuen DOCG wurde nun ihr Kern in ein eigenständiges, strengeres Reglement überführt.
Rückgrat ist die autochthone Gaglioppo mit mindestens 90%, ergänzt um höchstens 10% Magliocco oder Greco Nero; internationale Sorten sind ausgeschlossen. Die Reben werden im Alberello oder am Spalier erzogen, die Erträge sind stark begrenzt, die Abfüllung muss in der Zone erfolgen. Vor dem Verkauf sind mindestens 36 Monate Reife vorgeschrieben, davon sechs im Holz. Gaglioppo bringt eine helle Rubinfarbe, lebhafte Säure und ein feines, mit den Jahren mürbe werdendes Tannin. So markiert die DOCG eine neue Referenz für das önologische Kalabrien. Alles zum Thema Kalabrien-Weine. – SUPERIORE.DE
Classico
Classico ist ein italienischer Weinrechts-Zusatz, der einen Wein aus der ursprünglichen, historischen Kernzone eines DOC- oder DOCG-Gebiets bezeichnet. Er verweist auf die älteste Anbauzone innerhalb einer im Lauf der Zeit erweiterten Denomination: dort, wo die Weinbautradition zuerst entstand und wo häufig die besten Böden, Lagen und Mikroklimata liegen. Rechtlich ist Classico kein eigenständiges Qualitätsprädikat, sondern eine geographische Zusatzbezeichnung; die Aufnahme in eine Denomination und die Abgrenzung der Classico-Zone werden im jeweiligen Disciplinare geregelt.
Zu den bekanntesten Classico-Zonen zählen Chianti Classico (Kern zwischen Florenz und Siena, dessen Grenzen bis auf ein Edikt Cosimos III. von 1716 zurückgehen), Soave Classico rund um die Stadt Soave, Valpolicella Classico im Kern der Veroneser Weinberge um Fumane, Marano und Negrar sowie Bardolino Classico am Gardasee. In einigen Fällen wurde die Classico-Zone später zu einer eigenständigen DOCG erhoben, wie bei Cirò Classico seit 2025. Der Zusatz ist damit mehr als Formalie: Er markiert die historischen Wurzeln einer Denomination und oft ihre reifste Ausprägung. – SUPERIORE.DE
Colli Bolognesi Pignoletto DOCG
Die Colli Bolognesi Pignoletto DOCG ist eine emilianische Weißwein-Denomination aus den Vorbergen des Apennins in der Provinz Bologna und teilweise in der Provinz Modena. 2010 zur DOCG erhoben (zunächst als "Colli Bolognesi Classico Pignoletto") und 2014 mit erweitertem Gebiet umbenannt, gehört sie zu den wenigen DOCGs der Emilia-Romagna. Grundlage ist die Rebsorte Pignoletto (offiziell Grechetto gentile, lokal auch Alionzina) mit mindestens 85%; ergänzt um bis zu 15% andere in der Region zugelassene weiße Rebsorten.
Vorgesehen sind die Typologien Superiore (still) sowie Frizzante und Spumante, letztere in verschiedenen Süßegraden von Brut Nature bis Extra Dry. Charakteristisch für den Pignoletto sind ein zart strohgelber Farbton, ein delikater Duft nach weißen Blüten, weißer Frucht und Zitrus sowie ein trockener, frischer Geschmack mit lebendiger Säure und einem leicht mandelig-bitteren Nachklang. Alles zum Thema Emilia-Romagna-Weine. – SUPERIORE.DE
Colli di Conegliano DOCG
Die Colli di Conegliano DOCG ist eine venetische Denomination aus den Hügeln nördlich von Conegliano in der Provinz Treviso, seit 2011 zur DOCG erhoben. Ihre Besonderheit liegt in der ungewöhnlichen Vielfalt: Das Disciplinare kennt vier eigenständige Typologien – Bianco (aus einer Cuvée weißer Rebsorten), Rosso (auch als Riserva), Refrontolo (Passito aus mindestens 95% Marzemino) und Torchiato di Fregona (Passito-Weißwein aus Verdiso, Boschera und weiteren autochthonen Sorten). Das Anbaugebiet umfasst 20 Gemeinden am Fuß der Prealpi Trevigiane.
Für die beiden Passito-Typen ist eine natürliche Antrocknung der Trauben vorgeschrieben; der Torchiato di Fregona erreicht mindestens 18% vol Gesamtalkohol und reift 24 Monate, davon 5 in der Flasche, der Refrontolo Passito 16% vol Gesamtalkohol. Typisch für die Denomination ist die Kombination aus alpin geprägter Kühle im Norden und mediterran beeinflusster Wärme im Süden, die einer breiten Palette an Weinstilen zugute kommt. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Colli Euganei DOC
Die Colli Euganei DOC ist eine venetische Denomination in der Provinz Padova, seit 1969 anerkannt. Sie umfasst die vulkanischen Hügel der Colli Euganei im gleichnamigen Naturpark – eine geologische Besonderheit: erloschene Vulkanhänge, die aus der Poebene aufsteigen. Aus der Basis-DOC wurde 2010 die Colli Euganei Fior d'Arancio DOCG (Moscato-Giallo-basiert) ausgegliedert.
Das Disciplinare kennt eine breite Palette an Typologien – Weißweine (Chardonnay, Pinot Bianco, Pinot Grigio, Sauvignon, Serprino) und Rotweine, darunter internationale Sorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, die im Colli Euganei bereits um 1850 eingeführt wurden. Die Weinberge liegen zwischen 50 und rund 400 Metern; das gemäßigte Klima mit fast mediterranem Einschlag und die vulkanische Bodenprägung geben den Weinen der Denomination Frische und Struktur. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Colli Euganei Fior d'Arancio DOCG
Die Colli Euganei Fior d'Arancio DOCG – offiziell auch "Fior d'Arancio Colli Euganei" – ist eine venetische Denomination für Weine aus Moscato Giallo in der Provinz Padova. 2010 zur DOCG erhoben und aus der Colli Euganei DOC ausgegliedert (dort seit 1969 als Typologie), verlangt sie mindestens 95% Moscato Giallo; ergänzt um bis zu 5% andere in Padova zugelassene aromatische Rebsorten. Das Anbaugebiet umfasst 16 Gemeinden auf den vulkanischen Hügeln der Colli Euganei.
Das Regelwerk sieht drei Typologien vor: den stillen Wein, der von trocken bis süß ausgebaut wird, den Spumante und den Passito. Der Name "Fior d'Arancio" (Orangenblüte) verweist auf das charakteristische Aroma dieser Moscato-Giallo-Ausprägung: intensive Noten nach Orangenblüte, gelbem Steinobst und Honig – unterstützt durch die vulkanische Bodenprägung und die ausgeprägten Tag-Nacht-Temperaturunterschiede der Colli Euganei. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Colli Orientali del Friuli Picolit DOCG
Colli Orientali del Friuli Picolit ist eine kleine, kostbare Süßwein-Denomination aus Friaul, 2006 zur DOCG erhoben und ausschließlich der autochthonen Picolit-Rebe gewidmet, einer der wenigen italienischen Sorten, die traditionell nur für Dessertwein verwendet werden. Das Anbaugebiet umfasst die östlichen Hügel der Provinz Udine, die sich von der Friauler Ebene bis nahe der slowenischen Grenze ziehen. Bereits im 18. Jahrhundert galt Picolit als Wein europäischer Höfe, geschätzt von den Habsburgern bis zum Vatikan.
Berühmt ist die Sorte für ein botanisches Kuriosum: die sogenannte acinellatura, bei der schon in der Blüte nur zehn bis fünfzehn Beeren je Traube ausreifen. Das Ergebnis sind extrem geringe Erträge, aber eine natürliche Konzentration von Zucker, Säure und Aroma. Häufig bleiben die Trauben zur weiteren Eintrocknung an der Rebe. Der Wein zeigt sich goldgelb, süß oder halbsüß, mit feinem Duft nach getrockneten Früchten, Akazienhonig und einer typischen mineralischen Länge. Die Unterzone Cialla verlangt strengere Regeln und erlaubt eine Riserva mit vier Jahren Reife. Alles zum Thema Friaul-Weine. – SUPERIORE.DE
Colline Teramane Montepulciano d'Abruzzo DOCG
Colline Teramane Montepulciano d'Abruzzo ist Abruzzens erste DOCG, 2003 als eigenständige Denomination aus einer 1995 geschaffenen Unterzone der Montepulciano d'Abruzzo DOC hervorgegangen. Das Anbaugebiet erstreckt sich in der Provinz Teramo über gut dreißig Gemeinden zwischen der Adriaküste und den Ausläufern des Gran Sasso. Rebsortenbasis ist die autochthone Montepulciano-Traube mit mindestens 90%, ergänzt um höchstens 10% Sangiovese; andere Sorten sind ausgeschlossen. Vinifikation und Abfüllung müssen in der Provinz Teramo erfolgen.
Gegenüber der breiten Montepulciano d'Abruzzo DOC setzt die DOCG deutlich engere Grenzen: niedrigere Erträge, höhere Rebdichte und strengere Reifevorgaben. Der Grundtyp reift mindestens ein Jahr, davon zwei Monate in der Flasche; die Riserva drei Jahre, davon ein Jahr im Holz. Farbe, Duft und Struktur folgen der Handschrift der Rebsorte: tief rubinrot mit granatroten Reflexen bei Reife, ätherisch-würzige Nase, dichtes samtiges Tannin. So reicht die Bandbreite vom fruchtbetonten Grundtyp bis zur strukturierten, langlebigen Riserva, die den Montepulciano in seiner ausdrucksvollsten Form zeigt. Alles zum Thema Montepulciano-Weine. – SUPERIORE.DE
Collio DOC
Die Collio DOC – offiziell auch "Collio Goriziano" – ist eine friaulische Denomination in der Provinz Gorizia, unmittelbar an der slowenischen Grenze. Sie gilt als eine der wichtigsten Weißwein-Regionen Norditaliens: Die Produktion ist deutlich weißweingeprägt, hauptsächlich aus Friulano, Pinot Grigio, Sauvignon, Ribolla Gialla, Malvasia Istriana, Chardonnay und Pinot Bianco. Das Anbaugebiet liegt auf den Hügellagen von Cormons, Dolegna del Collio und San Floriano del Collio.
Kennzeichnend für den Collio ist die "Ponca" – ein eozäner Flysch aus Kalkmergel und Sandstein, der den Weinen ihre typische Mineralität gibt. Das Klima wird von alpinen und mediterranen Einflüssen geprägt, mit ausgeprägten Tag-Nacht-Temperaturunterschieden. Der Collio zählt seit den 1970er Jahren zu den innovativsten Weißwein-Regionen Italiens und spielte eine wichtige Rolle für die italienische Skin-Contact- bzw. Orange-Wine-Bewegung. Alles zum Thema Friaul-Weine. – SUPERIORE.DE
Collio Goriziano DOC
→ Siehe Collio DOC
Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG
Die Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG ist die historisch gewachsene Kernzone des Prosecco, seit 1969 als DOC und seit 2009 als DOCG anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst 15 Gemeinden in den Hügeln zwischen Conegliano und Valdobbiadene in der Provinz Treviso; die Kulturlandschaft ist seit 2019 UNESCO-Weltkulturerbe. Bereits 1876 wurde in Conegliano die erste Önologieschule Italiens gegründet, was den Ort zu einem historischen Zentrum der italienischen Schaumweinkultur macht. Grundlage ist die Glera-Traube (mindestens 85%), ergänzt um bis zu 15% Verdiso, Bianchetta Trevigiana, Perera und weitere zugelassene weiße Rebsorten.
Das Disciplinare kennt neben dem Spumante als Grundtyp mehrere Sonderkategorien mit strengeren Vorgaben: die 43 "Rive" (Unità Geografiche Aggiuntive für einzelne Gemeinden oder Fraktionen mit obligatorischer Handlese und Jahrgangspflicht), den Superiore di Cartizze aus einer eng begrenzten Unterzone, der häufig als "Grand Cru" der Denomination bezeichnet wird, sowie die traditionelle "Sui Lieviti"-Ausführung mit Flaschengärung. Die steilen Hänge – teils mit über 60% Neigung – werden weitgehend manuell bewirtschaftet und geben der Region den Ruf einer "viticoltura eroica". Ergänzend gibt es Süßegrade von Extra Brut bis Dry. Alles zum Thema Prosecco-Weine. – SUPERIORE.DE
Conero DOCG
Conero ist eine der wenigen DOCG der Region Marken, 2004 aus der 1967 anerkannten Rosso Conero DOC hervorgegangen: Was zuvor als Rosso Conero DOC Riserva galt, wurde ab dem Jahrgang 2004 in ein eigenes, strengeres DOCG-Reglement überführt, mittlerweile sind dort auch Rosato und Metodo Classico zugelassen, während die DOC für die Basisversion bestehen blieb. Das Anbaugebiet liegt in der Provinz Ancona rund um den 572 Meter aufragenden Monte Conero am Adriatischen Meer, mit einem natürlichen Amphitheater aus Reblagen um den Berg. Rebsortenbasis ist die Montepulciano-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um höchstens 15% Sangiovese.
Die kalkhaltigen Tonböden marinen Ursprungs und die kühlende Meeresnähe geben dem Montepulciano hier eine ausgeprägte Frische bei fester Struktur. Vor dem Verkauf reift der Wein mindestens 24 Monate. Das Ergebnis ist tief rubinrot, mit den Jahren granatrot, würzig-fruchtig in der Nase und mit festem, samtigem Tannin. So markiert die DOCG die rote Spitze der Marken. Alles zum Thema Marken-Weine. – SUPERIORE.DE
Cuvée
Cuvée stammt vom französischen cuve, dem Gärbehälter, und bezeichnete ursprünglich schlicht dessen Inhalt. Die heutige Bedeutung hängt vom Sprachraum ab: Im Französischen ist eine Cuvée jede eigenständig abgefüllte Partie eines Weinguts – das kann ein Verschnitt sein, ebenso gut aber ein sortenreiner Lagenwein. In der Champagne meint der Begriff zusätzlich den Most der ersten, sanften Pressung, für den aus 4.000 Kilogramm Trauben 2.050 Liter gewonnen werden dürfen. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich dagegen die engere Bedeutung durchgesetzt: Cuvée als Synonym für Verschnitt.
Im Italienischen wird feiner unterschieden. Uvaggio meint, dass verschiedene Rebsorten gemeinsam gelesen und zusammen vergoren werden – die historische Praxis gemischter Rebzeilen. Assemblaggio bezeichnet die getrennte Vinifikation und spätere Vermählung während des Ausbaus, taglio die Verschneidung von Grundweinen vor der Reifung. Cuvée selbst ist in Italien vor allem beim Schaumwein gebräuchlich: für die Mischung der Grundweine, die vor der zweiten Gärung zusammengestellt wird. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Verschnitt
Degorgieren
Degorgieren bezeichnet das Entfernen des Hefedepots aus der Flasche nach der Flaschengärung. Vorbereitet wird es durch die Remuage, bei der sich der Bodensatz im Flaschenhals sammelt.
Üblich ist das Degorgieren à la glace: Der Flaschenhals wird gekühlt, das Depot friert zu einem Pfropfen und wird beim Öffnen durch den Innendruck ausgestoßen. Beim Degorgieren à la volée geschieht dies ohne Einfrieren. Anschließend kann die Versanddosage folgen. Ein angegebenes Degorgierdatum zeigt vor allem die Zeit seit diesem Arbeitsschritt; die Dauer des Hefelagers lässt sich daraus allein nicht sicher ablesen. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Délestage
Beim Délestage wird der gärende Most vollständig aus dem Gärbehälter abgelassen, sodass der Trester sich unter seinem Eigengewicht selbst auspresst. Anschließend läuft der Most langsam über den Tresterhut zurück. Der Vorgang wird mehrfach wiederholt, bis die gewünschte Extraktion erreicht ist.
Der Zweck liegt weniger in der Menge als in der Art der Extraktion: Das Verfahren ergibt weichere Gerbstoffe und stabilere Farbe, die Extraktion fällt dabei tendenziell verhaltener aus als beim Überpumpen. Während der Behälter leer steht, lassen sich zudem die Kerne über ein Sieb entfernen – jene Bestandteile also, aus denen die kantigsten Gerbstoffe stammen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Unterstoßen · Remontage
Demi-Sec
Demi-Sec bezeichnet bei Schaumwein einen Restzuckergehalt von 32 bis 50 Gramm je Liter und ist damit die zweitsüßeste Stufe der EU-Skala. Die entsprechenden zulässigen Begriffe lauten unter anderem halbtrocken im Deutschen und abboccato im Italienischen.
Die Süße ist deutlich wahrnehmbar, wird im Schaumwein aber durch Säure und Kohlensäure mitgeprägt. Demi-Sec findet sich heute vergleichsweise selten und wird häufig für fruchtbetonte oder desserttaugliche Stilistiken verwendet. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Diano d'Alba DOCG
Die Diano d'Alba DOCG – offiziell auch "Dolcetto di Diano d'Alba" – ist eine piemontesische Denomination aus einer einzigen Gemeinde: dem Ort Diano d'Alba in der Provinz Cuneo, südöstlich von Alba. 1974 als DOC anerkannt und seit 2010 zur DOCG erhoben, verlangt sie 100% Dolcetto. Charakteristisch ist die früh differenzierte Lagenklassifikation: bereits 1988 wurden 76 sonnenexponierte Weinberglagen als "Sörì" (piemontesisch für "sonniger Ort") offiziell delimitiert – eine frühe Cru-Kartierung der Langhe.
Zulässig sind zwei Typologien: der Grundtyp (mindestens 12% vol) und der Superiore (mindestens 12,5% vol, mindestens 10 Monate Reifung). Beide können mit dem Zusatz "Vigna" oder der Menzione Geografica Aggiuntiva versehen werden. Prägend für den Dolcetto aus Diano d'Alba sind ein tief rubinroter Farbton, ein weiches Tanningerüst und ein trockener, mandelig-nussiger Ausklang. Alles zum Thema Dolcetto-Weine. – SUPERIORE.DE
DOC
DOC (Denominazione di Origine Controllata) ist die italienische Qualitätsklassifikation für Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung. Sie wurde 1963 nach dem Vorbild der französischen Appellation d'Origine Contrôlée eingeführt und regelt für jede geschützte Denomination das Anbaugebiet, die zulässigen Rebsorten, Anbaumethoden, Erträge, Vinifizierung und die sensorischen Merkmale. Die erste DOC Italiens wurde 1966 verliehen: Vernaccia di San Gimignano.
Aktuell führt Italien rund 330 DOC-Denominationen, dazu um die 80 DOCG-Weine und über 100 IGT-Bezeichnungen; zusammen bilden sie das nationale Klassifikationssystem. Über der DOC steht die DOCG (garantita), die zusätzlich staatlich garantiert und nur nach mindestens sieben Jahren als DOC verliehen wird; unter der DOC folgt die IGT als geographische Herkunftsangabe mit lockereren Regeln. Seit 2010 sind alle DOC-Weine EU-rechtlich als DOP (Denominazione di Origine Protetta) klassifiziert; beide Bezeichnungen sind gültig, italienische Etiketten führen meist die nationale Angabe. Siehe auch: DOP. – SUPERIORE.DE
DOCG
DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) ist die höchste Qualitätsstufe im italienischen Weinrecht und wurde 1980 als Ergänzung zur DOC eingeführt. Sie zeichnet Weine aus, die nicht nur eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung tragen, sondern zusätzlich staatlich garantiert sind: durch eine Banderole am Flaschenhals, eine offizielle chemisch-analytische und sensorische Prüfung sowie strengere Vorgaben bei Anbau, Ertrag und Vinifizierung als bei einer DOC.
Voraussetzung für die DOCG-Anerkennung ist, dass ein Wein mindestens sieben Jahre lang eine DOC geführt hat und aufgrund seiner Qualität und historischen Bedeutung als besonders wertvoll gilt. Die ersten drei DOCGs wurden im Juli 1980 an Brunello di Montalcino, Barolo und Vino Nobile di Montepulciano verliehen; Barbaresco folgte im Oktober 1980 als vierter. Chianti Classico erhielt den Status 1996. Aktuell führt Italien um die 80 DOCG-Denominationen, verteilt über die meisten Regionen des Landes; sie stehen für die Spitze des italienischen Weinsystems. Wie DOC-Weine sind auch DOCG-Weine EU-rechtlich als DOP klassifiziert. Siehe auch: DOP. – SUPERIORE.DE
Dogliani (Dolcetto di Dogliani Sup.) DOCG
Die Dogliani DOCG – alternativer Name "Dolcetto di Dogliani Superiore" – ist eine piemontesische Denomination aus dem südlichen Teil der Langhe in der Provinz Cuneo. 1974 als DOC "Dolcetto di Dogliani" anerkannt und 2005 zur DOCG erhoben, wurden 2011 die Typologien "Dogliani" und "Dogliani Superiore" unter einer einheitlichen DOCG zusammengefasst. Grundlage ist der Dolcetto (100%); das Anbaugebiet umfasst 14 Gemeinden vollständig und sieben weitere in Teilen in der Provinz Cuneo, mit Dogliani als Zentrum, angrenzend an die Barolo-Zone im Norden.
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp (mindestens 12% vol) und den Dogliani Superiore (mindestens 13% vol, mindestens 12 Monate Reifung, maximal 7 t/ha Ertrag). Weinberge liegen in Hügellagen zwischen 250 und 800 Metern; die höheren, kühleren Lagen mit Einflüssen aus den ligurischen Apenninen prägen einen Dolcetto-Stil, der häufig als frischer, säurebetonter und lagerfähiger beschrieben wird als in tieferen Zonen. Charakteristisch sind ein tief rubinroter Farbton, ein festes Tanningerüst, ein trockener, körperreicher Geschmack und häufig mandelig-bittere Anklänge im Nachhall – Merkmale, die den Dolcetto aus Dogliani als besonders strukturierten Vertreter seiner Sorte auszeichnen. Alles zum Thema Dolcetto-Weine. – SUPERIORE.DE
Dolce
Dolce bezeichnet je nach Weinart unterschiedliche Zuckerbereiche. Beim Stillwein beginnt die süße Stufe oberhalb von 45 Gramm Restzucker je Liter, beim Schaumwein oberhalb von 50 Gramm. Beim Marsala gilt dolce bei mehr als 100 Gramm reduzierenden Zuckern je Liter.
Die Werte gehören zu unterschiedlichen rechtlichen Skalen und dürfen nicht miteinander vermischt werden. Dolce sagt daher ohne Kenntnis der Weinart nicht, wie viel Restzucker ein Wein konkret enthält; der Begriff bezeichnet jeweils die süße Kategorie innerhalb des betreffenden Systems. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Dolcetto d'Alba DOC
Die Dolcetto d'Alba DOC ist die mengenmäßig führende Dolcetto-Denomination des Piemont, seit 1974 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst 35 Gemeinden rund um Alba in der Provinz Cuneo sowie einen kleinen Teil in der Provinz Asti (Gemeinde Coazzolo). Grundlage ist der Dolcetto (100%), traditionell auf mergelig-tonigen Böden angebaut. Die Zone überlagert sich mit den DOCG-Zonen Barolo, Barbaresco, Diano d'Alba und Dogliani; viele Winzer nutzen den Dolcetto d'Alba deshalb als komplementäres Sortiment zu ihren Nebbiolo-basierten Prestige-Weinen.
Zugelassen sind zwei Typologien: der Grundtyp (mindestens 11,5% vol) und der Dolcetto d'Alba Superiore (mindestens 12,5% vol, mindestens 12 Monate Reifung). Charakteristisch für den Dolcetto d'Alba sind ein tief rubinroter bis violetter Farbton im Jungwein, eine fruchtige Aromatik nach Pflaume und Waldbeeren sowie ein trockener, mandelig-nussiger Nachhall. Anders als die DOCG-Verwandten Diano d'Alba oder Dogliani wird der Dolcetto d'Alba häufig jung und frisch getrunken; er gelangt oft schon im Frühjahr nach der Ernte in den Verkauf. Alles zum Thema Dolcetto-Weine. – SUPERIORE.DE
Dolcetto di Ovada Superiore DOCG
Die Dolcetto di Ovada Superiore DOCG – alternativer Name "Ovada DOCG" – ist eine piemontesische Denomination im Ovadese, dem südöstlichen Monferrato in der Provinz Alessandria. Aus der bestehenden Dolcetto d'Ovada DOC (1972) hervorgegangen, wurde sie 2008 zur DOCG erhoben. Grundlage ist der Dolcetto (100%); das Anbaugebiet umfasst 22 Gemeinden mit Ovada als Zentrum, in Hügellagen bis 600 Metern. Die enge Verbundenheit von Rebsorte und Ort spiegelt sich schon im historischen Namen "Uva Ovadensis", mit dem Naturforscher den Dolcetto einst bezeichneten.
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp (mindestens 12 Monate Reifung) und die Riserva (mindestens 24 Monate). Beide können mit dem Zusatz "Vigna" versehen werden; die Erträge sind deutlich strenger begrenzt als bei der Basis-DOC "Dolcetto d'Ovada". Typisch für den Ovada sind ein tief rubinroter Farbton, ein dichtes Tanningerüst und eine kräftige, dunkelfruchtige Aromatik – Merkmale, die den Ovada als einen der strukturierten und lagerfähigsten Vertreter der Dolcetto-Familie auszeichnen. Alles zum Thema Dolcetto-Weine. – SUPERIORE.DE
DOP
DOP (Denominazione di Origine Protetta) ist der EU-rechtliche Dachbegriff für Erzeugnisse mit geschützter Ursprungsbezeichnung und die italienische Entsprechung des europäischen Kürzels PDO (Protected Designation of Origin). Er gilt sowohl für Weine als auch für Lebensmittel und schützt Herkunft und die Anforderungen an die Spezifikation eines Erzeugnisses vor missbräuchlicher Nutzung durch Produzenten außerhalb der geschützten Zone.
Bei Wein wurde DOP 2010 im Zuge der Reform der gemeinsamen EU-Marktordnung eingeführt und fasst die beiden nationalen italienischen Klassifikationen DOC und DOCG unter einem einheitlichen europäischen Schutzstatus zusammen; die italienischen Kürzel bleiben aber weiterhin die kommerziell dominante Etikettenangabe. Bei Lebensmitteln existiert DOP bereits seit 1992 und deckt eine große Bandbreite italienischer Klassiker ab, darunter Parmigiano Reggiano, Prosciutto di Parma, Aceto Balsamico Tradizionale di Modena und zahlreiche regionale Olivenöle. – SUPERIORE.DE
Dosage
Dosage bezeichnet die Zugabe einer Versanddosage zur Einstellung des endgültigen Zuckergehalts eines Schaumweins. Bei der traditionellen Flaschengärung erfolgt sie nach dem Degorgieren. Die sogenannte liqueur d'expédition kann unter anderem Wein, Saccharose oder Traubenmostprodukte enthalten und ersetzt zugleich den beim Degorgieren verlorenen Inhalt; ein Schaumwein muss jedoch nicht zwingend eine zuckerhaltige Dosage erhalten.
Für Schaumwein schreibt das EU-Weinrecht Zuckerklassen vor: Brut Nature unter 3 Gramm je Liter ohne Zuckerzusatz nach der zweiten Gärung, Extra Brut 0 bis 6, Brut unter 12, Extra Dry 12 bis 17, Dry/Secco 17 bis 32, Demi-Sec 32 bis 50 und Dolce über 50 Gramm. Diese Skala ist nicht auf Stillwein übertragbar: Ein trockener Stillwein liegt grundsätzlich bei höchstens 4 Gramm Restzucker je Liter, während ein als Dry oder Secco bezeichneter Schaumwein 17 bis 32 Gramm enthalten darf. Auch die Wahrnehmung unterscheidet sich – durch Säure und Kohlensäure kann etwa ein Brut mit 10 Gramm Restzucker trockener wirken als ein Stillwein mit demselben Zuckergehalt. Für die Angabe der Zuckerklasse gilt eine Toleranz von 3 Gramm je Liter. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Dosaggio zero · Extra Brut · Brut · Extra Dry · Secco · Demi-Sec · Dolce
Dosaggio zero
Dosaggio zero bezeichnet bei Schaumwein die trockenste Zuckerklasse: weniger als 3 Gramm Restzucker je Liter, wobei nach der zweiten Gärung kein Zucker zugesetzt worden sein darf. Gleichbedeutende zulässige Angaben sind unter anderem Brut Nature, Pas Dosé und Dosage Zéro.
Die Besonderheit liegt damit nicht nur im niedrigen Zuckergehalt, sondern auch im Verzicht auf eine zuckerhaltige Versanddosage. Ein Schaumwein mit weniger als 3 Gramm kann analytisch zugleich in den Bereich Extra Brut fallen; verwendet wird auf dem Etikett jedoch nur eine zulässige Bezeichnung. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Dry
Dry bezeichnet bei Schaumwein die Zuckerklasse von 17 bis 32 Gramm Restzucker je Liter, zwischen Extra Dry und Demi-Sec. Gleichbedeutende zulässige Angaben sind unter anderem trocken, sec, secco und asciutto.
Der Name führt leicht in die Irre, weil ein als Dry bezeichneter Schaumwein deutlich mehr Zucker enthalten darf als ein trockener Stillwein. Die Begriffe gehören zu unterschiedlichen Skalen und lassen sich deshalb nicht über die Wortbedeutung allein vergleichen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Dosage · Extra Dry · Demi-Sec · Secco
Edelfäule
Edelfäule bezeichnet den erwünschten Befall vollreifer Beeren durch Botrytis cinerea. Voraussetzung ist ein Wetter, das nur wenige Regionen bieten: Frühnebel oder die Nähe eines Gewässers liefern die Feuchtigkeit für das Pilzwachstum, warme Nachmittage trocknen die Beeren wieder ab. Der Pilz perforiert mit seinen Enzymen die Beerenhaut. Durch die Löcher verdunstet Wasser, die Inhaltsstoffe konzentrieren sich, und die Beeren schrumpfen bis zum Rosinenstadium. Zugleich verändert er ihre Zusammensetzung: Er verstoffwechselt Zucker, Säure und Stickstoff, verbraucht dabei anteilig mehr Säure als Zucker und gibt Glycerin an die Beere ab. Daraus entsteht das charakteristische Edelfäulebukett mit Noten von Honig, Safran und orientalischer Würze.
Geeignet sind vor allem säurebetonte weiße Rebsorten. In Italien führt das Disciplinare der Orvieto DOC eine eigene Typologie Muffa Nobile für Weine aus botrytisierten Trauben. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Botrytis
Edelstahltank
Der Edelstahltank hat seit den 1970er Jahren Beton und Holz als Standardgefäß verdrängt. Er ist gasdicht, geschmacksneutral, leicht zu reinigen und lässt sich über Kühlmäntel exakt temperieren – die Voraussetzung für kontrollierte Gärung und reduktiven Ausbau.
Was er nicht leistet, ist der Holzeinfluss; zudem ist der Sauerstoffeintrag deutlich geringer als im Fass. Reifen kann ein Wein im Stahl trotzdem – die Vorgänge laufen nur langsamer und ohne Aromen aus dem Holz ab. Für frische, fruchtbetonte Weine ist genau das erwünscht. Wer Holznoten oder eine raschere Entwicklung sucht, greift zu Holz, Ton oder Beton – häufig in Kombination, etwa Gärung im Stahl und anschließender Ausbau im Fass. – SUPERIORE.DE
Eiche
Eiche ist das mit Abstand wichtigste Holz für den Weinausbau: dicht genug, um Flüssigkeit zu halten, und zugleich durchlässig für Sauerstoff. Verwendet werden praktisch nur drei Arten – die europäische Traubeneiche (Quercus petraea) und Stieleiche (Quercus robur) sowie die amerikanische Weißeiche (Quercus alba). Die Stieleiche ist reich an Ellagtanninen und arm an Aromastoffen, die Traubeneiche umgekehrt aromatischer und gerbstoffärmer. Amerikanische Weißeiche enthält etwa zwanzigmal mehr Whiskylacton – auch Eichenlacton genannt – als die europäischen Arten; diese Verbindung ist die Leitsubstanz für den Eichenholzgeschmack und riecht nach Kokosnuss. Verarbeitet wird nur das Kernholz meist über hundertjähriger Bäume, und französische Eiche wird gespalten statt gesägt, damit der Faserverlauf erhalten bleibt und das Fass dicht wird.
Die geläufige Unterscheidung zwischen slawonischer und französischer Eiche ist botanisch ungenau: Slawonische Eiche ist nahezu immer Quercus robur, dieselbe Art, die auch in Frankreich wächst. Für die Holzqualität ist neben der Art vor allem die Bestandsdichte entscheidend, weil enger Stand das Wachstum bremst und die Jahresringe schmaler macht. Aus slawonischer Eiche entstehen traditionell die großen Fässer für Barolo, Brunello und Amarone – gerbstoffstark und aromatisch zurückhaltend, wie es ein mehrjähriger Ausbau ohne Holzprägung verlangt. Vor dem Fassbau lagern die Dauben 18 bis 36 Monate im Freien, bei einzelnen Küfereien bis zu fünf Jahre. Der Feuchtegehalt sinkt dabei von 70 bis 80% auf etwa 14%, aggressive Gerbstoffe werden abgebaut, Aromavorstufen entstehen. Kammergetrocknetes Holz gilt dagegen als grün und harzig. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Toasting · Fass · Großes Holz
Elba Aleatico Passito DOCG
Die Elba Aleatico Passito DOCG – alternativer Name "Aleatico Passito dell'Elba" – ist die DOCG der toskanischen Insel Elba. 1967 als DOC anerkannt und 2011 zur DOCG erhoben, verlangt sie 100% Aleatico als Passito-Süßwein. Das Anbaugebiet umfasst alle Gemeinden der Insel Elba in der Provinz Livorno; die Weinberge liegen zwischen Meereshöhe und 450 Metern.
Charakteristisch ist die traditionelle Antrocknungsmethode: Die Aleatico-Trauben werden nach der Ernte für 10 bis 20 Tage in der Sonne getrocknet – eine typische Praxis des mediterranen Inselweinbaus. Der resultierende Wein zeigt eine tief rubinrote Farbe mit granatroten Reflexen im Alter, ein intensives Aroma nach Kirsche, Pflaume und mediterranen Gewürzen sowie einen süßen, körperreichen Geschmack mit dem für Aleatico typischen Bitterschokoladen-Nachhall. Traditionell wird der Wein zur elbanischen Süßspeise "schiaccia briaca" gereicht. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Eleganz
Eleganz beschreibt einen Wein, der Wirkung ohne Kraftaufwand erzielt. Gemeint ist ein Zusammenspiel aus feiner Textur, klar gezeichneter Frucht und tragender, aber nicht dominanter Säure, bei zurückhaltendem Alkohol und feinkörnigem Gerbstoff. Der Begriff steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu Konzentration und Wucht, ohne deren Gegenteil zu sein: Auch ein dichter Wein kann elegant wirken, wenn seine Komponenten fein gestaffelt sind.
Eleganz ist ein Werturteil, keine messbare Größe – analytisch lässt sie sich nicht bestimmen. In der Verkostungssprache wird sie häufig Weinen aus kühleren Lagen und längeren Vegetationsperioden zugeschrieben, weil dort Säure und Aromatik erhalten bleiben, ohne dass die Reife überschießt. Auch der Ausbau spielt hinein: zurückhaltender Holzeinsatz und langsame Reifung begünstigen den Eindruck. – SUPERIORE.DE
Entrappen
Entrappen, auch Abbeeren oder Rebeln, bezeichnet das Trennen der Beeren vom Stielgerüst, den Rappen. Erledigt wird das von einer Abbeermaschine: Eine Stachelwelle befördert die Trauben gegen ein Lochgitter, das die Beeren von den Kämmen abzupft. Der Grund liegt in den Phenolen der Stiele – sie liefern kantige, adstringierende Gerbstoffe und grüne, krautige Noten, besonders wenn die Stiele nicht ausgereift sind.
Der bewusste Verzicht heißt Ganztraubengärung und gilt nicht mehr als Nachlässigkeit, sondern als Stilentscheidung: Bei ausgereiften Stielen und schonender Behandlung geben die Rappen weniger Gerbstoff ab als die Beeren selbst. Viele Erzeuger bewegen die Maische dann nicht mechanisch, sondern pumpen den Most nur darüber – Extraktion wie bei einem Aufguss. Bei der Ganztraubenpressung bleiben die Trauben ebenfalls ungeteilt; für den Grundwein der Champagne ist sie sogar vorgeschrieben. – SUPERIORE.DE
Entwickelt
Entwickelt beschreibt einen Wein, der seine jugendliche Verschlossenheit hinter sich gelassen hat: Die primäre Frucht tritt zurück, Tertiäraromen wie Leder, Tabak, Trockenfrüchte oder Unterholz treten hervor, Gerbstoff und Säure wirken eingebunden.
Der Begriff sagt nichts über den Zenit aus – ein entwickelter Wein kann auf seinem Höhepunkt stehen oder ihn bereits überschritten haben. Gelegentlich wird er auch für den Zustand nach längerem Luftkontakt im Glas verwendet. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Entwicklung
Entwicklung
Entwicklung bezeichnet die Veränderung eines Weines über die Zeit – vom Abfüllen bis zum Ende seiner Trinkfähigkeit. Sie verläuft in Phasen: Nach einer oft verschlossenen Zeit kurz nach der Füllung öffnet sich der Wein, erreicht ein Plateau und baut schließlich ab. Chemisch stecken dahinter vor allem langsame Oxidation über den Verschluss, die Reaktion der Gerbstoffe untereinander und mit Farbstoffen, von denen ein Teil als Depot ausfällt und die Umwandlung von Primäraromen der Traube in tertiäre Noten.
Wie lange dieser Weg dauert, hängt von Säure, Gerbstoffgehalt, Alkohol und Restzucker ab, dazu von Verschluss und Lagerbedingungen. Kühle, gleichmäßige Temperatur und Dunkelheit verlangsamen die Entwicklung, Wärme und Temperaturschwankungen beschleunigen sie. Verlässlich vorhersagen lässt sie sich nicht: Zwei Flaschen desselben Jahrgangs können nach zwanzig Jahren spürbar unterschiedlich schmecken. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Entwickelt · Trinkreife
Erbaluce di Caluso DOCG
Die Erbaluce di Caluso DOCG – alternativer Name "Caluso DOCG" – ist eine piemontesische Weißwein-Denomination aus dem Canavese im nördlichen Piemont, seit 1967 als DOC anerkannt und 2010 zur DOCG erhoben. Grundlage ist die autochthone Rebsorte Erbaluce (100%), die auf den sandig-kiesigen Moränenhügeln des Canavese ihre stilistische Eigenart entwickelt. Das Anbaugebiet umfasst 37 Gemeinden zwischen Ivrea und Caluso.
Vorgesehen sind vier Typologien: der stille Grundtyp, der Spumante nach Metodo Classico (mindestens 15 Monate auf der Hefe), der Passito (mindestens 36 Monate Reifung) und der Passito Riserva (mindestens 48 Monate). Kennzeichnend für den Erbaluce sind ein strohgelber Farbton mit grünlichen Reflexen, eine ausgeprägte Säurefrische und ein Aroma nach Zitrus, weißer Blüte und weißer Frucht. Der Name "Erbaluce" wird überlieferungsgemäß vom lateinischen "Alba Lux" hergeleitet – belegt ist die Deutung nicht, sie passt aber zum hell schimmernden Farbton der reifen Beeren, den der Savoyer Hofjuwelier Giovan Battista Croce schon im 17. Jahrhundert beschrieb. Alles zum Thema Piemont-Weine. – SUPERIORE.DE
Est! Est!! Est!!! di Montefiascone DOC
Der Est! Est!! Est!!! di Montefiascone DOC ist einer der historischen DOCs Italiens, am 3. März 1966 zeitgleich mit Vernaccia di San Gimignano, Ischia Bianco und Frascati anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst sieben Gemeinden in der Provinz Viterbo am Nordufer des Lago di Bolsena, mit vulkanisch geprägten Böden des Distretto Vulsinico und Höhenlagen bis 500 Metern. Grundlage sind Trebbiano Toscano (Procanico) mit 50-65%, Trebbiano Giallo (Rossetto) mit 25-40% sowie Malvasia Bianca Lunga und/oder Malvasia del Lazio mit 10-20%.
Der ungewöhnliche Name geht auf eine Legende aus dem Jahr 1111 zurück: Der Diener eines deutschen Bischofs soll auf der Suche nach guten Wirtshäusern das Wort "Est" (lateinisch "es gibt") an die Türen geschrieben haben – in Montefiascone gleich dreimal mit sechs Ausrufezeichen. Das Disciplinare kennt drei Typologien: den Grundtyp (auch in Abboccato- und Amabile-Ausführung), den Classico (nur aus Teilen von Montefiascone und Bolsena) sowie den Spumante. Charakteristisch sind ein strohgelber Farbton, ein leicht aromatischer Duft und ein vollmundiger Geschmack mit mandelig-bitterem Nachhall. Alles zum Thema Latium-Weine. – SUPERIORE.DE
Extra Brut
Extra Brut bezeichnet bei Schaumwein einen Restzuckergehalt von 0 bis 6 Gramm je Liter. Der Bereich überschneidet sich bis unter 3 Gramm mit Brut Nature bzw. Dosaggio zero; für diese trockenste Kategorie gilt zusätzlich, dass nach der zweiten Gärung kein Zucker zugesetzt wurde.
Erfüllt ein Schaumwein aufgrund seines Zuckergehalts die Voraussetzungen für zwei Bezeichnungen, darf auf dem Etikett nur eine davon verwendet werden. Extra Brut beschreibt somit die Zuckerklasse, nicht eine bestimmte Herstellungsweise. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Extra Dry
Extra Dry bezeichnet bei Schaumwein einen Restzuckergehalt von 12 bis 17 Gramm je Liter und ist damit süßer als Brut. Gleichbedeutende Bezeichnungen sind unter anderem Extra Trocken bzw. Extra Sec.
Die Benennung ist historisch gewachsen und wirkt aus heutiger Sicht widersprüchlich: "Extra Dry" bedeutet innerhalb der Schaumwein-Skala nicht trockener als Brut. Für die Einordnung ist deshalb der definierte Zuckerbereich entscheidend, nicht die wörtliche Übersetzung. – SUPERIORE.DE
Extrakt, zuckerfrei
Der zuckerfreie Extrakt ist der Gesamtextrakt abzüglich des Restzuckers, angegeben in Gramm je Liter. Er erfasst damit nur jene Bestandteile, die nicht auf Süße zurückgehen: nicht flüchtige Säuren, Glycerin, Farb- und Gerbstoffe, Stickstoffverbindungen und Mineralstoffe.
Eingeführt wurde die Kennzahl, weil der Zuckergehalt vergleichsweise leicht zu beeinflussen ist. Die übrigen Bestandteile hängen von Ertrag und Reife ab, werden aber ebenso durch Vinifikation und Behandlung mitbestimmt. Bei trockenen Weinen liegt der zuckerfreie Extrakt praktisch auf Höhe des Gesamtextrakts; erst bei restsüßen und edelsüßen Weinen unterscheiden sich beide deutlich. In der Weinanalyse dienen beide Werte auch dem Nachweis von Verfälschungen, etwa dem Wässern. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Gesamtextrakt
Falanghina del Sannio DOC
Die Falanghina del Sannio DOC ist eine kampanische Weißwein-Denomination aus der Provinz Benevento, dem antiken Sannio, seit 2011 als eigenständige DOC anerkannt und aus der Sannio DOC (1997) ausgegliedert. Das Anbaugebiet umfasst die gesamten 78 Gemeinden der Provinz Benevento. Grundlage ist die autochthone Rebsorte Falanghina mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in Kampanien zugelassene weiße Rebsorten.
Das Disciplinare gliedert vier Unterzonen mit eigenen Charakterprofilen: Solopaca (Piana Telesina), Guardia Sanframondi bzw. Guardiolo (zentrale Provinz), Taburno (kalksteinreiche Hänge um das gleichnamige Massiv, überlappt mit der Aglianico del Taburno DOCG) und Sant'Agata dei Goti. Typologien reichen vom stillen Grundtyp über Spumante (auch als Metodo Classico), Vendemmia Tardiva bis zum Passito. Prägend für die Falanghina sind ein zart strohgelber Farbton, ein aromatischer Duft nach Zitrus, weißer Blüte und Kräutern sowie ein trockener, mineralischer Geschmack mit ausgeprägter Säurefrische. Alles zum Thema Falanghina-Weine. – SUPERIORE.DE
Fass
Das Fass ist mehr als ein Behälter: Es steuert die Sauerstoffzufuhr und gibt Stoffe an den Wein ab. Durch Poren und Fugen dringt beständig eine kleine Menge Sauerstoff ein, die Gerbstoffe polymerisieren lässt und den Wein weicher macht, ohne ihn zu oxidieren. Gleichzeitig löst der Wein Aroma- und Gerbstoffe aus dem Holz.
Wie stark das ausfällt, hängt am Verhältnis von Oberfläche zu Volumen: Ein kleines Fass hat je Liter mehr Holzkontakt und wirkt deutlicher als ein großes. Aus demselben Grund lässt der Einfluss mit jeder Belegung nach – nach etwa drei bis vier Füllungen gibt das Holz kaum noch Aroma ab und dient vor allem der langsamen Sauerstoffzufuhr. Die gebräuchlichen Größen reichen vom Barrique mit 225 Litern über das Tonneau bis zu den großen Fässern der italienischen Tradition mit mehreren tausend Litern. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Toasting · Eiche · Tonneau · Großes Holz
Fasswein
Fasswein bezeichnet Wein, der nicht als fertig abgefüllte Flaschenware vermarktet wird, sondern in größeren Gebinden transportiert, gehandelt oder ausgeschenkt wird. Dazu zählen heute vor allem Tanks, Tankcontainer, Zisternen und Bag-in-Box-Systeme; historisch spielten Holzfässer und Damigiane eine größere Rolle. "Fasswein" beschreibt damit in erster Linie die Vermarktungs- und Transportform, nicht eine rechtliche Qualitätsstufe. Je nach Herkunft und jeweiligem Regelwerk können Weine unterschiedlicher Kategorien als lose Ware bewegt werden; bei einzelnen geschützten Herkunftsbezeichnungen bestehen jedoch Vorgaben zum Abfüllen oder zur Abfüllregion.
Fasswein wird sowohl zwischen Erzeugern, Kellereien und Abfüllbetrieben gehandelt als auch direkt offen an Verbraucher ausgeschenkt oder verkauft. In Italien begegnet man dafür häufig der Bezeichnung vino sfuso; vino della casa bezeichnet dagegen den Hauswein eines gastronomischen Betriebs und ist nicht zwingend identisch mit Fasswein. Historisch war der Verkauf loser Weine für viele europäische Weinregionen von großer wirtschaftlicher Bedeutung, bevor die Vermarktung in der Erzeugerflasche stark zunahm. – SUPERIORE.DE
Fiano di Avellino DOCG
Fiano di Avellino ist die Weißwein-DOCG der Irpinia, dem Bergland Kampaniens rund um die Provinzhauptstadt Avellino. Die DOC wurde 1978 anerkannt, die DOCG folgte 2003. Sie umfasst 26 Gemeinden auf einer Mischung aus Kalk-, Ton- und vulkanischen Böden. Rebsortenbasis ist die autochthone Fiano-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um höchstens 15% Greco, Coda di Volpe oder Trebbiano Toscano. Der historische Name Apianum, der auf die antike Vitis Apiana zurückgeht, ist als Etikettenzusatz zulässig.
Die Reblagen liegen bis zu 600 Meter hoch, mit ausgeprägten Tag-Nacht-Temperaturschwankungen, die Säure und Duft bewahren. So entsteht ein trockener Weißwein von blassem Strohgelb, mit feiner Aromatik zwischen weißen Blüten, gelber Frucht und einer typisch mineralisch-rauchigen Note aus dem vulkanischen Untergrund. Mit den Jahren gewinnt Fiano di Avellino an Tiefe, entwickelt Honig-, Nuss- und Kräutertöne und zählt damit zu den italienischen Weißweinen mit ernstem Reifepotenzial. Alles zum Thema Fiano-Weine. – SUPERIORE.DE
Filtration
Filtration bezeichnet das Abtrennen von Trübstoffen, damit der Wein klar in die Flasche kommt und mikrobiologisch stabil bleibt. Sie kann mehrfach erfolgen: nach dem Pressen, nach der Gärung und unmittelbar vor der Abfüllung. Unterschieden werden zwei Prinzipien. Bei der Tiefenfiltration bleiben die Partikel im Filtermedium selbst hängen – so arbeiten der verbreitete Schichtenfilter aus Cellulose und die Anschwemmfiltration mit Kieselgur, einem geschmacksneutralen Gesteinsmehl, das dem Wein zugesetzt wird und sich als filternde Schicht anlagert. Bei der Membranfiltration werden die Partikel an der Oberfläche zurückgehalten; eine Sonderform ist die Crossflow-Filtration, bei der der Wein quer an der Membran entlangströmt, statt durch sie hindurchgepresst zu werden. Membrankerzen mit 0,45 bis 0,6 Mikrometer dienen bei der Abfüllung nur als Sicherheit – klären müssen die vorherigen Stufen.
Der Hinweis "unfiltriert" auf dem Etikett hat sich in den vergangenen Jahren verbreitet. Er setzt einen längeren Ausbau voraus, in dem sich die Trubstoffe von selbst absetzen und über mehrere Abstiche entfernt werden – schonender, aber aufwendiger. In der Flasche bildet sich dann in der Regel mehr Depot. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Schönung · Stabilisierung · Abstich
Finale
→ Siehe Abgang
Flaschenreife
Flaschenreife bezeichnet die Veränderung des Weines nach der Abfüllung. Zwei Vorgänge laufen dabei nebeneinander. Der eine braucht keinen Sauerstoff: Alkohol und Säuren reagieren langsam zu Estern, was fruchtige Nuancen hervorbringt. Der andere ist eine langsame Reaktion mit der geringen Menge Sauerstoff, die beim Abfüllen im Wein gelöst bleibt und später über den Verschluss hinzukommt. Daneben laufen weitere Umsetzungen ab, aus denen die Tertiäraromen von Leder, Tabak und Unterholz hervorgehen.
Wie viel Sauerstoff nachströmt, misst die Sauerstoffdurchlässigkeit des Verschlusses, in der Fachsprache OTR. Bei Naturkork dringt der Sauerstoff vor allem zwischen Korken und Flaschenhals ein, und die Werte streuen von Korken zu Korken stark – daher die bekannten Unterschiede zwischen zwei Flaschen desselben Jahrgangs. Schraubverschlüsse lassen sich über die Dichteinlage auf eine definierte Durchlässigkeit einstellen, die je nach Ausführung höher oder niedriger liegen kann. Beide Richtungen haben ihren Preis: Zu viel Sauerstoff lässt einen Wein vorzeitig altern, zu wenig erhöht das Risiko reduktiver Noten in der Flasche. – SUPERIORE.DE
Frascati Superiore DOCG
Frascati Superiore ist die Weißwein-Spitze der antiken Frascati-Zone in den Albaner Bergen südöstlich von Rom. Aus der 1966 anerkannten Frascati DOC, einer der ältesten Italiens, wurde 2011 die Superiore-Version als eigenständige DOCG herausgelöst, während die DOC für die Basisversion bestehen blieb. Das Anbaugebiet liegt in der Provinz Rom auf den vulkanischen Böden der Colli Albani und umfasst die Gemeinden Frascati, Grottaferrata und Monte Porzio Catone sowie Teile Roms und Montecompatris. Rebsortenbasis sind Malvasia bianca di Candia und Malvasia del Lazio mit mindestens 70%, ergänzt um bis zu 30% Trebbiano, Greco, Bellone oder Bombino bianco.
Die Erhebung zur DOCG bringt engere Grenzen: niedrigere Erträge, höhere Reife und ein Mindestalkohol von 12% (Riserva 13%). Die Riserva reift mindestens zwölf Monate, davon drei in der Flasche. Auf den vulkanischen Böden der Colli Albani zeigt die Malvasia ihr aromatisches Register: strohgelbe Farbe, ein Bouquet aus weißen Blüten und gelber Frucht mit typisch feiner Mandelnote und weicher, saftiger Struktur am Gaumen. So gibt die DOCG dem römischen Klassiker seine reife Form. Alles zum Thema Latium-Weine. – SUPERIORE.DE
Frische
Frische beschreibt den Eindruck von Lebendigkeit und Spannung, den vor allem die Säure eines Weines erzeugt. Sie ist kein Aroma, sondern eine Wirkung: Der Wein wirkt klar konturiert, der Gaumen bleibt beweglich, der Schluck lädt zum nächsten ein. Neben der Säure tragen niedriger pH-Wert, moderater Alkohol und gelöstes Kohlendioxid dazu bei, das in geringen Mengen auch in Stillweinen vorkommt.
Frische ist damit weniger eine Frage der Jugend als der Struktur. Ein zwanzig Jahre alter Wein kann frisch wirken, wenn seine Säure erhalten geblieben ist, während ein junger Wein aus überreifen Trauben schwerfällig erscheint. Im Weinberg entscheidet vor allem der Lesezeitpunkt darüber, weil die Säure mit fortschreitender Reife abnimmt. – SUPERIORE.DE
Friuli Colli Orientali DOC
Die Friuli Colli Orientali DOC – historisch auch "Colli Orientali del Friuli" genannt – ist eine friaulische Denomination in der östlichen Provinz Udine, an der Grenze zu Slowenien. Sie umfasst 19 Gemeinden rund um Cividale del Friuli (im Römerreich Forum Julii), eine der flächenmäßig größten Denominationen Friauls. Die Böden bestehen aus dem "Flysch di Cormòns" – im Friaulischen "Ponca" genannt –, einer Wechselschicht aus Mergel und Sandstein, deren leichte Erodierbarkeit den Terrassenweinbau erforderlich machte.
Erlaubt ist eine große Bandbreite an Rebsortenweinen: weiß etwa Friulano, Ribolla Gialla, Pinot Grigio, Pinot Bianco, Chardonnay, Sauvignon, Verduzzo Friulano, Riesling Renano oder Malvasia Istriana; rot Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Nero sowie die autochthonen Refosco, Pignolo, Schioppettino und Tazzelenghe. Anders als beim Collio spielen Rot- und Süßweine hier eine größere Rolle – dazu passt, dass die drei DOCGs Ramandolo, Colli Orientali del Friuli Picolit und Rosazzo aus dem Gebiet der DOC ausgegliedert wurden. Stilistisch stehen die Weißweine typischerweise für eine mineralisch-salzige Frische mit gutem Reifepotenzial, während die autochthonen Rotweine würzig-kräuterige Aromatik und markante Tannine zeigen. Alles zum Thema Friaul-Weine. – SUPERIORE.DE
Frizzante
Frizzante ist eine eigenständige EU-Weinkategorie zwischen Stillwein und Schaumwein, gekennzeichnet durch einen niedrigen, aber wahrnehmbaren Kohlensäuredruck. Rechtsgrundlage ist die EU-Verordnung 1308/2013, Anhang VII, Teil II, Nr. 8. Der Überdruck muss zwischen 1 und 2,5 bar bei 20°C liegen, deutlich unter der 3,5-bar-Grenze des Qualitätsschaumweins. Der Gesamtalkohol beträgt mindestens 9% vol; das Kohlendioxid darf sowohl aus der natürlichen Gärung stammen als auch aus einer geregelten zweiten Gärung.
Hergestellt wird der Frizzante meist im Metodo Martinotti-Charmat mit kürzerer Reifezeit als beim Spumante, in wenigen Fällen auch nach der Metodo Ancestrale mit Flaschengärung. Sensorisch resultiert daraus eine feinere, weniger persistente Perlage als beim Schaumwein. Zu den bekanntesten italienischen Frizzanti zählen die Lambrusco-Denominationen der Emilia-Romagna, der Prosecco Frizzante DOC, der Bonarda dell'Oltrepò Pavese und der Moscato d'Asti DOCG. Aufgrund des geringeren Drucks müssen Frizzanti nicht mit Pilzkorken und Agraffe abgefüllt werden; üblich sind stattdessen der traditionelle Tappo raso mit Kordelsicherung oder der Schraubverschluss, seltener der Kronenkorken. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Frucht
Frucht bezeichnet die Gesamtheit der Aromen, die an frische, gekochte oder getrocknete Früchte erinnern – von Zitrus und Apfel über Steinobst und rote Beeren bis zu Dörrpflaume und Feige. Sie ist der sichtbarste Teil des Aromabildes und stammt teils aus der Traube selbst, teils entsteht sie erst bei der Gärung durch die Hefen.
Fachlich wird zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiäraromen unterschieden: Primäraromen bringt die Rebsorte mit, Sekundäraromen entstehen bei Gärung und Ausbau, Tertiäraromen bei der Flaschenreife. Die Frucht gehört überwiegend zur ersten Gruppe und tritt mit den Jahren zurück, während würzige und erdige Noten hervortreten. Ihre Ausprägung hängt an Rebsorte, Reifegrad und Klima – kühlere Lagen bringen eher helle, säurebetonte Fruchtnoten hervor, wärmere eher dunkle und kompottartige. – SUPERIORE.DE
Gallo Nero
Gallo Nero (italienisch für schwarzer Hahn) ist das historische Erkennungszeichen des Chianti Classico und heute die eingetragene Marke des Consorzio Vino Chianti Classico. Das Symbol geht auf das Wappen der Lega del Chianti zurück, jenes politisch-militärischen Bündnisses, das 1384 von der Repubblica del Marzocco (Florenz) in antisienesischer Ausrichtung gegründet wurde und die drei Chianti-Gemeinden Castellina, Gaiole und Radda unter einheitlicher Verwaltung zusammenfasste.
Der Legende nach entschied ein Hahnenschrei-Wettlauf die Grenze zwischen Florenz und Siena: Beide Städte schickten je einen Ritter aus, sobald der Hahn ihres Palazzos krähte, und die Grenze wurde dort gezogen, wo sich die Reiter trafen. Florenz nahm einen schwarzen Hahn und ließ ihn hungern; er krähte deutlich vor dem sattgefressenen weißen Hahn Sienas, der Florentiner Ritter startete früher und legte den weiteren Weg zurück. So kam der Großteil der heutigen Chianti-Classico-Zone in florentinische Hand. Heute ziert der schwarze Hahn im roten Ring die Halskrause jeder Chianti-Classico-DOCG-Flasche und weist die Herkunft aus der historischen Kernzone zwischen Florenz und Siena aus. Alles zum Thema Chianti-Weine und zur Spitzenkategorie Chianti-Classico-Gran-Selezione. – SUPERIORE.DE
Gattinara DOCG
Gattinara ist eine kleine, historisch bedeutende Rotwein-DOCG des Alto Piemonte, am Fuße des Monte Rosa im äußersten Nordosten der Region. Das Anbaugebiet beschränkt sich auf die einzige Gemeinde Gattinara in der Provinz Vercelli, mit Reblagen zwischen 250 und 550 Metern auf porphyrischen Vulkanböden. Rebsortenbasis ist der Nebbiolo mit 90 bis 100%, hier lokal Spanna genannt, ergänzt um höchstens 10% Vespolina und/oder Uva Rara (Bonarda di Gattinara). 1967 als DOC anerkannt, wurde Gattinara 1990 zur DOCG erhoben.
Auf den mineralstoffreichen Vulkanböden entwickelt der Spanna eine eigenständige Handschrift: helle Granatfarbe mit orangefarbenen Reflexen bei Reife, feine Nase von Rose, Veilchen, roten Früchten und Gewürzen, dazu eine typische bittere Note am Gaumen. Die Reifevorgaben zählen zu den strengsten für Nebbiolo in Italien: 35 Monate für den Grundtyp, davon 24 im Holz; 47 Monate für die Riserva, davon 36 im Holz. So zeigt der Nebbiolo hier eine andere Seite als in Barolo oder Barbaresco: schlanker, mineralischer, mit ausgesprochen langem Reifepotenzial. Alles zum Thema Nebbiolo-Weine. – SUPERIORE.DE
Gereift
Gereift beschreibt einen Wein, der eine längere Zeit in Fass oder Flasche hinter sich hat und dessen Veränderung wahrnehmbar ist. Anders als entwickelt, das den Zustand im Glas benennt, verweist gereift auf den zurückgelegten Weg – auf Zeit, nicht auf einen Befund.
Im Handel bezeichnet der Begriff zudem Jahrgänge, die bereits einen Teil ihrer Reifezeit beim Erzeuger oder Händler verbracht haben. Über Qualität sagt er nichts: Ein gereifter Wein kann vor oder auf seinem Höhepunkt stehen oder auch darüber hinaus sein. – SUPERIORE.DE
Gesamtextrakt
Der Gesamtextrakt, auch Trockenextrakt, umfasst alle nicht flüchtigen Bestandteile eines Weines – das, was nach dem Verdampfen von Wasser und Alkohol zurückbleibt: nicht flüchtige Säuren, Glycerin, Farb- und Gerbstoffe, Stickstoffverbindungen, Mineralstoffe und der Restzucker. Angegeben wird der Wert in Gramm je Liter.
Er ist eine der aussagekräftigsten Kennzahlen für die Substanz eines Weines. Hohe Werte gehen meist auf reife Trauben, niedrige Erträge und längere Standzeit auf der Maische zurück; sensorisch zeigen sie sich als Dichte, Mundfülle und langer Nachhall. Bei trockenen Weinen fällt der Gesamtextrakt praktisch mit dem zuckerfreien Extrakt zusammen, weil kaum Restzucker vorhanden ist – erst bei restsüßen und edelsüßen Weinen gehen beide Werte deutlich auseinander. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Extrakt, zuckerfrei
Ghemme DOCG
Die Ghemme DOCG ist eine kleine, aber ikonische piemontesische Denomination aus dem Alto Piemonte in der Provinz Novara, seit 1997 zur DOCG erhoben. Das Anbaugebiet umfasst nur den Ort Ghemme und Teile von Romagnano Sesia – eine der kleinsten DOCGs Italiens. Grundlage ist der Nebbiolo (lokal "Spanna" genannt) mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% Vespolina und/oder Uva Rara (Bonarda Novarese) auf sandig-tonig-kiesigen Moränenböden zwischen 220 und 400 Metern Höhe.
Die Denomination gliedert sich in zwei Typologien: den Grundtyp (mindestens 34 Monate Reifung, davon mindestens 18 Monate im Holz, mindestens 12% vol) und die Riserva (mindestens 46 Monate, davon 24 im Holz, mindestens 12,5% vol). Beide können mit dem Zusatz "Vigna" versehen werden. Charakteristisch für den Ghemme sind ein rubinroter Farbton mit granatroten Reflexen im Alter, ein ätherisches Bouquet nach Veilchen, roten Früchten und Gewürzen sowie ein trockener, säurebetonter Geschmack mit mandelig-bitterem Nachhall – Merkmale, die den Ghemme als eigenständige nördliche Ausprägung des Nebbiolo neben Gattinara und Barolo positionieren. Alles zum Thema Nebbiolo-Weine. – SUPERIORE.DE
Governo all'uso toscano
Governo all'uso toscano ist eine traditionelle toskanische Vinifikationstechnik, bei der ein bereits vergorener junger Wein durch die Zugabe leicht angetrockneter Trauben oder daraus stammender Bestandteile erneut langsam in Gärung gebracht wird. Die Methode ist älter als die moderne Chianti-Systematik und wurde im 19. Jahrhundert eng mit Bettino Ricasolis Arbeiten am Chianti-Stil verbunden. Seine Versuche und Schriften trugen dazu bei, Rebsortenwahl und Vinifikation des Chianti zu ordnen; die historische Entwicklung lässt sich jedoch nicht auf eine einzige Jahreszahl oder ein starres Rezept reduzieren.
Das aktuelle Disciplinare des Chianti DOCG beschreibt den Governo als langsame Refermentation des frisch abgestochenen Weins mit leicht angetrockneten Trauben der zugelassenen Rebsorten. Die zusätzliche Gärung kann den Wein runder, fruchtbetonter und früher zugänglich wirken lassen; ihr konkreter Effekt hängt von Trauben, Trocknung, Menge und Gärungsverlauf ab. Heute wird Governo deutlich seltener eingesetzt als früher, bleibt aber als traditionelle önologische Praxis mit der Geschichte des Chianti verbunden. – SUPERIORE.DE
Gran Selezione
→ Siehe Chianti Classico Gran Selezione DOCG
Grappa
Grappa ist Italiens klassischer Tresterbrand und seit 1989 als geographische Angabe auf EU-Ebene geschützt: Nur Destillate aus italienischen Trestern, in italienischen Brennereien gebrannt, dürfen den Namen tragen. Der Mindestalkohol beträgt 37,5% vol, Marktstandard sind 40%, hochwertige Grappe liegen häufig bei 43 bis 50%. Die traditionelle diskontinuierliche Destillation im Wasserbad oder mit direktem Dampf bewahrt die Aromatik der Trester am schonendsten; die kontinuierliche Kolonnendestillation gilt als effizientere, industriellere Variante.
Grappa lässt sich nach mehreren Achsen unterscheiden. Bei der Rebsatzbasis reicht das Spektrum vom klassischen Verschnitt aus verschiedenen Trestern bis zur sortenreinen Monovitigno-Grappa, einer Kategorie, die 1973 von der friulanischen Brennerei Nonino begründet wurde. Bei der Reife unterscheidet man kristallklare Grappa ohne Holzkontakt, affinata mit einigen Monaten Fassreife, invecchiata mit mindestens zwölf Monaten Holz und stravecchia mit mindestens achtzehn Monaten. Bei der Ausprägung: rein, aromatisiert oder mit Kräutern und Beeren versetzt. So spannt sich der Bogen vom kristallklaren, sortenreinen Digestif bis zur bernsteingelben Barrique-Reserve. Alles zum Thema Grappa. – SUPERIORE.DE
Grasig
Grasig beschreibt grüne, krautige Duftnoten, die an frisch geschnittenes Gras, grüne Paprika, Spargel oder Brennnessel erinnern. Dahinter stehen zwei verschiedene Stoffgruppen. Die Paprikanote geht auf Methoxypyrazine zurück, die in Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Carmenère natürlich vorkommen; die Note nach frisch geschnittenem Gras stammt dagegen überwiegend von Verbindungen, die beim Verletzen von Blättern und Stielen entstehen. Die Methoxypyrazine reichern sich in Beerenhaut, Kernen und Stielen zwischen Fruchtansatz und Véraison an und bauen sich danach unter Lichteinwirkung wieder ab – beschattete Trauben behalten deutlich mehr davon als besonnte. Über Laubwandarbeit und Lesezeitpunkt lässt sich der Gehalt daher steuern.
Ob der Eindruck sortentypisch wirkt oder auf unvollständige Reife deutet, hängt vom Wein ab: Beim Sauvignon Blanc gehört er zum Bild, bei einem kräftigen Rotwein wird er meist als Mangel gelesen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Grün
Großes Holz
Als großes Holz werden Fässer ab etwa 1.000 Litern bezeichnet, in der italienischen Tradition botti; gebräuchlich sind 2.500 bis 5.000 Liter, große Exemplare fassen ein Vielfaches davon. Verwendet werden slawonische und französische Eiche, in der Toskana teils auch Kastanie. Weil die Dauben fünf bis sieben Zentimeter stark sind, lassen sie sich nicht über Feuer biegen – geformt wird mit Wasserdampf, und geröstet wird gar nicht oder nur schwach.
Genau darin liegt der Zweck. Das Verhältnis von Holzoberfläche zu Weinmenge ist gering, die Sauerstoffzufuhr entsprechend langsam, das Holz gibt kaum Aroma ab. Alte Fässer bilden innen eine Weinsteinschicht, die sie nahezu inert macht – von traditionellen Erzeugern ausdrücklich geschätzt. Ein großes Fass hält Jahrzehnte, weil es innen abgehobelt und einzelne Dauben ersetzt werden können. Barolo, Barbaresco, Brunello und Amarone reifen traditionell in solchen Gebinden. – SUPERIORE.DE
Grün
Grün bezeichnet in der Verkostung Eindrücke, die auf unvollständige Reife zurückgehen – und meint dabei drei verschiedene Dinge. Grüne Aromen nach Paprika, Gras oder Spargel stammen von Methoxypyrazinen, die sich erst unter Lichteinwirkung abbauen. Grüne Säure entsteht, wenn zu viel Äpfelsäure übrig bleibt: Sie wird während der Reife veratmet, besonders in warmen Nächten, und wirkt spitz statt frisch, solange sie überwiegt. Grüne Tannine kommen aus unreifen Kernen, die erst spät verholzen und sich dabei von grün nach braun verfärben; sie schmecken hart und bitter statt körnig.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Zuckerreife und phenolischer Reife, die nicht zwingend zusammenfallen: In warmen Jahren erreichen die Beeren hohe Mostgewichte, bevor Kerne und Schalen ausgereift sind. Der Winzer prüft deshalb nicht allein die Analysewerte, sondern zerbeißt Kerne und Schalen. Kellertechnisch lässt sich grüne Säure über den biologischen Säureabbau mildern, bei dem Äpfelsäure in die weichere Milchsäure umgewandelt wird; grüne Aromen und grüne Tannine bleiben dagegen im Wein. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Grasig
Gärung
Gärung bezeichnet die Umwandlung des Traubenzuckers in Alkohol und Kohlendioxid durch Hefen. Ohne Zusatz meint der Begriff im Weinbau immer die alkoholische Gärung; der biologische Säureabbau, oft malolaktische Gärung genannt, ist ein anderer Vorgang und wird von Bakterien geleistet, nicht von Hefen.
Dabei entsteht mehr als Alkohol: Wärme, Glycerin und die Sekundäraromen aus Estern und höheren Alkoholen, die jedem Wein seinen weinigen Grundton geben. Deshalb ist die Temperatur der wichtigste Stellhebel. Weißweine gären kühl, damit flüchtige Aromen erhalten bleiben, Rotweine wärmer, weil sich Farbe und Gerbstoff dann besser aus den Schalen lösen. Die Gärung endet, wenn der Zucker aufgebraucht ist, wenn der steigende Alkohol die Hefen hemmt – oder wenn der Erzeuger sie gezielt unterbricht, um Restzucker zu erhalten. – SUPERIORE.DE
Halbtrocken
Halbtrocken bezeichnet je nach Weinart unterschiedliche Zuckerbereiche. Beim Stillwein sind höchstens 12 Gramm Restzucker je Liter zulässig oder 18 Gramm, wenn die Gesamtsäure höchstens 10 Gramm je Liter niedriger ist als der Restzucker.
Beim Schaumwein steht halbtrocken dagegen für 32 bis 50 Gramm je Liter; die entsprechenden Begriffe sind demi-sec und abboccato. Wie bei trocken sagt die Bezeichnung daher nur innerhalb der jeweiligen Weinart etwas Eindeutiges aus. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Abboccato · Demi-Sec · Trocken · Restzucker
Hyperoxidation
Hyperoxidation bezeichnet die absichtliche Sättigung von Weißmost mit Sauerstoff vor der Gärung. Das wirkt widersinnig, weil Sauerstoff sonst als Feind des Weißweins gilt – der Mechanismus beruht aber auf einem Unterschied zwischen Most und Wein. Im Most läuft die Oxidation enzymatisch ab, ausgelöst von traubeneigenen Polyphenoloxidasen. Die dabei entstehenden Zwischenprodukte verbinden sich zu größeren Molekülen, die sich nicht mehr lösen und ausflocken. Genau darauf zielt das Verfahren: Die oxidationsempfindlichen Phenole werden vorweg umgesetzt und lassen sich anschließend abtrennen.
Der gebräunte Most wird deshalb bei der Vorklärung von den ausgeflockten Phenolen befreit – filtriert zeigt er wieder seine normale grüngelbe Farbe. Was dabei entfernt wurde, steht dem fertigen Wein nicht mehr als Angriffsfläche für Sauerstoff zur Verfügung: Er altert langsamer und bräunt weniger. Damit die Oxidasen arbeiten können, darf vorher nicht geschwefelt werden. Das Verfahren wirkt nicht bei allen Sorten gleich – für Chardonnay ist ein Qualitätsgewinn dokumentiert, bei Sorten, deren Moste schon nach dem Pressen weitgehend oxidiert sind, ändert es nichts. – SUPERIORE.DE
IGP
IGP (Indicazione Geografica Protetta) ist der EU-rechtliche Dachbegriff für Erzeugnisse mit geschützter geografischer Angabe und die italienische Entsprechung des europäischen Kürzels PGI (Protected Geographical Indication). Er gilt sowohl für Weine als auch für Lebensmittel und unterscheidet sich von DOP durch geringere Bindungstiefe: Während bei DOP alle Produktions- und Verarbeitungsstufen in der geografischen Zone erfolgen müssen, verlangt IGP lediglich, dass 85% der Trauben aus dem betreffenden Gebiet stammen und dass die Weinbereitung dort stattfindet.
Bei Wein wurde IGP 2010 im Zuge der Reform der gemeinsamen EU-Marktordnung eingeführt und deckt die nationale italienische Klassifikation IGT auf europäischer Ebene ab; auf den Etiketten dominiert weiterhin das italienische Kürzel IGT. Bei Lebensmitteln existiert IGP bereits seit 1992 und deckt eine breite Auswahl italienischer Klassiker ab, darunter Mortadella Bologna, Bresaola della Valtellina, Radicchio Rosso di Treviso, Limone di Sorrento, Nocciola del Piemonte, der geschützte aromatisierte Wein Vermouth di Torino sowie zahlreiche regionale Olivenöle. – SUPERIORE.DE
IGT
IGT (Indicazione Geografica Tipica) ist die dritte italienische Weinklassifikationsstufe unterhalb von DOC und DOCG und über der heutigen Stufe Vino (früher: Vino da Tavola). Sie wurde 1992 durch die Legge Goria (Gesetz Nr. 164) eingeführt, um Weine mit klarer geographischer Herkunft, aber flexibleren Vorgaben bei Rebsorten und Anbaumethoden abzudecken. IGT-Weine müssen mindestens 85% ihrer Trauben aus dem angegebenen Gebiet beziehen; die Regeln zu erlaubten Sorten, Erträgen und Vinifizierung sind deutlich lockerer als bei DOC oder DOCG.
Historische Beispiele für den Bedarf nach flexibleren Herkunftskategorien waren die Super Tuscans der 1970er und 1980er Jahre – toskanische Weine höchster Qualität, die Cabernet Sauvignon, Merlot oder andere internationale Rebsorten außerhalb der DOC-Vorgaben verwendeten und deshalb bis 1992 nur als Vino da Tavola abgefüllt werden konnten. Ikonen wie Sassicaia, Tignanello oder Ornellaia fanden mit IGT einen angemessenen legalen Rahmen; Sassicaia erhielt später sogar eine eigene DOC-Kategorie. Aktuell führt Italien über 100 IGT-Zonen, mit Toscana IGT als international bekanntester Ausprägung. Seit 2010 sind IGT-Weine EU-rechtlich als IGP (Indicazione Geografica Protetta) klassifiziert. Siehe auch: IGP. – SUPERIORE.DE
Imbottigliato all'origine
Imbottigliato all'origine ist eine geschützte Etikettangabe bei italienischen DOP- und IGP-Weinen, die einen engen Zusammenhang zwischen Erzeugung und Abfüllung kennzeichnet. Rechtsgrundlage sind die delegierte EU-Verordnung 2019/33 zur Kennzeichnung von Weinerzeugnissen und das italienische Ministerialdekret vom 23. Dezember 2009. Die bloße Abfüllung innerhalb der geschützten Zone oder ihrer unmittelbaren Umgebung genügt für diese Angabe nicht; entscheidend ist der gesetzlich definierte Zusammenhang zwischen Erzeuger beziehungsweise Produktionsbetrieb und Abfüllung.
Die Angabe dokumentiert damit einen engen räumlichen und produktionslogischen Zusammenhang zwischen Traubenerzeugung, Vinifikation und Abfüllung, ohne selbst ein rechtlich definierter Qualitätsnachweis zu sein. Als strengere Variante existiert der Zusatz integralmente prodotto: Er darf nur verwendet werden, wenn die Trauben ausschließlich aus dem eigenen Weinberg des Betriebs stammen und im selben Betrieb vinifiziert wurden. – SUPERIORE.DE
Inertgas
Inertgas ist ein chemischer Begriff und bezeichnet ein Gas, das unter den gegebenen Bedingungen nicht mit anderen Stoffen reagiert. Im Keller trifft das auf Stickstoff und Argon zu.
Er ist nicht deckungsgleich mit Schutzgas, das die Funktion benennt: den Sauerstoff über der Weinoberfläche zu verdrängen. Kohlendioxid erfüllt diese Funktion ebenfalls und gilt deshalb als Schutzgas, ist aber kein Inertgas – es löst sich im Wein und kann das Mundgefühl beeinflussen. Jedes im Keller verwendete Inertgas ist also ein Schutzgas, aber nicht jedes Schutzgas ein Inertgas. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Schutzgas · Reduktiv
Jahrgang
Jahrgang bezeichnet das Erntejahr der Trauben und damit den vollständigen Vegetationszyklus einer Weinbereitung. Als Etikettangabe ist er fakultativ, nach EU-Weinrecht aber nur zulässig, wenn mindestens 85% der Trauben aus dem angegebenen Jahr stammen; die restlichen 15% dürfen aus anderen Jahrgängen ergänzt werden. Bei italienischen DOP- und IGP-Weinen ist die Angabe üblich und kann unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Weinen ohne DOP oder IGP verwendet werden.
Der Jahrgang zählt zu den Kernfaktoren der Weinqualität, weil Witterung und Klima während des Vegetationszyklus Reifegrad, Säure, Alkohol und Aromenprofil unmittelbar prägen. Nicht jeder Wein ist jedoch ein Jahrgangswein: Sherry aus Andalusien reift traditionell im Solera-System aus mehreren Jahrgängen, und viele Champagner sind bewusst als Multi-Vintage-Cuvées konzipiert, um einen konstanten Hausstil zu bewahren. Bei italienischen Schaumweinen mit strenger Jahrgangsherkunft spricht man vom Millesimato. – SUPERIORE.DE
Jugendlich
Jugendlich beschreibt einen Wein, bei dem die Primäraromen der Traube das Bild bestimmen: frische Frucht, klare Farbe mit violettem Rand bei Rotweinen, oft noch kantiger Gerbstoff und spürbare Säure.
Der Begriff bezieht sich auf den Zustand, nicht auf das Alter – ein tanninreicher Rotwein kann auch nach zehn Jahren jugendlich wirken, während ein leichter Weißwein diese Phase in wenigen Monaten verlässt. – SUPERIORE.DE
Kaltmazeration
Kaltmazeration bezeichnet eine Maischestandzeit vor der Gärung bei niedriger Temperatur. Die Maische wird gekühlt und einige Tage stehen gelassen, bevor die Hefen zu arbeiten beginnen.
Der Zweck folgt aus dem Löslichkeitsverhalten der Inhaltsstoffe: Farbstoffe lösen sich bereits in der wässrigen Phase, Gerbstoffe aus den Kernen brauchen dagegen Alkohol. Extraktionsversuche zeigen beides deutlich – die Ausbeute steigt sowohl mit der Temperatur als auch mit dem Alkoholgehalt, wobei Catechine aus den Kernen erst in Anwesenheit von Alkohol übergehen. In der kühlen, alkoholfreien Phase gelangen also Farbe und Aromen in den Most, ohne dass die kantigen Kerngerbstoffe mitkommen. Die Kälte hält zugleich die Hefen zurück, bis die gewünschte Extraktion erreicht ist. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Maischestandzeit · Thermovinifikation
Kleines Fass
Als kleines Fass gelten Holzfässer bis etwa 600 Liter – im Unterschied zum großen Holz, das bei tausend Litern beginnt. Der Begriff bezeichnet eine Größenordnung, keine geregelte Kategorie: Er umfasst das Barrique mit 225 Litern ebenso wie das Tonneau, das Caratello und regionale Formate.
Gemeinsam ist ihnen die Wirkung. Je Liter Wein steht viel Holzoberfläche zur Verfügung, entsprechend deutlich fallen Aromaabgabe und Sauerstoffzufuhr aus. Wer von kleinem Holz spricht, meint deshalb meist nicht die Größe, sondern die Handschrift: mehr Röst- und Vanillenoten, raschere Reifung. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Barrique · Tonneau · Caratello · Großes Holz · Fass
Kohlensäuremaischung
Die Kohlensäuremaischung (französisch macération carbonique) ist ein Vinifikationsverfahren, bei dem ganze, möglichst unverletzte Trauben für einige Tage in einen geschlossenen Behälter mit kohlendioxidreicher Atmosphäre gegeben werden. In den intakten Beeren setzt ein intrazellulärer Stoffwechsel ein, bei dem unter anderem eine geringe Menge Alkohol entsteht. Nach der Mazeration werden die Trauben zerquetscht und gepresst; der abgetrennte Most gärt anschließend ohne feste Traubenbestandteile weiter. Bei der sogenannten Semi-Kohlensäuremaischung entsteht ein Teil des Kohlendioxids durch die Gärung zerdrückter Beeren im unteren Bereich des Behälters.
Das Verfahren zielt auf geschmeidige, frische und weniger säurebetonte Rot- oder Roséweine mit ausgeprägter Frucht und vergleichsweise sanften Tanninen. Je nach Traube und Durchführung können charakteristische fruchtige und esterartige Aromen entstehen. Bekannt ist die Methode besonders aus dem Beaujolais, wird aber auch in vielen anderen Regionen eingesetzt. In Italien ist sie für Vino Novello relevant: Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen mindestens 40% des Weins durch Gärung mit Kohlensäuremaischung ganzer Trauben gewonnen werden; sofern das jeweilige Disciplinare keinen späteren Termin vorsieht, darf Novello ab dem 30. Oktober des Erntejahres in Verkehr gebracht werden. – SUPERIORE.DE
Komplexität
Komplexität bezeichnet die Zahl und Verwobenheit der Ebenen, die ein Wein zeigt – im Duft, am Gaumen und im Verlauf. Fachlich lassen sich drei Quellen unterscheiden: Primäraromen bringt die Rebsorte mit, Sekundäraromen entstehen bei Gärung und Ausbau, Tertiäraromen bei der Flaschenreife. Komplex wirkt ein Wein, wenn mehrere dieser Ebenen gleichzeitig da sind, ohne dass eine die anderen verdeckt.
Komplexität ist nicht dasselbe wie Intensität: Ein sehr aromatischer Wein kann eindimensional sein, ein zurückhaltender vielschichtig. Begünstigt wird sie durch niedrige Erträge, ältere Reben, Vielfalt im Lesegut und einen Ausbau, der Zeit lässt – etwa langes Hefelager oder Flaschenreife. Mit dem Alter verschiebt sich das Verhältnis: Primäraromen treten zurück, tertiäre kommen hinzu. – SUPERIORE.DE
Kupferfarben
Kupferfarben beschreibt einen Weißwein mit rötlich-orangem Schimmer. Dahinter stecken zwei sehr verschiedene Ursachen. Gewollt ist die Farbe beim Ramato: Die Beeren des Pinot Grigio sind grau-rosa gefärbt, und ein kurzer Kontakt des Mostes mit den Schalen überträgt diesen Ton auf den Wein – eine friulanische Tradition.
Ungewollt entsteht ein ähnlicher Ton durch Oxidation, wenn ein Weißwein zu viel Sauerstoff bekommt; dann treten meist firne Noten nach Nuss oder Apfelschale hinzu. Die Farbe allein sagt also wenig – erst zusammen mit dem Duft wird klar, welcher Fall vorliegt. – SUPERIORE.DE
Körper
Körper beschreibt das gefühlte Gewicht eines Weines am Gaumen – ein Tasteindruck, kein Geschmack. Landläufig wird er allein dem Alkohol zugeschrieben, tatsächlich tragen mehrere Komponenten bei: Alkohol erhöht die Viskosität, ebenso Glycerin, das die Hefen während der Gärung aus einem kleinen Teil des Zuckers bilden. Dazu kommen Extraktstoffe, Restzucker und bei Rotweinen reife Gerbstoffe. Die Säure wirkt als Gegenspieler und lässt einen Wein schlanker erscheinen.
Deshalb kann ein extraktreicher Wein mit moderatem Alkohol vollmundiger wirken als ein alkoholstarker mit hoher Säure. Die Voraussetzungen entstehen im Weinberg über niedrige Erträge und physiologische Reife, im Keller über längeres Hefelager, bei dem sich Mannoproteine aus den Hefezellen lösen und die Textur cremiger machen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Struktur
Lagerpotenzial
Lagerpotenzial bezeichnet die Fähigkeit eines Weines, über Jahre zu reifen, ohne abzubauen. Tragend sind vier natürliche Schutzstoffe: Säure, Gerbstoff, Alkohol und Restzucker. Die Säure hält den pH-Wert niedrig und bremst damit Oxidation und mikrobielle Aktivität, Gerbstoffe wirken als Antioxidans, Alkohol und Zucker konservieren. Deshalb sind auch edelsüße Weine mit niedrigem Alkohol ausgesprochen langlebig – dort übernimmt der Zucker die Schutzfunktion.
Die verbreitete Gleichung "Rotwein lagerfähig, Weißwein jung trinken" greift zu kurz: Beim Weißwein trägt die Säure fast allein, und ein säurebetonter Weißwein kann viele Rotweine überdauern. Angelegt wird das Potenzial im Weinberg über niedrige Erträge, alte Reben und den Lesezeitpunkt, im Keller über Maischestandzeit und Holzausbau. Ob es sich einlöst, entscheidet die Lagerung: konstante Temperatur, Dunkelheit und ausreichende Luftfeuchte. Große Flaschen reifen langsamer, weil das Verhältnis von Weinmenge zu Sauerstoffeintrag günstiger ist. – SUPERIORE.DE
Langhe DOC
Die Langhe DOC ist eine 1994 anerkannte piemontesische Denomination von großer strategischer Bedeutung: Sie bildet die gemeinsame Klammer über die zahlreichen kleineren DOCs und DOCGs der Langhe rund um Alba in der Provinz Cuneo. Der Name "Langhe" leitet sich von den langgestreckten Höhenrücken ab, die dem Gebiet seine unverwechselbare Topografie geben – dieselben Hügel, auf denen auch Barolo, Barbaresco, Dolcetto und Barbera gedeihen. Das Anbaugebiet erstreckt sich über zahlreiche Gemeinden zwischen den Flüssen Tanaro, Belbo und Bormida, mit einer Bodenvielfalt aus Mergel, Kalk, Sand und Ton, die eine ungewöhnlich breite Rebsortenpalette ermöglicht.
Das Disciplinare erlaubt sowohl gemischte Cuvées (Langhe Rosso, Langhe Bianco) als auch sortenreine Weine mit mindestens 85% einer der zugelassenen Rebsorten – darunter Arneis, Barbera, Chardonnay, Dolcetto, Favorita, Freisa, Nascetta, Nebbiolo, Pinot Nero, Riesling und Sauvignon. Ergänzend gibt es Langhe Rosso Passito (auf Basis Barbera, Dolcetto oder Nebbiolo) und Langhe Bianco Passito. Praktisch spielt die DOC eine doppelte Rolle: als Heimat für autochthone Nischen-Rebsorten wie Nascetta und Favorita, und als Alternative für Erzeuger, die Weine aus Barolo- oder Barbaresco-Lagen bewusst nicht unter der DOCG vermarkten. Der Langhe Nebbiolo zeigt die stilistische Handschrift der großen Nebbiolo-Weine mit früherer Zugänglichkeit – für viele der Einstieg in die Nebbiolo-Welt. Alles zum Thema Piemont-Weine. – SUPERIORE.DE
Lebendig
Lebendig beschreibt einen Wein, der am Gaumen Bewegung zeigt, statt gleichförmig zu wirken. Der Eindruck entsteht vor allem aus der Säure, häufig verstärkt durch gelöstes Kohlendioxid, das auch in Stillweinen in kleinen Mengen verbleibt und die Zunge leicht prickeln lässt.
Anders als Frische, die einen Zustand benennt, zielt lebendig auf den Verlauf: Der Wein entwickelt sich im Mund weiter, statt sofort auf einem Eindruck stehen zu bleiben. – SUPERIORE.DE
Likörwein
Likörwein ist eine eigene Kategorie des EU-Weinrechts. Der tatsächliche Alkoholgehalt liegt grundsätzlich zwischen 15 und 22 Prozent vol, der Gesamtalkoholgehalt bei mindestens 17,5 Prozent vol; das Ausgangserzeugnis muss in der Regel einen natürlichen Alkoholgehalt von mindestens 12 Prozent vol aufweisen. Für bestimmte geschützte Likörweine gelten Ausnahmen.
Hergestellt wird Likörwein aus gärendem Most, Wein oder deren Kombination, denen je nach Erzeugnis unter anderem neutraler Alkohol weinbaulichen Ursprungs oder Wein- bzw. Trockenbeerendestillat zugesetzt wird; auch bestimmte Mostprodukte können zulässig sein. Marsala ist das bekannteste italienische Beispiel dieser Kategorie. Alles zum Thema Destillate +. – SUPERIORE.DE
Lison DOCG
Die Lison DOCG ist eine interregionale Denomination, seit 2010 auf Grundlage der bestehenden Lison-Pramaggiore DOC anerkannt. Das Anbaugebiet erstreckt sich über die Grenze zwischen Venetien und Friaul-Julisch Venetien: die Provinzen Venezia und Treviso im Westen, Pordenone im Osten, zwischen den Flüssen Livenza und Tagliamento auf der Ebene wenige Kilometer von der Adriaküste entfernt. Grundlage ist die Rebsorte Tai (venetischer Name) bzw. Friulano (friaulischer Name) mit mindestens 85% – beides moderne Bezeichnungen für die frühere Tocai-Friulano-Traube.
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp und den Classico (aus der historisch ältesten Zone). Typisch für den Lison sind ein strohgelber Farbton mit grünlichen bis goldenen Reflexen, ein pflanzlich-aromatischer Duft nach weißer Blüte, weißer Frucht und Mandelblüte sowie ein trockener Geschmack mit ausgeprägter Frische – typische Merkmale des Tai/Friulano im flachen Küstenklima mit deutlichen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden. Der Name geht auf das antike römische Dorf Lison in der Zone von Portogruaro zurück. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Länge
→ Siehe Abgang
Maischen
Maischen bezeichnet das Anquetschen der Beeren, damit der Saft austreten kann. Das Ergebnis ist die Maische – das Gemisch aus Saft, Schalen, Kernen und je nach Verfahren auch Stielen. Erst wenn die festen Bestandteile abgetrennt sind, spricht man vom Most.
Der Zweck ist die Extraktion: Aus den Schalen lösen sich Farbstoffe und Aromen, aus Schalen und Kernen die Gerbstoffe. Wie stark gequetscht wird, entscheidet mit, wie viel davon in den Wein gelangt. Entscheidend ist dabei, die Kerne nicht zu verletzen – ihre Öle oxidieren und erzeugen ranzige Noten. Ein guter Quetscher drückt die Beere nur so weit zusammen, dass der Saft austritt. Manche Erzeuger verzichten ganz darauf und lassen die Beeren unter ihrem eigenen Gewicht aufbrechen. – SUPERIORE.DE
Maischestandzeit
Die Maischestandzeit ist die Dauer, während der Most und feste Bestandteile in Kontakt bleiben. Sie ist der wichtigste Hebel der Extraktion – und sie trennt Rotwein von Rosé und Weißwein von Orange Wine: Dieselben Trauben ergeben je nach Standzeit ein anderes Erzeugnis.
Die Bestandteile lösen sich nicht gleichzeitig. Farbstoffe sind wasserlöslich und gehen früh in den Most über; Gerbstoffe brauchen länger und lösen sich besser, sobald Alkohol entstanden ist. Deshalb wirkt eine kurze Standzeit vor allem auf die Farbe, eine lange auf die Struktur. Sie kann vor der Gärung liegen – dann spricht man von Kaltmazeration –, während der Gärung ablaufen oder über sie hinaus verlängert werden. Wie lange sinnvoll ist, hängt an Rebsorte, Reifegrad und angestrebtem Stil. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Maischen · Kaltmazeration
Maischevergorener Weißwein
→ Siehe Orange Wine
Malolaktische Gärung
Die malolaktische Gärung, auch biologischer Säureabbau genannt, ist eine bakterielle Umwandlung, bei der die kräftiger wirkende Apfelsäure zu milderer Milchsäure und Kohlendioxid umgesetzt wird. Sie findet meist nach der alkoholischen Gärung statt, kann bei einer Co-Inokulation geeigneter Milchsäurebakterien aber bereits während der alkoholischen Gärung beginnen. Verantwortlich ist häufig Oenococcus oeni; je nach Wein und Verfahren können auch andere Milchsäurebakterien beteiligt sein. Der Prozess kann spontan einsetzen oder durch ausgewählte Kulturen gezielt angestoßen werden.
Sensorisch sinkt die wahrgenommene Säureschärfe, und der Wein kann runder und weicher wirken. Als Nebenprodukt kann Diacetyl entstehen, das je nach Konzentration buttrige oder nussige Noten beitragen kann, aber keineswegs immer deutlich wahrnehmbar ist. Bei vielen trockenen Rotweinen gehört die malolaktische Gärung zum üblichen Ausbau; bei Weißweinen wird sie je nach gewünschtem Stil durchgeführt, teilweise begrenzt oder bewusst verhindert. Ein vollständig abgeschlossener Prozess schützt außerdem davor, dass eine unerwünschte malolaktische Gärung erst später in der Flasche einsetzt. – SUPERIORE.DE
Malvasia delle Lipari DOC
Die Malvasia delle Lipari DOC ist eine sizilianische Denomination aus dem Vulkanarchipel der Isole Eolie (Liparische Inseln) in der Provinz Messina, seit 1973 anerkannt. Grundlage ist die Malvasia di Lipari (mindestens 95%), ergänzt um bis zu 5% Corinto Nero – eine seltene rote Rebsorte mit griechischen Wurzeln. Das Anbaugebiet umfasst alle sieben Inseln des Archipels, wobei sich der Weinbau auf Salina konzentriert.
Das Regelwerk sieht drei Typologien vor: den stillen Naturale, den Passito (mindestens 18% vol Gesamtalkohol, mindestens 6 Monate Reifung) und den Liquoroso (mindestens 20% vol, alkoholverstärkt). Kennzeichnend für den Passito ist die traditionelle Sonnentrocknung auf Bambusgeflechten ("canizzi") für 10 bis 20 Tage – eine typische Praxis des mediterranen Inselweinbaus. Der resultierende Wein zeigt eine bernsteingelbe Farbe, ein intensives Aroma nach Aprikose, Honig, Zitrusfrüchten und mediterranen Kräutern sowie einen süßen, samtigen Geschmack mit langer Persistenz – im Mittelalter bereits als einer der begehrtesten Süßweine Italiens gehandelt. Alles zum Thema Malvasia-Weine. – SUPERIORE.DE
Maremma Toscana DOC
Die Maremma Toscana DOC ist eine jüngere, aber strategisch wichtige toskanische Denomination, seit 2011 als DOC anerkannt (zuvor IGT). Das Anbaugebiet umfasst die gesamte Provinz Grosseto im Süden der Toskana und macht die DOC ungewöhnlich vielseitig: Das Disciplinare ist breit angelegt und erlaubt sowohl autochthone als auch internationale Rebsorten – ein Ausdruck der ausgeprägten Experimentierfreude der Maremma.
Die Cuvée-Typologien verlangen beim Bianco Vermentino, Trebbiano Toscano und/oder Viognier zu mindestens 60%, beim Rosso Sangiovese, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und/oder Ciliegiolo, einzeln oder gemeinsam, ebenfalls zu mindestens 60%. Sortenreine Weine sind für zahlreiche Rebsorten möglich, darunter Vermentino, Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Ciliegiolo, Petit Verdot und Pugnitello. Ergänzt wird das Angebot durch Vin Santo, Passito und bivarietale Weine, die zwei Rebsorten auf dem Etikett nennen dürfen. Prägend für die Maremma sind die Nähe zum Mittelmeer, ein warmes Klima mit Meeresbrisen und heterogene Bodenprofile – Merkmale, die den Weinen typischerweise reife Frucht, mediterrane Würze und weiche Tanninstruktur verleihen. Alles zum Thema Maremma-Weine. – SUPERIORE.DE
Meditationswein
Meditationswein bezeichnet eine kulturelle Weinkategorie, die nicht zu einer Mahlzeit getrunken wird, sondern für sich selbst und in kontemplativer Ruhe genossen wird. Der Begriff wurde vom italienischen Weinjournalisten und Önologen Luigi Veronelli (1926–2004) geprägt und ursprünglich weit gefasst: jeder Wein, ob rot oder weiß, still oder prickelnd, trocken oder süß, der die nötige aromatische Komplexität und Persistenz besitzt, um alleine bestehen zu können. In der Praxis hat sich der Begriff heute überwiegend auf süße Passiti und lang gereifte, strukturierte Weine verengt.
Zu den italienischen Klassikern zählen süße Passiti wie Vin Santo del Chianti DOC, Passito di Pantelleria DOC, Recioto della Valpolicella DOCG und Picolit dei Colli Orientali del Friuli DOCG. Ergänzt werden sie durch große strukturierte Rotweine mit langer Reifung wie Barolo Riserva, Brunello di Montalcino, Amarone della Valpolicella DOCG oder Sagrantino di Montefalco DOCG sowie durch Marsala Superiore Riserva und den aromatisierten Barolo Chinato. – SUPERIORE.DE
Menzione Geografica Aggiuntiva (MGA)
Menzione Geografica Aggiuntiva (MGA) ist die offiziell definierte zusätzliche geografische Angabe innerhalb einer Denomination; Umfang und Funktion legt das jeweilige Disciplinare fest. Sie ermöglicht Erzeugern, den Namen einer im jeweiligen Disciplinare definierten geografischen Einheit neben der Denomination auf dem Etikett zu führen. Der italienische Ausdruck lässt sich mit zusätzliche geografische Erwähnung übersetzen.
Das System wurde vor allem für die piemontesischen Nebbiolo-DOCGs kodifiziert: Barbaresco führte 2007 seine Cru-Lagen ein, Barolo 2010 – ein Meilenstein, der jahrzehntelange Diskussionen um Einzellagen-Bezeichnungen beendete. Heute umfasst Barolo um die 180 MGAs, davon rund 170 Cru-Lagen wie Cannubi, Brunate, Rocche di Castiglione oder Ginestra sowie elf Gemeinde-MGAs. Barbaresco listet um die 65 MGAs, darunter Asili, Rabajà und Martinenga. Als kartographisches Standardwerk gelten die ENOGEA-Karten des italienischen Weinkartographen Alessandro Masnaghetti. MGAs sind keine Qualitätsstufe, sondern eine geografische Präzisierung: Sie geben die genauer definierte Herkunft innerhalb der Denomination an und markieren damit den vertieften Terroir-Ansatz der italienischen Nebbiolo-Welt. – SUPERIORE.DE
Metodo Ancestrale
Metodo Ancestrale bezeichnet im heutigen Sprachgebrauch ein Verfahren, bei dem ein noch gärender Most oder Wein in die Flasche kommt und die alkoholische Gärung dort zu Ende läuft. Das entstehende Kohlendioxid bleibt in der verschlossenen Flasche und erzeugt die Perlage; eine separate zweite Gärung wie beim Metodo Classico ist dabei nicht zwingend vorgesehen.
Der Begriff ist jedoch nicht so einheitlich rechtlich definiert wie der Metodo Classico. Je nach Erzeuger können Hefezugabe, Restzucker, Druck, Filtration und Degorgieren unterschiedlich gehandhabt werden. Häufig bleiben die Hefen in der Flasche; international wird für verwandte Stile oft Pét-Nat verwendet. Der italienische "col fondo" steht dem Verfahren nahe, ist aber nicht automatisch dasselbe. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Metodo Classico
Metodo Classico bezeichnet die traditionelle Schaumweinherstellung mit zweiter Gärung in der Flasche, benannt nach dem Verfahren der Champagne. Dem stillen Grundwein wird der liqueur de tirage aus Zucker und Hefen zugegeben; nach der Flaschenfüllung produziert die zweite Gärung das Kohlendioxid, das als feine Perlage gebunden bleibt. Es folgt das mehrmonatige bis mehrjährige Hefelager, dann die Remuage (das schrittweise Kippen der Flasche zur Hefeableitung) und schließlich das Dégorgement mit anschließender Dosage. Innerhalb der EU ist die französische Bezeichnung méthode champenoise dem Champagner vorbehalten; Metodo Classico ist der italienische Fachbegriff.
Zu den bedeutendsten italienischen Denominationen zählen Franciacorta DOCG in der Lombardei (Pionier seit 1961, mindestens 18 Monate Hefelager, Riserva 60), Trento DOC im Trentino (mindestens 15 Monate), Alta Langa DOCG im Piemont (nur Chardonnay und Pinot Nero über 250 m Höhe) sowie Oltrepò Pavese Metodo Classico DOCG. Sensorisch teilen diese Weine eine feine, langanhaltende Perlage und eine Aromatik aus Zitrus, weißen Blüten, Bäckerhefe und Brioche, die mit den Jahren zu röstigen Nussnoten reift. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Metodo Martinotti
Metodo Martinotti (auch Martinotti-Charmat oder Charmat) bezeichnet die Schaumweinherstellung mit zweiter Gärung in einem Drucktank aus Edelstahl, dem Autoclave. Erfunden wurde das Verfahren 1895 vom piemontesischen Önologen Federico Martinotti, Direktor der Regia Stazione Enologica in Asti; der Franzose Eugène Charmat entwickelte um 1910 die industriell einsatzfähige Anlage weiter, worauf der Doppelname zurückgeht. Anders als beim Metodo Classico findet die zweite Gärung nicht in der einzelnen Flasche, sondern in großen Drucktanks statt; nach der Klärung wird der Wein isobar in Flaschen abgefüllt.
Der Prozess dauert typischerweise 30 bis 80 Tage (Charmat corto), in der 1970 entwickelten langen Variante (Charmat lungo) 9 bis 15 Monate mit intensiverem Hefekontakt. Weil es die Primäraromen der Trauben schont, gilt das Verfahren als ideal für aromatische Sorten und ist die Grundlage der bekanntesten italienischen Schaumweine: Prosecco DOC und DOCG aus Glera (Venetien und Friaul), Asti Spumante DOCG aus Moscato Bianco im Piemont sowie die verschiedenen Lambrusco-Denominationen der Emilia-Romagna. Sensorisch dominieren frische Frucht, blumige Aromen und eine lebendige, feine Perlage. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
MGA
→ Siehe Menzione Geografica Aggiuntiva (MGA)
Mikrooxidation
Mikrooxidation bezeichnet die kontrollierte Zufuhr sehr kleiner Sauerstoffmengen, meist über einen feinporigen Diffusor im Tank. Das Verfahren ahmt nach, was im Holzfass von selbst geschieht: einen langsamen, gleichmäßigen Eintrag, der Gerbstoffe polymerisieren lässt und die Farbe stabilisiert.
Steuerbar ist die Wirkung nur begrenzt. Sie hängt vom Verhältnis zwischen Gerbstoff und Farbstoff ab – beide müssen in ausreichender Menge und ausgewogen vorliegen, damit sich harte Gerbstoffe in weichere umwandeln. Bei zu wenig Gerbstoff überwiegt die Oxidation und der Wein bräunt; bei einseitig hohem Anthocyangehalt bleibt das Verfahren wirkungslos. Auch Feinhefe, schweflige Säure sowie Dauer und Intensität der Dosierung gehen in das Ergebnis ein. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Oxidativ · Fass · Tannin
Millesimato
Millesimato ist eine Etikettangabe für italienische Schaumweine, bei denen mindestens 85% der Trauben aus dem angegebenen Jahrgang stammen; das Erntejahr ist zwingend auf dem Etikett auszuweisen. Der Begriff kommt vom französischen millésime. Im Unterschied zum reinen Jahrgangsschaumwein sagt die Angabe millesimato nichts über einen möglichen Verschnitt mit älteren Reserveweinen aus, solange die 85%-Marke gewahrt bleibt.
Bei Schaumweinen der Flaschengärung hebt die Millesimato-Klassifikation den Wein aus dem Basissortiment heraus: Franciacorta DOCG verlangt für den Millesimato mindestens 30 Monate Hefelager gegenüber 18 Monaten für die Basisversion, Trento DOC mindestens 24. Auch bei im Tankverfahren hergestellten Schaumweinen wie Prosecco kann die Angabe Millesimato verwendet werden, sofern die vorgeschriebene Jahrgangsquote von mindestens 85% eingehalten wird. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Mindestalkoholgehalt
Der Mindestalkoholgehalt legt fest, welchen effektiven Alkoholanteil ein Produkt aufweisen muss, um als Wein einer bestimmten Kategorie vermarktet werden zu dürfen. Nach EU-Recht sind die Untergrenzen je nach Weinbauzone unterschiedlich; für Italien, das überwiegend zur Zone C zählt, gilt für Wein grundsätzlich ein effektiver Alkoholgehalt von mindestens 9% vol. Für aromatische Schaumweine mit hohem Restzucker gelten Ausnahmen: Moscato d'Asti DOCG kommt mit rund 4,5 bis 6,5% vol effektivem Alkohol aus, weil sein Restzucker als potenzieller Alkohol in den weinrechtlich relevanten Gesamtalkoholgehalt eingerechnet wird. Für entalkoholisierte und teilweise entalkoholisierte Weine gelten eigene Kennzeichnungsregeln; vollständig entalkoholisierter Wein weist höchstens 0,5% vol auf.
Bei Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOP und IGP) legt jedes Disciplinare einen eigenen Mindestwert fest, meist deutlich über der EU-Grenze. Zu den bekannten Vorgaben zählen 11,5% für Chianti DOCG, 12% für Chianti Classico DOCG, 13% für Barolo DOCG oder 13,5% für Amarone della Valpolicella DOCG. Auf dem Etikett muss der effektive Alkoholgehalt in Prozent Volumen (% vol) ausgewiesen sein, gemessen bei 20°C. – SUPERIORE.DE
Mineralität
Mineralität ist einer der meistgebrauchten und zugleich am wenigsten definierten Begriffe der Weinsprache. Gemeint ist meist ein Eindruck von Feuerstein, nasser Kreide, Salz oder Rauch, oft verbunden mit einer kühlen, straffen Anmutung am Gaumen. Eine verbindliche önologische Definition existiert nicht, und die verbreitete Vorstellung, Mineralstoffe aus dem Boden gelangten unverändert in den Wein, lässt sich analytisch nicht belegen.
Als Beschreibung bleibt der Begriff dennoch nützlich, weil er einen wiedererkennbaren Stilbereich benennt: Weine mit hoher Säure, niedrigem pH-Wert, zurückhaltender Frucht und häufig reduktivem Ausbau werden regelmäßig so charakterisiert. Genannt werden sie oft bei Weinen von vulkanischen Böden sowie von Kalk- und Schieferformationen – wobei sich die Anteile von Boden, Klima und Kellerarbeit am Ergebnis kaum trennen lassen. – SUPERIORE.DE
Mistella
Mistella, französisch mistelle, bezeichnet einen mostbasierten süßen Erzeugnistyp, bei dem die alkoholische Gärung durch die Zugabe von Alkohol verhindert oder früh gestoppt wird. Der natürliche Traubenzucker bleibt dadurch weitgehend erhalten. Mistella ist nicht mit fertigem Likörwein gleichzusetzen, sondern kann als Bestandteil seiner Herstellung dienen.
Beim Marsala verwendet das aktuelle Disciplinare den Begriff sifone für Most, dem Alkohol weinbaulichen Ursprungs und/oder Weinbrand zugesetzt wurde. Sifone darf je nach Marsala-Typ eingesetzt werden; beim Marsala Vergine ist er ebenso wie konzentrierter und gekochter Most ausgeschlossen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Likörwein · Aufspritung · Most
Montecucco Sangiovese DOCG
Die Montecucco Sangiovese DOCG ist eine jüngere toskanische Denomination am westlichen Fuß des Monte Amiata, seit 2011 zur DOCG erhoben (aus der DOC von 1998). Das Anbaugebiet umfasst sieben Gemeinden in der südlichen Provinz Grosseto – Cinigiano, Civitella Paganico, Campagnatico, Castel del Piano, Roccalbegna, Arcidosso und Seggiano – in Höhenlagen zwischen 150 und 400 Metern. Grundlage ist die Sangiovese-Traube mit mindestens 90%; ergänzt um bis zu 10% andere in der Toskana zugelassene rote Rebsorten. Die Weinberge profitieren von einem eigenständigen Terroir: der erloschene Vulkan Monte Amiata bringt in Teilen des Gebiets vulkanisches Material in die sonst heterogenen Böden, während frische Winde aus dem Meer und den Bergen für ausgeprägte Temperaturunterschiede sorgen.
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp (mindestens 12 Monate Reifung in Holz und 4 in der Flasche) und die Riserva (mindestens 30 Monate Gesamtreife, davon 24 in Holz und 6 in der Flasche). Charakteristisch für den Sangiovese aus Montecucco sind ein intensiver rubinroter Farbton, ein fruchtiges Bouquet mit Noten roter Beerenfrüchte, würzigen Akzenten und eine mineralisch-vollmundige Struktur – Merkmale, die den Montecucco Sangiovese als eigenständige Ausprägung neben Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano und Chianti Classico positionieren. Alles zum Thema Maremma-Weine. – SUPERIORE.DE
Montefalco Sagrantino DOCG
Montefalco Sagrantino ist Umbriens berühmteste Rotwein-DOCG, benannt nach dem mittelalterlichen Städtchen Montefalco in der Provinz Perugia. Die Zone umfasst neben Montefalco Teile der Nachbargemeinden Bevagna, Gualdo Cattaneo, Castel Ritaldi und Giano dell'Umbria. 1979 als DOC anerkannt (als Teil der Montefalco DOC), wurde die Sagrantino-Version 1992 zur eigenständigen DOCG erhoben. Grundlage ist ausschließlich die Sagrantino-Traube, eine autochthone, extrem tanninreiche Rebsorte, die praktisch nur hier angebaut wird; seit 2002 ist der Name Sagrantino gesetzlich der DOCG vorbehalten.
Was heute vor allem als kraftvoller Trockenwein bekannt ist, entstand ursprünglich als Passito für religiöse Anlässe; die trockene Version wurde erst ab den 1970er Jahren zum eigenständigen Weinstil. Beide Typen verlangen mindestens 33 Monate Reife, die trockene Variante davon 12 Monate Holz und danach weitere vier Monate Flasche. Farbe und Duft folgen dem Sortenprofil: intensiv rubinrot mit violetten Reflexen, mit Reife granatrot, charakteristische Brombeer-Nase. Dazu kommt ein ausdrucksstarkes, konzentriertes Tannin, das den Sagrantino zu einem Rotwein mit einem Reifepotenzial von zwei Jahrzehnten und mehr macht. Alles zum Thema Umbrien-Weine. – SUPERIORE.DE
Montello Rosso DOCG
Die Montello Rosso DOCG – alternativer Name "Montello" oder "Rosso del Montello" – ist eine venetische Denomination in der Provinz Treviso, seit 2011 zur DOCG erhoben. Das Anbaugebiet umfasst die Hügel des Montello und der Colli Asolani im Voralpenraum der Provinz Treviso. Grundlage ist ein Bordeaux-Blend: Cabernet Sauvignon (40-70%), ergänzt um Merlot und/oder Cabernet Franc und/oder Carmenère (30-60%), sowie bis zu 15% andere in Treviso zugelassene rote Rebsorten.
Zulässig sind zwei Typologien: der Grundtyp (mindestens 12,5% vol) und der Superiore (mindestens 13% vol, mindestens 18 Monate Reifung). Typisch für den Montello Rosso sind ein intensiver rubinroter Farbton, der sich mit dem Alter granat verfärbt, ein komplexes Bouquet nach dunklen Waldfrüchten, Gewürzen und ätherischen Noten aus dem Fassausbau sowie ein trockener, robuster Geschmack mit langer Persistenz. Die Kombination aus alpiner Kühle und venezianischer Wärme prägt einen eigenständigen Bordeaux-Stil, der die Denomination von anderen venetischen Cabernet-Cuvées abhebt. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Montepulciano d'Abruzzo DOC
Die Montepulciano d'Abruzzo DOC prägt den Rotweinbau der Abruzzen und ist eine der volumenstärksten Rotwein-DOCs Italiens, seit 1968 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst alle vier abruzzesischen Provinzen – Chieti, L'Aquila, Pescara und Teramo –, mit Weinbergen bis 600 Meter Höhe, an Südhängen bis 700 Meter. Grundlage ist die autochthone Montepulciano-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in den Abruzzen zugelassene rote Rebsorten (nicht zu verwechseln mit dem toskanischen Vino Nobile di Montepulciano, der auf Sangiovese basiert).
Das Disciplinare kennt den Grundtyp und die Riserva (mindestens 24 Monate Reifung, davon 9 in Holzfässern). Acht Unterzonen ergänzen die Denomination: Alto Tirino, Colline Pescaresi, San Martino sulla Marrucina, Teate, Terre Aquilane, Terre dei Peligni, Terre dei Vestini und Terre di Chieti – in ihnen liegt der Mindestanteil Montepulciano höher als im Grundtyp. Zwei weitere Unterzonen wurden zu eigenständigen Denominationen erhoben: Colline Teramane 2003 und Casauria 2025. Die früher zugehörige Rosé-Typologie "Cerasuolo" wurde 2010 als eigenständige DOC ausgegliedert. Kennzeichnend für den Montepulciano sind ein tief rubinroter Farbton, ein ätherisch-fruchtiges Bouquet nach reifer roter Frucht und Gewürzen sowie ein voller, robuster Geschmack mit weichen Tanninen. Alles zum Thema Montepulciano-Weine. – SUPERIORE.DE
Morellino di Scansano DOCG
Morellino di Scansano ist die DOCG des Sangiovese in der südlichen Küstenmaremma, in der Provinz Grosseto. Morellino ist der lokale Name des Sangiovese, der hier auf den Hügeln zwischen den Flüssen Ombrone und Albegna wächst; die Zone umfasst neben dem gleichnamigen Städtchen Scansano Teile von Manciano, Magliano in Toscana, Grosseto, Campagnatico, Semproniano und Roccalbegna. 1978 als DOC anerkannt, wurde Morellino di Scansano ab dem Jahrgang 2007 zur DOCG erhoben. Grundlage sind mindestens 85% Sangiovese, ergänzt um bis zu 15% weitere, in der Toskana zugelassene rote Sorten.
Die Nähe zum Tyrrhenischen Meer gibt dem Sangiovese hier eine weichere, fruchtbetontere Handschrift als in den binnentoskanischen Zonen: sandige und tonige Böden, Meeresbrisen und mediterranes Klima ergeben einen zugänglichen, warmen Wein. Der Annata kommt bereits im Frühling nach der Ernte in den Handel; die Riserva verlangt mindestens zwei Jahre Reife, davon eines im Holz. Klassisch sind kräftiges Rubinrot, eine Nase aus roter Kirsche, Waldfrüchten und mediterraner Macchia sowie ein weiches, saftiges Tannin. So steht Morellino di Scansano für die sonnendurchflutete Seite des toskanischen Sangiovese. Alles zum Thema Maremma-Weine. – SUPERIORE.DE
Moscato d'Asti DOCG
Die Moscato d'Asti DOCG ist eine der bekanntesten italienischen Süßwein-Denominationen, gemeinsam mit der Asti Spumante DOCG seit 1993 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst 51 Gemeinden in den Provinzen Asti, Alessandria und Cuneo im südlichen Piemont; Teile des Gebiets zählen seit 2014 zur UNESCO-Welterbestätte der piemontesischen Weinbaulandschaften. Grundlage ist die Rebsorte Moscato Bianco (100%).
Anders als der Asti Spumante wird der Moscato d'Asti nicht in einer zweiten Gärung schaumhaltig gemacht, sondern behält aus der unterbrochenen Gärung eine natürliche, leichte Perlage – im Italienischen "vivace". Er wird traditionell mit niedrigem Alkoholgehalt (4,5-6,5% vol) und höherem Restzucker abgefüllt und zeichnet sich durch ein aromatisches Bouquet nach Orangenblüte, Salbei, Pfirsich und Litschi aus. Das Disciplinare erlaubt auch die Vendemmia Tardiva-Ausführung, den Zusatz "Vigna" sowie zwei Unterzonen (Santa Vittoria d'Alba und Strevi). Alles zum Thema Moscato-Weine. – SUPERIORE.DE
Moscato di Scanzo DOCG
Die Moscato di Scanzo DOCG – alternativer Name "Scanzo DOCG" – ist eine der kleinsten DOCGs Italiens, seit 2009 anerkannt (aus der DOC von 2002). Das Anbaugebiet beschränkt sich auf die einzige Gemeinde Scanzorosciate in der Provinz Bergamo (Lombardei), an den südlichen Hängen der Bergamasker Alpen. Grundlage ist die autochthone Moscato-di-Scanzo-Traube (100%), eine seltene rote Muskat-Variante mit jahrhundertealter lokaler Tradition.
Das Disciplinare kennt nur eine einzige Typologie: einen Wein aus angetrockneten Trauben. Die Trauben werden nach der Handlese mindestens 21 Tage bis zu einem Zuckergehalt von mindestens 280 g/l angetrocknet; die Ausbeute Trauben-Wein ist auf maximal 30% begrenzt. Die vorgeschriebene Reifezeit beträgt mindestens zwei Jahre; der Ausbau in Holzbehältern ist untersagt. Prägend für den Moscato di Scanzo sind ein tief rubinroter Farbton mit granatroten Reflexen, ein intensives Bouquet nach roter reifer Frucht, Rosinen und mediterranen Gewürzen sowie ein süßer, harmonischer Geschmack mit mandeligem Nachhall. Alles zum Thema Moscato-Weine. – SUPERIORE.DE
Most
Most ist nach EU-Weinrecht das flüssige Erzeugnis, das auf natürlichem Weg oder durch physikalische Verfahren aus frischen Trauben gewonnen wird. Ein tatsächlicher Alkoholgehalt von höchstens 1 Prozent vol ist zulässig; beginnt die Gärung weiter fortzuschreiten, spricht das Weinrecht von gärendem Most.
Most ist nicht nur Vorstufe des Weines, sondern auch Ausgangsstoff für weitere Erzeugnisse. Durch Wasserentzug entsteht konzentrierter Traubenmost; rektifiziertes Traubenmostkonzentrat ist zusätzlich von anderen Bestandteilen weitgehend befreit. Bei Marsala kann zudem durch Erhitzen eingedickter Mosto cotto eingesetzt werden, während der sifone aus Most und zugesetztem Alkohol besteht. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Mistella · Likörwein · Mostgewinnung · Süßung
Mostgewinnung
Mostgewinnung bezeichnet alle Schritte, die aus Trauben Most machen – vom Abtropfen des Vorlaufs bis zum Auspressen der festen Bestandteile. Wie viel Most dabei gewonnen werden darf, ist nicht dem Erzeuger überlassen: Die Disciplinari legen eine Ausbeute fest, das Verhältnis von Traubengewicht zu Weinmenge. Werte um 70% sind verbreitet; was darüber hinausgeht, darf nicht mehr unter der Denomination vermarktet werden.
Der Grund ist qualitativer Art. Mit steigendem Druck lösen sich zunehmend Gerb-, Bitter- und Trubstoffe aus Schalen, Kernen und Stielen. Die Ausbeutegrenze verhindert also, dass die gröbsten Anteile in einen Qualitätswein gelangen. Einzelne Denominationen gehen weiter: Das Disciplinare der Franciacorta DOCG schreibt die Pressung der ganzen, nicht entrappten Traube vor – ausdrücklich mit der Begründung, dass sich die Mostfraktionen so sauberer trennen lassen. – SUPERIORE.DE
Nachhall
→ Siehe Abgang
Nizza DOCG
Die Nizza DOCG ist eine piemontesische Rotwein-Denomination aus der Provinz Asti, 2014 aus der bisherigen Unterzone "Nizza" der Barbera d'Asti DOCG ausgegliedert. Erste Flaschen kamen 2016 in den Handel. Das Anbaugebiet umfasst 18 Gemeinden rund um Nizza Monferrato in der Provinz Asti auf einer überschaubaren, konzentrierten Rebfläche. Grundlage ist ausschließlich die Barbera (100%) – anders als bei der Barbera d'Asti DOCG, die bis zu 10% andere Rebsorten zulässt.
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp (mindestens 18 Monate Reifung, davon mindestens 6 in Holz, mindestens 13% vol) und die Riserva (mindestens 30 Monate, davon 12 in Holz). Für beide ist der Zusatz "Vigna" möglich, der strengere Erträge (6,3 statt 7 t/ha) und höheren Alkohol (13,5% statt 13%) verlangt. Charakteristisch für den Nizza sind ein intensiver rubinroter Farbton, ein komplexes Bouquet nach dunklen Waldfrüchten, Kirsche und Pflaume mit würzigen Akzenten sowie ein trockener, körperreicher und säurebetonter Geschmack – die Barbera-Handschrift in ihrer strukturiertsten Ausprägung. Alles zum Thema Barbera-Weine. – SUPERIORE.DE
Novello
Novello ist eine traditionelle italienische Typologie für junge, fruchtbetonte Rot- oder Weißweine mit geschützter Ursprungsbezeichnung, die kurz nach der Ernte auf den Markt kommen und binnen weniger Monate getrunken werden sollen. Rechtsgrundlage ist das italienische Ministerialdekret vom 6. Oktober 1989, modifiziert durch das D.M. vom 13. August 2012. Die Angabe ist DOP- und IGP-Weinen (still oder frizzante) vorbehalten und verlangt eine Vinifikation mit Kohlensäuremaischung, die mindestens 40% des fertigen Weins ausmachen muss; der Rest darf klassisch vinifiziert werden. Der Gesamtalkoholgehalt liegt bei mindestens 11% vol, der Restzucker bei maximal 10 g/l.
Als italienische Antwort auf den französischen Beaujolais Nouveau darf der Novello ab 0.01 Uhr des 30. Oktobers verkauft werden (bis 2012 galt der 6. November) und muss bis zum 31. Dezember des Erntejahres abgefüllt sein. Anders als in Frankreich, wo Gamay die dominante Rebsorte ist, ist der Novello in Italien nicht an eine einzige Rebsorte gebunden; welche Sorten zulässig sind, ergibt sich aus der jeweiligen Denomination. Traditionell wird der Novello um die Festa di San Martino am 11. November verkostet. – SUPERIORE.DE
Offida DOCG
Die Offida DOCG ist eine jüngere marchigianische Denomination, seit 2011 als DOCG anerkannt (aus der Offida DOC von 2001). Das Anbaugebiet umfasst die südlichen Marken zwischen den Provinzen Ascoli Piceno und Fermo, von der Adriaküste bis in die mittelhohe Hügellage zwischen 50 und 650 Metern. Die DOCG kennt drei Typologien mit jeweils eigenem Charakter: den Offida Pecorino (mindestens 85% Pecorino), den Offida Passerina (mindestens 85% Passerina) und den Offida Rosso (mindestens 85% Montepulciano).
Der Offida Rosso verlangt mindestens 24 Monate Reifung, davon 12 in Holzfässern und 3 in der Flasche. Typisch für den Pecorino sind ein strohgelber Farbton mit grünlichen Reflexen, ein Bouquet nach Zitrus, Salbei und Anis sowie ein mineralisch-frischer Geschmack; die Passerina zeigt ein zart aromatisches Profil nach weißer Blüte, Ananas und Zitrus. Der Rosso präsentiert einen tief rubinroten Farbton, dichte Fruchtnoten roter Beere und würzige Anklänge mit strukturierten Tanninen. Die verwandte Terre di Offida DOC deckt ergänzend Passerina Spumante, Passito und Vino Santo ab. Alles zum Thema Marken-Weine. – SUPERIORE.DE
Oltrepò Pavese DOC
Die Oltrepò Pavese DOC ist eine der breitesten und volumenstärksten Denominationen Norditaliens, seit 1970 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst den südlichsten Teil der Lombardei in der Provinz Pavia, zwischen Po-Ebene und ligurischen Apenninen. Die DOC gilt als "Rebsorten-Museum" – historisch war hier eine ungewöhnlich hohe Zahl autochthoner Rebsorten dokumentiert; das Disciplinare bildet diese Vielfalt bis heute in zahlreichen Typologien ab.
Die Cuvée-Weine basieren auf Barbera und Croatina (jeweils 25-65%), ergänzt um Uva Rara, Vespolina und Pinot Nero. Sortenreine Rebsorten reichen von Riesling (Renano und Italico), Pinot Nero, Chardonnay, Cortese, Moscato und Malvasia bis Barbera und Bonarda. Der Pinot Nero nimmt im Oltrepò Pavese eine herausgehobene Stellung ein; 2010 wurde für die Rebsorte die eigenständige Pinot Nero dell'Oltrepò Pavese DOC geschaffen, während die Metodo-Classico-Schaumweine in der Oltrepò Pavese Metodo Classico DOCG geführt werden. Alles zum Thema Lombardei-Weine. – SUPERIORE.DE
Oltrepò Pavese Metodo Classico DOCG
Oltrepò Pavese Metodo Classico ist die DOCG für den klassisch flaschenvergorenen Schaumwein aus dem lombardischen Oltrepò Pavese, dem hügeligen Weinbaugebiet südlich des Po zwischen Pavia und den Apennin-Ausläufern. Die Region ist Italiens größtes Anbaugebiet für Pinot Nero: Bereits 1865 kamen die ersten Klone der Rebsorte direkt aus dem Burgund. 1970 als DOC-Typ Oltrepò Pavese Spumante Metodo Classico anerkannt, wurde sie 2007 als eigenständige DOCG aus der DOC herausgelöst.
Der Metodo Classico wird in Weiß und Rosé produziert, aus mindestens 70% Pinot Nero, ergänzt um Chardonnay und Pinot Grigio oder Bianco; mit Rebsortenspezifikation muss der Pinot-Nero-Anteil auf 85% steigen. Als besondere Rosé-Variante wurde 2009 der Cruasé eingeführt, ein Rosé-Schaumwein aus mindestens 70% Pinot Nero. Grundvorgabe für alle Typen sind 15 Monate Hefelager, für Millesimato mindestens 24 Monate, viele Erzeuger reifen deutlich länger. Der Grundton ist feiner Perlage in strohgelber bis lachsrosa Farbe, mit einer Nase aus weißen Blüten, Zitrusfrucht und Bäckerhefe; mit längerer Reife kommen Brioche und toastige Noten hinzu. So markiert die DOCG die Schaumwein-Spitze der Lombardei. Alles zum Thema Lombardei-Weine. – SUPERIORE.DE
Orange Wine
Orange Wine bezeichnet einen Weißwein, der wie ein Rotwein auf der Maische vergoren wird – daher auch die Bezeichnung maischevergorener Weißwein. Der Kontakt mit den Beerenschalen dauert Tage bis Monate und überträgt Farbstoffe, Gerbstoffe und Aromen, die bei üblicher Weißweinbereitung im Trester bleiben. Die Farbe reicht von Bernstein bis Kupferorange.
Das Ergebnis ist ein Wein, der weiß gelesen wurde und sich wie ein Roter verhält: mit spürbarem Gerbstoff, dichterer Textur und häufig oxidativen Noten. Historisch ist das Verfahren die ältere Form der Weißweinbereitung – in Georgien wird es in der Qvevri seit Jahrtausenden praktiziert; die Wiederentdeckung ging in Europa vom Friaul und dem angrenzenden Slowenien aus. Eine rechtliche Kategorie ist Orange Wine nicht: Das EU-Weinrecht kennt den Begriff nicht, und es gibt keine verbindliche Vorgabe, wie lange die Maischestandzeit zu dauern hat. Alles zum Thema Weißweine. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Maischestandzeit · Amphore · Maischen
Orvieto DOC
Die Orvieto DOC ist eine der ältesten und traditionsreichsten Weißwein-Denominationen Italiens, seit 1971 anerkannt und interregional angelegt: das Anbaugebiet erstreckt sich über die Provinz Terni in Umbrien und die Provinz Viterbo im nördlichen Latium, entlang eines Abschnitts des Flusses Tiber. Grundlage sind Trebbiano Toscano (lokal "Procanico" genannt) und Grechetto mit mindestens 60%; ergänzt um bis zu 40% andere in der Region zugelassene weiße Rebsorten. Die historische Kernzone rund um den Tuffsteinfelsen von Orvieto bildet die Unterzone Orvieto Classico.
Vorgesehen ist eine ungewöhnliche Bandbreite an Typologien: Secco, Abboccato, Amabile, Dolce, Superiore sowie Muffa Nobile (aus botrytisierten Trauben). Die Angabe "Vendemmia Tardiva" ist an die Qualifikation Superiore gebunden. Kennzeichnend für den Orvieto sind ein strohgelber Farbton, ein delikater, fruchtiger Duft sowie ein trockener bis lieblicher Geschmack mit leicht mandelig-bitterem Nachhall. Der Weinbau in Orvieto reicht bis in die etruskische Zeit zurück; im Mittelalter zählte der Orvieto zu den bekanntesten Weißweinen Europas. Alles zum Thema Umbrien-Weine. – SUPERIORE.DE
Oxidativ
Oxidativ bezeichnet einen Ausbau mit bewusst erhöhtem Sauerstoffkontakt. Hauptquelle ist das Holzfass, dessen Poren und Fugen einen dauernden Gasaustausch erlauben; hält man es spundvoll, beschränkt sich der Eintrag auf sehr geringe Mengen. Davon zu unterscheiden ist die Mikrooxygenierung, bei der Sauerstoff gezielt dosiert wird. Der Sauerstoff lässt Gerbstoffe polymerisieren, stabilisiert die Farbe und bringt tertiäre Aromen hervor.
Ausgeprägt oxidativ entstehen Weine, bei denen der Luftkontakt zum Stilmittel wird: Vin Santo im nicht nachgefüllten Caratello, Marsala und die Vernaccia di Oristano, die unter einem Hefeschleier reift. Dort bilden sich Noten von Nuss, Dörrobst und Karamell, die Farbe geht ins Bernsteinfarbene. Der Übergang zum Fehler ist fließend – unkontrollierte Oxidation macht einen Wein matt und firn. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Reduktiv · Mikrooxidation
Passito
Passito bezeichnet in Italien einen Wein aus Trauben, die vor der Vinifikation getrocknet wurden – am Rebstock oder nach der Lese in belüfteten Räumen und klimatisierten Trockenkammern. Durch den Wasserverlust konzentrieren sich Zucker, Aromen und Extraktstoffe, was zu Weinen mit hoher Dichte und meist deutlichem Restzucker führt. Rechtlich definiert die EU einen Passito als Wein aus getrockneten Trauben; entsprechend führen zahlreiche italienische Disciplinari die Bezeichnung als Typologie in DOC und DOCG. Klassisch gelten Passiti als Meditationsweine für den langsamen Genuss nach dem Essen.
Zu den bekanntesten italienischen Passiti zählen der Passito di Pantelleria aus Zibibbo, der Vin Santo der Toskana, der Recioto della Valpolicella und der Recioto di Soave in Venetien, der Passito di Caluso aus Erbaluce, die Malvasia delle Lipari, der Sciacchetrà aus den Cinque Terre und der süße Sagrantino di Montefalco Passito. Zwei bedeutende Vertreter verlassen die Süßwein-Kategorie: Amarone della Valpolicella und Sforzato di Valtellina werden trocken ausgebaut. Typische Aromen reichen von Trockenobst und Datteln über Honig bis zu würzigen Noten. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Passito di Pantelleria DOC
Der Passito di Pantelleria DOC ist eine der berühmtesten Süßwein-Typologien Siziliens und Teil der Pantelleria DOC (anerkannt 1971 als dritte DOC Siziliens). Das Anbaugebiet beschränkt sich auf die vulkanische Insel Pantelleria in der Provinz Trapani, zwischen Sizilien und Tunesien. Grundlage ist die Zibibbo-Traube (100%), lokaler Name für Moscato d'Alessandria – der Name leitet sich vom arabischen zabīb ("Rosine") ab, was auf die arabische Einführung der Rebsorte im Mittelalter verweist. Der niedrige Alberello-Anbau ("Alberello Pantesco") ist seit 2014 UNESCO-Weltkulturerbe (immaterielles Kulturerbe der Menschheit).
Die Trauben werden nach der Handlese ein bis vier Wochen an der Sonne auf Bambusgeflechten oder direkt am Rebstock angetrocknet; alle Produktionsschritte müssen auf der Insel stattfinden. Die Pantelleria DOC kennt insgesamt acht Typologien: neben dem Passito auch Moscato di Pantelleria, Moscato Spumante, Moscato Dorato, Moscato Liquoroso, Passito Liquoroso, Zibibbo Dolce sowie Pantelleria Bianco. Prägend für den Passito di Pantelleria sind ein bernsteingoldener Farbton, ein intensives Bouquet nach getrockneten Feigen, Honig, kandierten Orangen, Dattel und Myrte sowie ein süßer, samtiger Geschmack mit hoher Alkoholstruktur (typischerweise über 15% vol). Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Perlage
Perlage bezeichnet das sichtbare Spiel der Kohlensäurebläschen im Glas – ihre Größe, Zahl, Verteilung und Beständigkeit. Die Blasen entstehen, wenn gelöstes Kohlendioxid beim Öffnen und Einschenken aus dem Druckgleichgewicht gerät und sich an sogenannten Keimbildungsstellen im Glas sammelt.
Das Erscheinungsbild hängt unter anderem von Kohlendioxidgehalt und Druck, Temperatur, Inhaltsstoffen des Weines sowie Form und Oberfläche des Glases ab. Schaumwein weist nach EU-Recht mindestens 3 bar Überdruck auf, Perlwein 1 bis 2,5 bar. Eine feine, anhaltende Perlage kann positiv wirken, ist für sich allein aber kein verlässlicher Qualitätsmaßstab. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Metodo Classico · Metodo Martinotti · Dosage
Piave Malanotte DOCG
Die Piave Malanotte DOCG – alternativer Name "Malanotte del Piave" – ist eine venetische Denomination, seit 2010 aus der bestehenden Piave DOC ausgegliedert. Der Name geht auf die Unterzone Malanotte in der Gemeinde Vazzola (Provinz Treviso) zurück. Das Anbaugebiet erstreckt sich entlang des Flusses Piave zwischen den Provinzen Treviso und Venezia. Grundlage sind die autochthonen Raboso-Rebsorten: Raboso Piave (mindestens 70%) und Raboso Veronese (bis 30%), der zu höchstens 5% durch andere in Treviso und Venezia zugelassene rote Rebsorten ersetzt werden kann.
Charakteristisch für die DOCG ist die traditionelle Vinifikationsweise: Das Disciplinare verlangt, dass 15 bis 30% der Trauben angetrocknet werden – eine Technik, die die naturgegebene Härte des Raboso (hohe Säure, dichte Tannine) mildert, ohne die Frische zu verlieren. Die vorgeschriebene Reifezeit beträgt mindestens 36 Monate, davon 12 in Holzfässern und 4 in der Flasche. Das traditionelle Erziehungssystem "Bellussera" – eine hochgezogene, kreuzförmige Konstruktion – prägt die Landschaft entlang des Piave bis heute. Kennzeichnend für den Malanotte sind ein tiefer rubinroter Farbton mit violetten Reflexen, ein komplexes Bouquet nach Kirsche, Waldbeere und balsamischen Noten sowie ein austerer, vollmundiger Geschmack mit strukturierten Tanninen. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Piceno DOC
Die Piceno DOC – vollständiger Name "Rosso Piceno" – ist eine seit 1968 anerkannte Denomination der Marken mit weitem Anbaugebiet. Das Anbaugebiet erstreckt sich über vier Provinzen (Ancona, Macerata, Fermo und Ascoli Piceno), mit Ausnahme des Rosso-Conero-Gebiets. Grundlage sind zwei zentralitalienische Rebsorten: Montepulciano (35-85%) und Sangiovese (15-50%), ergänzt um bis zu 15% andere in den Marken zugelassene rote Rebsorten. Das Disciplinare erlaubt zusätzlich sortenreine Sangiovese-Ausführungen (mindestens 85%).
Die DOC kennt vier Typologien: Rosso, Sangiovese, Novello und Superiore. Der Rosso Piceno Superiore ist eine strengere Subkategorie aus einem eng begrenzten Bereich im Süden der Provinz Ascoli Piceno; er darf frühestens am 1. November des Folgejahres in den Handel kommen, ein Holzausbau ist möglich, aber nicht vorgeschrieben. Typisch für den Piceno sind ein rubinroter Farbton, ein aromatisches Bouquet nach Kirsche, Pflaume und roter Beere mit würzigen Anklängen sowie ein trockener, ausgewogener Geschmack mit weichen Tanninen und guter Trinkfreude – eine der zugänglichsten Vertreterinnen der zentralitalienischen Sangiovese-Montepulciano-Tradition. Der Name geht auf das vorrömische Volk der Piceni zurück, das das Gebiet vor der römischen Eroberung besiedelte. Alles zum Thema Marken-Weine. – SUPERIORE.DE
Pieve
Pieve (italienisch für Pfarrbezirk) bezeichnet beim Vino Nobile di Montepulciano eine neue Typologie, die mit zwölf UGA (Unità Geografiche Aggiuntive) verknüpft ist. Die Bezeichnungen knüpfen u.a. an die mittelalterliche kirchliche Territorialverwaltung an; bei der Abgrenzung wurden zugleich historische, landschaftliche und geografische Untersuchungen der Toponyme berücksichtigt.
Die prominenteste Anwendung führt der Vino Nobile di Montepulciano DOCG in der südlichen Toskana: Seit Januar 2025 sind dort zwölf offizielle Pievi als UGA verankert: Argiano, Ascianello, Badia, Caggiole, Cerliana, Cervognano, Gracciano, Le Grazie, Sant'Albino, Sant'Angelo, San Biagio und Valiano. Ihre Nennung auf dem Etikett ist an strenge Vorgaben gebunden; bei der Abgrenzung spielten historische Pfarrbezirke neben weiteren geografischen und landschaftlichen Kriterien eine wichtige Rolle. Damit verbindet der Vino Nobile historische Toponyme mit einer präziseren geografischen Herkunftsangabe. Alles zum Thema Vino-Nobile-Weine. – SUPERIORE.DE
Pressen
→ Siehe Pressung
Pressung
Pressung bezeichnet das Auspressen der festen Bestandteile, nachdem der Vorlaufmost abgezogen ist. Der Druck muss zwei Anforderungen genügen: hoch genug für eine vollständige Ausbeute, niedrig genug, um Kerne und Stiele nicht zu verletzen – deren Gerbstoffe und Öle machen den Most hart und ranzig.
Gearbeitet wird in Fraktionen. Der zuerst gewonnene Most ist der feinste; mit steigendem Druck nehmen Gerb-, Bitter- und Trubstoffe zu, weshalb die letzten Anteile getrennt aufgefangen und meist anders verwendet werden. Die gebräuchlichen Bauarten reichen von der historischen Korbpresse über die Horizontalpresse bis zur pneumatischen Tankpresse, bei der ein Gummischlauch die Maische gleichmäßig gegen die Wand drückt – das schonendste heute übliche Verfahren. – SUPERIORE.DE
Primitivo di Manduria DOC
Die Primitivo di Manduria DOC ist die historische Kernzone des apulischen Primitivo, ansässig in der westlichen Provinz Taranto und Teilen der Provinz Brindisi (Apulien). Das Anbaugebiet umfasst 15 Gemeinden im Salento und am Arco Jonico, historisch geprägt durch mediterranen Weinbau. Grundlage ist die Primitivo-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in Apulien zugelassene rote Rebsorten. Vorgeschriebene Erziehungssysteme sind der traditionelle Alberello Pugliese oder die Contro Spalliera (Guyot- oder Cordone-Erziehung).
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp (mindestens 13,5% vol, Restzucker maximal 18 g/l – vom trockenen bis abboccato-Stil) und die Riserva (mindestens 14% vol, 24 Monate Reifung, davon 9 in Holzfässern). Aus der historischen Süßwein-Tradition wurde 2011 die Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG ausgegliedert – die erste DOCG Apuliens. Prägend für den Primitivo di Manduria sind ein tief rubinroter Farbton mit violetten Reflexen, ein weites, komplexes Bouquet nach Kirsche, Pflaume und mediterranen Gewürzen sowie ein körperreicher, samtiger Geschmack mit deutlicher Alkoholstruktur. Alles zum Thema Primitivo-Weine. – SUPERIORE.DE
Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG
Die Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG ist einem natürlich süßen Rotwein aus 100% Primitivo vorbehalten. Das Produktionsgebiet liegt in Apulien in Teilen der Provinzen Taranto und Brindisi; Zentrum ist das Gebiet um Manduria. Die Süßwein-Typologie gehörte ursprünglich zur Primitivo di Manduria DOC und wurde 2011 als eigenständige DOCG anerkannt.
Die Konzentration entsteht aus sehr reifen bzw. überreifen Trauben und, je nach Verfahren, durch Antrocknung der Beeren. Alkohol wird nicht zugesetzt. Das Disciplinare verlangt einen Gesamtalkohol von mindestens 16% vol., davon mindestens 13% vol. tatsächlich vorhandenen Alkohol, sowie mindestens 50 g/l Restzucker. Entsprechend zeigt der Wein meist eine dichte, reife Frucht mit Noten von Kirsche, Feige und Trockenfrüchten, häufig ergänzt von Kakao und mediterraner Würze; Süße, Alkohol und Tannin bilden dabei einen kraftvollen, konzentrierten Stil. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Produktionsvorschrift
Produktionsvorschrift ist der Rechtstext, in dem alle Qualitäts- und Produktionsanforderungen einer DOP- oder IGP-Denomination festgelegt sind. Rechtsgrundlage sind Artikel 94 der EU-Verordnung 1308/2013 sowie in Italien Artikel 35 des Testo Unico Vino (Legge 238/2016). Formuliert wird das Disciplinare von den Erzeugern selbst, meist über das jeweilige Consorzio, auf Grundlage eines EU-Musters.
Zu den Pflichtinhalten zählen die Abgrenzung der Anbauzone, die zugelassenen Rebsorten und ihre Prozentanteile, der maximale Hektarertrag, die önologischen Praktiken, die analytischen und sensorischen Merkmale des Weins sowie die Verbindung zwischen Wein und Terroir. Besondere Vorgaben wie Mindestalterung in Holz und Flasche oder zugelassene Ausnahmen für die Vinifikation außerhalb der Zone sind, sofern vorgesehen, verbindlicher Bestandteil des jeweiligen Disciplinare. Änderungen werden vom Consorzio beantragt, vom italienischen Ministerium geprüft und von der EU-Kommission publiziert. – SUPERIORE.DE
Qualitätsschaumwein
Qualitätsschaumwein ist eine EU-Rechtskategorie für Schaumweine mit höheren Qualitätsanforderungen als der einfache Vino spumante (VS). Rechtsgrundlage ist die EU-Verordnung 1308/2013, Anhang VII, Teil II, Nr. 5. Verlangt werden ein Überdruck von mindestens 3,5 bar bei 20°C (bei Kleinflaschen bis 250 ml genügen 3 bar), ein Gesamtalkoholgehalt der Cuvée von mindestens 9% vol und ein Herstellungsprozess von mindestens sechs Monaten ab Beginn der zweiten Gärung. Bei Herstellung in der Einzelflasche nach der Metodo Classico beträgt die vorgeschriebene Mindestdauer des Herstellungsprozesses neun Monate.
Innerhalb der EU-Klassifikation stehen daneben zwei eigenständige Kategorien: der aromatische Qualitätsschaumwein (VSQA, Nr. 6) für Weine aus Muskat, Brachetto oder ähnlichen Sorten sowie der Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure (VSG, Nr. 7). Die meisten hochwertigen italienischen Schaumweine, von Franciacorta DOCG über Trento DOC und Alta Langa DOCG bis zum Prosecco DOC, fallen in die VSQ-Kategorie. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Ramandolo DOCG
Die Ramandolo DOCG war 2001 die erste DOCG Friauls, aus einer Typologie der Colli Orientali del Friuli DOC ausgegliedert. Das Anbaugebiet beschränkt sich auf die Gemeinden Nimis und Tarcento in der Provinz Udine, am Fuß des Monte Bernadia (1.732 m). Die südexponierten Terrassenlagen liegen zwischen 250 und 413 Metern; die außergewöhnlich hohen Niederschläge und deutliche Tag-Nacht-Temperaturunterschiede vor der Ernte bilden eine klimatische "Insel", die die Traubenreife prägt. Grundlage ist der Verduzzo Friulano (100%), lokal "verduzzo giallo" genannt.
Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Ramandolo und den Ramandolo Riserva, der eine deutlich längere Reifung durchläuft. Bei beiden werden die Trauben am Rebstock oder in geeigneten Räumen angetrocknet – das Antrocknen ist Herstellungsmerkmal, keine eigene Typologiebezeichnung. Charakteristisch für den Ramandolo sind ein tief goldgelber Farbton, ein intensives Bouquet nach getrockneter Aprikose, Honig und Haselnuss sowie ein süßer, strukturreich-samtiger Geschmack, den die markante Säure des Verduzzo elegant ausbalanciert. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Reblaus
Die Reblaus (Phylloxera vastatrix, heute Daktulosphaira vitifoliae) ist ein nur ein bis anderthalb Millimeter kleines Insekt aus Nordamerika, das an den Wurzeln der Vitis vinifera saugt und die Rebe innerhalb weniger Jahre absterben lässt. 1863 wurde sie erstmals in Südfrankreich dokumentiert, 1868 identifizierte der Botaniker Jules-Émile Planchon in Montpellier den Schädling. Von dort verbreitete sie sich rasant über Europa: Österreich 1867, Deutschland Mitte der 1870er, Spanien 1876, Italien 1879. Bis 1900 waren rund drei Viertel der europäischen Rebfläche vernichtet, in Italien bereits 1894 über 100.000 Hektar in 27 Provinzen; Sizilien traf es am härtesten.
Die Lösung fand sich ab den 1880er Jahren in der Pfropfung: Die europäische Edelrebe wird auf eine reblaus-resistente amerikanische Unterlage aufgesetzt (Vitis riparia, Vitis rupestris oder Vitis berlandieri), an der Veredelungsstelle wachsen beide zu einer neuen Pflanze zusammen. Heute stehen die absolute Mehrzahl aller Reben weltweit auf amerikanischen Unterlagen. Wurzelechte Reben (piede franco) haben sich vor allem dort erhalten, wo besondere Standortbedingungen – insbesondere sehr sandreiche Böden – die Ausbreitung der Reblaus erschweren, etwa in den sandigen Küstenzonen Marsalas sowie in einzelnen Lagen auf Pantelleria, am Etna und in Sardinien. Diese seltenen Bestände sind heute genetische Zeitkapseln und für den Erhalt autochthoner Sorten von unschätzbarem Wert. – SUPERIORE.DE
Rebsortenwein
Rebsortenwein bezeichnet einen Wein, der nach der Hauptrebsorte auf dem Etikett benannt ist und diese in einem gesetzlich definierten Mindestanteil enthält. Nach EU-Weinrecht müssen mindestens 85% der Trauben aus der genannten Rebsorte stammen; werden zwei oder mehr Sorten aufgeführt, muss der Wein zu 100% aus diesen Sorten bestehen, in absteigender Mengenreihenfolge. Die Rebsortenangabe ist zulässig bei DOP-, IGP- und bei Weinen ohne geographische Herkunft mit ausdrücklicher Rebsortenkennzeichnung.
In Italien führte die Weinklassifikationsreform von 2010 die eigenständige Kategorie Vino varietale ein: einfache Weine ohne DOP oder IGP, die dennoch mit Rebsorte und Jahrgang etikettiert werden dürfen. Erlaubt sind hier nur ausgewählte internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot, Sauvignon Blanc oder Syrah; die geographische Herkunft darf nicht angegeben werden. Bei DOP/IGP-Weinen ist die Rebsortenangabe im Disciplinare geregelt, oft in Kombination mit dem Ortsnamen wie beim Barbera d'Asti DOCG. – SUPERIORE.DE
Recioto
Recioto bezeichnet in Venetien süße Weine aus angetrockneten Trauben, bei denen die Gärung so geführt oder gestoppt wird, dass natürlicher Restzucker erhalten bleibt. Drei DOCG tragen den Namen: Recioto della Valpolicella als Rotwein sowie Recioto di Soave und Recioto di Gambellara als Weißweine.
Als wahrscheinlichste Namensherkunft gilt das veronesische "recia" für Ohr – gemeint sind besonders exponierte Teile der Traube. Historisch ist Recioto eng mit Amarone verbunden: Amarone entwickelte sich als trocken vergorene Variante dieses Weintyps; auf frühen Etiketten findet sich entsprechend die Bezeichnung "Recioto della Valpolicella Amarone". Erst später etablierte sich Amarone als eigenständige Bezeichnung. Heute sind Amarone della Valpolicella und Recioto della Valpolicella eigenständige DOCG mit klar getrennten Produktionsregeln. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Appassimento · Passito · Süßung · Amarone
Recioto della Valpolicella DOCG
Recioto della Valpolicella ist der historische Süßwein der Provinz Verona und der Urahn des Amarone. Seine Wurzeln reichen in die Spätantike: Bereits im 4. Jahrhundert beschrieb Cassiodor als Acinatico einen dichten, süßen Wein aus getrockneten Trauben, den Vorläufer des heutigen Recioto. Der Name selbst kommt vom veronesischen Dialektwort recia (Ohr) und bezeichnet die sonnengereiftesten oberen Traubenteile, die für die Trocknung ausgewählt werden. Die Zone umfasst zahlreiche Gemeinden der Provinz Verona, mit den Unterzonen Classico und Valpantena. Grundlage sind Corvina Veronese (45 bis 95%) und Rondinella (5 bis 30%); 1968 als DOC anerkannt, wurde er 2010 zur DOCG erhoben.
Nach der Ernte werden die selektierten Trauben mehrere Monate auf Strohmatten getrocknet und konzentrieren dabei Zucker, Farbe und Aromen. Bei der Gärung wird der Prozess unterbrochen, bevor der gesamte Zucker in Alkohol umgewandelt ist – der entscheidende Unterschied zum Amarone, der historisch aus einem vergessenen Recioto entstand, dessen Gärung ungebremst durchlief. Das Ergebnis ist ein tiefer, granatroter Süßwein von dichter, samtiger Konsistenz, mit Aromen nach reifer Kirsche, Feige, Rosinen und Schokolade und einer bemerkenswerten Frische, welche die Corvina auch bei hohen Zuckerwerten bewahrt. So ist Recioto della Valpolicella nicht nur einer der ältesten Weinstile Europas, sondern auch die süße Wurzel des heutigen Amarone-Erfolgs. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Recioto di Gambellara DOCG
Die Recioto di Gambellara DOCG ist eine venetische Süßwein-Denomination, seit 2008 aus der Gambellara DOC (1970) zur DOCG erhoben. Das Anbaugebiet umfasst vier Gemeinden in der westlichen Provinz Vicenza an der Grenze zu Verona (Gambellara, Montebello Vicentino, Montorso Vicentino, Zermeghedo), am Fuß der Lessinischen Berge in Höhen zwischen 250 und 350 Metern. Grundlage ist die Garganega-Traube (100%).
Anders als die verwandten Recioto di Soave DOCG und Recioto della Valpolicella DOCG beruht die Recioto di Gambellara ausschließlich auf einer einzigen Rebsorte. Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Recioto di Gambellara Classico, traditionell auch leicht perlend, und den Recioto di Gambellara Spumante. Der Name "Recioto" leitet sich vom venetischen "recia" (Ohr) ab und bezeichnet den oberen, sonnengereifsten Teil des Traubenbüschels, der traditionell zum Passito verwendet wird. Charakteristisch sind ein tief strohgelber bis goldgelber Farbton, ein intensives Bouquet nach getrockneter gelber Frucht, Honig und Marzipan sowie ein süßer, harmonischer Geschmack mit leichter bitterer Note im Abgang. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Recioto di Soave DOCG
Als erste DOCG Venetiens wurde 1998 die Recioto di Soave DOCG anerkannt, aus einer Typologie der Soave DOC ausgegliedert. Das Anbaugebiet umfasst die Hügel um Soave und Monteforte d'Alpone in der Provinz Verona. Grundlage ist die Garganega-Traube (mindestens 70%), ergänzt um bis zu 30% Trebbiano di Soave, Pinot Bianco oder Chardonnay. Der Zusatz "Classico" ist der historischen Kernzone rund um Soave und Monteforte d'Alpone vorbehalten; 33 Menzioni Geografiche Aggiuntive (MGA) erlauben eine weitere geografische Präzisierung.
Die Denomination gliedert sich in drei Typologien: den stillen Recioto di Soave, den Recioto di Soave Classico und den Recioto di Soave Spumante. Charakteristisch ist die traditionelle Antrocknung der Trauben auf Bambusgeflechten (arele) in belüfteten Räumen (fruttai) für bis zu sechs Monate mit 35-45% Gewichtsverlust; oft bildet sich dabei eine feine Edelfäule. Der resultierende Wein zeigt einen tief goldgelben Farbton, ein intensives Bouquet nach getrockneter gelber Frucht, Honig, Aprikose und typischen Mandel-Noten der Garganega sowie einen süßen, körperreichen und vollmundigen Geschmack mit langer Persistenz. Alles zum Thema Venetien-Weine. – SUPERIORE.DE
Reduktiv
Reduktiv bezeichnet einen Ausbau, der den Sauerstoffkontakt so weit wie möglich ausschließt. Dazu dienen gasdichte Behälter, meist Edelstahltanks, dazu Schutzgase, die den Sauerstoff im Behälter verdrängen – meist Stickstoff, Argon oder Kohlendioxid –, Schwefelung, möglichst vollständig gefüllte Gebinde und kurze Verarbeitungswege. Ziel ist der Erhalt der Primärfrucht; typisch ist das Verfahren für aromatische Weißweine, junge Rotweine und Schaumweine.
Der Begriff hat allerdings eine zweite Bedeutung, und das führt regelmäßig zu Missverständnissen. Reduktiv nennt man auch einen aromatischen Zustand: Bei zu wenig Sauerstoff bilden die Hefen Schwefelwasserstoff und verwandte Verbindungen, die nach Feuerstein, angerissenem Streichholz, Gummi oder faulen Eiern riechen. Schwach ausgeprägt verschwinden diese Noten durch Belüftung oder Flaschenreife, ein hartnäckiger Böckser bleibt. Vollständig lässt sich Sauerstoff ohnehin nicht ausschließen – die Hefen benötigen während der Gärung selbst eine geringe Menge. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Oxidativ · Schutzgas
Reinzuchthefen
Reinzuchthefen sind gezielt ausgewählte und vermehrte Hefestämme, die dem Most zugesetzt werden. Seit dem frühen 20. Jahrhundert stehen sie zur Verfügung; das Ziel war zunächst Gärsicherheit – ein zuverlässiger Start und ein vollständiger Durchgang ohne Stocken. Heute werden Stämme auch nach aromatischen Eigenschaften ausgewählt: Manche sind bewusst neutral, andere betonen bestimmte Noten.
Ihr Einsatz ist dort verbreitet, wo das Risiko einer spontanen Gärung hoch ist: bei kühlen Gärtemperaturen, wie sie in der Weißweinbereitung üblich sind, bei sehr zuckerreichen Mosten, wenn die Trauben nicht durchweg einwandfrei sind, und bei Grundweinen für Schaumwein, wo eine neutrale Gärung gewünscht ist. Verbreitet sind Mischformen – spontaner Beginn und spätere Zugabe von Reinzuchthefe, wenn die Gärung ins Stocken gerät. – SUPERIORE.DE
Remontage
Remontage, auch Überpumpen, bezeichnet das Abziehen des gärenden Mostes am Boden des Behälters und sein Zurückpumpen über den Tresterhut. Es ist das gebräuchlichste der drei Verfahren zur Steuerung der Maischegärung. Vergleichsmessungen haben ihm eine kräftigere Extraktion bescheinigt als Unterstoßen und Délestage; wie deutlich der Unterschied ausfällt, hängt allerdings von der konkreten Durchführung ab.
Der Grund ist zugleich die Einschränkung: Beim Pumpen nimmt der Most Sauerstoff auf. Das begünstigt die Farbstabilität, kann aber unerwünscht sein, wenn ein reduktiver Stil angestrebt wird. Manche Erzeuger lassen den Most deshalb allein über die Schwerkraft laufen statt zu pumpen. Die Wahl zwischen den drei Verfahren ist eine Stilentscheidung, und die Übergänge sind fließend: Häufigkeit, Dauer und Intensität wirken sich stärker aus als das Verfahren selbst. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Unterstoßen · Délestage
Remuage
Remuage bezeichnet das schrittweise Rütteln und Drehen der Flaschen nach der Flaschengärung, damit sich das Hefedepot am Verschluss bzw. im Flaschenhals sammelt. Erst dadurch lässt sich der Bodensatz beim anschließenden Degorgieren gezielt entfernen.
Traditionell stehen die Flaschen im Rüttelpult und werden über Tage oder Wochen regelmäßig gedreht und zunehmend kopfüber gestellt. In modernen Kellereien übernehmen häufig Gyropaletten bzw. Rüttelroboter diese Bewegung für viele Flaschen gleichzeitig. Auf die Remuage folgt das Degorgieren. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Tirage · Degorgieren · Metodo Classico
Restzucker
Restzucker ist der Zucker, der nach der Gärung im Wein verbleibt, angegeben in Gramm je Liter. Er entsteht, wenn die Gärung vorzeitig endet – von selbst, weil der steigende Alkohol die Hefen hemmt, oder gezielt durch Kühlen, Schwefeln oder Filtrieren. Das EU-Weinrecht knüpft daran feste Geschmacksangaben: trocken bis 4 Gramm je Liter, halbtrocken bis 12, lieblich bis 45, süß darüber. Beide unteren Stufen kennen eine Ausnahme für säurebetonte Weine: trocken bis 9 Gramm, wenn die Gesamtsäure höchstens 2 Gramm darunter liegt, halbtrocken bis 18 Gramm bei höchstens 10 Gramm Abstand.
Wahrgenommen wird Restzucker nicht als absolute Menge, sondern im Verhältnis zur Säure – genau darauf zielen die Ausnahmen. Ein säurebetonter Wein mit 8 Gramm kann trocken schmecken, ein säurearmer mit 5 Gramm bereits süßlich. Daneben erhöht Zucker die Viskosität und mildert die Wirkung von Säure und Gerbstoff; deshalb wirken restsüße Weine oft weicher und voller, als ihr Alkoholgehalt vermuten ließe. – SUPERIORE.DE
Ripasso
Ripasso bezeichnet eine Vinifikationstechnik der Valpolicella, bei der ein Valpolicella-Wein auf den Trestern nach der Gewinnung von Amarone della Valpolicella und/oder Recioto della Valpolicella erneut vergoren wird. Das aktuelle Disciplinare schreibt für diese Refermentation eine Dauer von mindestens drei Tagen vor. Dabei gelangen aus den Trestern und der darin enthaltenen Flüssigkeit zusätzliche Farb-, Aroma- und Gerbstoffe sowie vergärbarer Zucker in den Wein. Im Vergleich zu einem klassischen Valpolicella kann Ripasso dadurch mehr Körper, Wärme und Struktur entwickeln, ohne dem Herstellungsverfahren eines Amarone zu entsprechen.
Valpolicella Ripasso besitzt eine eigene DOC; Grundlage bleiben die traditionellen Rebsorten der Valpolicella, insbesondere Corvina beziehungsweise Corvinone und Rondinella. Der Wein darf nicht vor dem 1. Januar des zweiten auf die Lese folgenden Jahres in Verkehr gebracht werden. Stilistisch zeigt er häufig reife Kirsche, dunklere Frucht, Gewürze und gelegentlich Anklänge an getrocknete Früchte, bleibt nach dem Disciplinare aber ein trockener Rotwein und sollte deshalb nicht über eine vermeintliche "Süße" definiert werden. Alles zum Thema Valpolicella-Weine. – SUPERIORE.DE
Riserva
Riserva ist eine traditionelle spezifische Bezeichnung im italienischen Weinrecht, die verlängerte Reifezeiten innerhalb einer bestehenden Denomination markiert. Sie ist nach dem Testo Unico Vino (Legge 238/2016, Art. 31) den Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung, DOC und DOCG, vorbehalten und muss im jeweiligen Disciplinare geregelt sein. Als Mindestreifezeit legt das Gesetz zwei Jahre für Rotweine, ein Jahr für Weißweine und Schaumweine der Tankgärung (Metodo Martinotti/Charmat) sowie drei Jahre für Schaumweine mit Flaschengärung (Metodo Classico) fest. Bei Verschnitten aus verschiedenen Jahrgängen darf die Riserva-Auslobung erst nach Ablauf der Mindestreife der gesamten Charge erfolgen.
Diese Zeiten sind Untergrenzen, die viele Denominationen in ihren Disciplinari deutlich übertreffen: Chianti Classico Riserva verlangt mindestens 24 Monate Reife (davon 3 in der Flasche), Brunello di Montalcino Riserva sechs Jahre gesamt (davon 2 Jahre Holz und 6 Monate Flasche), Barolo Riserva 62 Monate ab dem Erntejahr (davon 18 Monate Holz). Ob die Reifung im Holzfass, in der Flasche oder in freier Aufteilung erfolgt, regelt ausschließlich das jeweilige Disciplinare; einen allgemeinen Holzzwang kennt das Gesetz nicht. Von der Bezeichnung Superiore, die vor allem strengere Anbau- und Ausbauvorgaben umfasst, unterscheidet sich Riserva darin, dass sie primär die Zeitdimension regelt. – SUPERIORE.DE
Roero DOCG
Roero ist die Piemonteser DOCG der linken Tanaro-Seite, gegenüber der Langhe. Sie umfasst 19 Gemeinden in der Provinz Cuneo, deren Landschaft von den sogenannten rocche geprägt ist – markanten Sanderosionen, die beim geologischen Phänomen der Tanaro-Umlenkung entstanden. Die Böden gehen auf einen antiken Meeresarm zurück: sandige, marine Sedimente mit Ton und Kalk, deutlich leichter als die schwereren Mergelböden der Langhe. 1985 als DOC anerkannt, wurde Roero 2004 zur DOCG erhoben.
Zwei Weine bilden die DOCG: der Roero Rosso aus mindestens 95% Nebbiolo, mit 20 Monaten Reife (davon 6 im Holz) für den Grundtyp und 32 Monaten (davon ebenfalls 6 im Holz) für die Riserva; und der Roero Arneis aus mindestens 95% Arneis, auch als Riserva und Spumante. Auf den sandigen Böden zeigt der Nebbiolo eine andere Handschrift als in Barolo oder Barbaresco: fruchtbetonter, weniger tanninherb, früher zugänglich. Der weiße Arneis bringt ein feines Bouquet aus weißen Blüten, Birne und Haselnuss und ist heute einer der bekanntesten Weißweine des Piemonts. So verbindet die DOCG einen zugänglicheren Nebbiolo mit einem Arneis, der über die Region hinaus Maßstäbe setzt. Alles zum Thema Nebbiolo-Weine. – SUPERIORE.DE
Romagna Albana DOCG
Romagna Albana ist die historische Weißwein-DOCG der Emilia-Romagna und war 1987 der erste Weißwein Italiens überhaupt, dem der DOCG-Status zuerkannt wurde. Die Zone liegt zwischen den Provinzen Bologna, Ravenna und Forlì-Cesena, mit dem geologischen Rückgrat der Kalksteinformation Spungone, die sich durch die Hügel zieht. Grundlage ist die autochthone Albana-Traube mit mindestens 95% – eine Rebsorte, die außerhalb der Romagna kaum vorkommt und für einen Weißwein ungewöhnlich viel Gerbstoff mitbringt. 1967 als DOC anerkannt, wurde sie 1987 zur DOCG erhoben; 2011 wurde der Name von Albana di Romagna zu Romagna Albana geändert.
Vier Typologien umfasst die DOCG: Secco (trocken), Amabile (halbsüß), Dolce (süß) und Passito, ergänzt um eine Passito Riserva. Für den Passito werden die Trauben zwischen dem 15. Oktober und dem 30. März angetrocknet, um mindestens 285 g Zucker pro Liter zu erreichen; bei Botrytis-Befall (muffa nobile) entfallen diese Fristen und die Vorgaben werden strenger. Der trockene Albana zeigt eine für Weißwein ungewöhnliche Struktur mit spürbarem Tannin, Aprikose, Kamille und Zitrusnote; der Passito ist bernsteinfarben, mit Aromen von Trockenfrucht, Honig und Pfirsich. So markiert die DOCG das ganze Spektrum einer der eigenwilligsten weißen Rebsorten Italiens. Alles zum Thema Emilia-Romagna-Weine. – SUPERIORE.DE
Romagna Sangiovese DOC
Die Romagna Sangiovese DOC ist die zentrale Rotwein-Denomination der Emilia-Romagna, in der heutigen Form seit 2011 als Teil der übergeordneten Romagna DOC anerkannt (Vorgänger: Sangiovese di Romagna DOC seit den 1960er-Jahren). Das Anbaugebiet erstreckt sich über die hügelige Vorapenninen-Zone in den Provinzen Forlì-Cesena, Ravenna, Rimini und sieben Gemeinden Bolognas – eine der flächenmäßig größten Sangiovese-Denominationen Mittelitaliens. Grundlage ist die Sangiovese-Traube mit mindestens 85%. Ein Notariatsakt aus Faenza von 1672 belegt die Sangiovese-Rebsorte früh für die Romagna.
Die DOC kennt drei Qualitätsstufen: den Grundtyp (mindestens 12% vol), den Superiore (mindestens 12,5%) und die Unterzonen-Weine mit Riserva-Option (mindestens 13%, Ertrag maximal 9 t/ha). Das Disciplinare erkennt 16 offizielle Unterzonen an – darunter Bertinoro (kalkig-poröse Spungone-Böden, geschmacksdichte, mittelkräftige Weine), Predappio (Spungone, Sand und Ton; feste Tannine, langes Reifepotenzial) und Modigliana (Mergel und Sandstein bis 570 m Höhe; schlanker, floraler Stil mit spannungsreicher Säure). Typisch für den Romagna Sangiovese sind ein rubinroter Farbton, ein aromatisches Bouquet nach roter Frucht und würzigen Noten sowie ein trockener, ausgewogener Geschmack, dessen stilistische Bandbreite die Vielfalt der Unterzonen widerspiegelt. Alles zum Thema Emilia-Romagna-Weine. – SUPERIORE.DE
Rosato
→ Siehe Roséwein
Rosazzo DOCG
Aus der Colli Orientali del Friuli DOC wurde 2011 die Rosazzo DOCG ausgegliedert. Das kleine Anbaugebiet umfasst nur die Gemeinden Manzano, San Giovanni al Natisone und einen Ausläufer in Corno di Rosazzo (Provinz Udine). Die Böden bestehen aus Mergel und Sandstein eozänischen Ursprungs – lokal "Ponca" oder "Flysch" genannt –, die dem Wein eine markante mineralische Struktur verleihen. Der Name geht auf die romanische Abbazia di Rosazzo (1068-1070 gegründet) zurück, deren Klosterdokumente die Weinproduktion des Gebiets bis ins 14. Jahrhundert dokumentieren; die Serenissima Repubblica di Venezia führte die Weine ab 1420 an ihre Höfe.
Der Rosazzo ist eine bewusst komponierte Assemblage aus mehreren Rebsorten: Friulano (mindestens 50%), Sauvignon (20-30%), Pinot Bianco und/oder Chardonnay (20-30%) sowie Ribolla Gialla (bis 10%); zusätzlich können bis zu 5% andere in der Provinz Udine zugelassene weiße Rebsorten eingesetzt werden. Das Ergebnis ist ein raffinierter, körperreicher Weißwein mit einem tief strohgelben bis goldgelben Farbton, einem komplexen Bouquet nach reifer weißer Frucht, Zitrusblüte, Bergamotte und mediterranen Kräutern sowie einem trockenen, salzig-mineralischen Geschmack mit ausgewogener Säure und ausgeprägtem Reifepotenzial. Alles zum Thema Friaul-Weine. – SUPERIORE.DE
Rosé
→ Siehe Roséwein
Rosso Conero DOC
Die Rosso Conero DOC ist die zentrale Rotwein-Denomination der Marken rund um das Küstenmassiv des Monte Conero (572 m), seit 1967 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst sieben Gemeinden in der Provinz Ancona: das Kernterritorium Ancona, Offagna, Camerano, Sirolo, Numana sowie Teile von Castelfidardo und Osimo. Grundlage ist die Montepulciano-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in den Marken zugelassene rote Rebsorten. Das Küstenklima des Monte Conero mit warmen adriatischen Einflüssen und felsigen Kalkstein-Böden prägt die typische Frische und Struktur der Weine.
Die Basisausführung ist die Rosso Conero DOC (mindestens 11,5% vol); die Riserva-Ausführung wurde 2004 als eigenständige Conero DOCG ausgegliedert (Montepulciano mindestens 85%, Sangiovese maximal 15%, mindestens 24 Monate Reifung, mindestens 12,5% vol). Seit der Disciplinare-Reform 2025 kennt die Conero DOCG zusätzlich eine Rosa- beziehungsweise Rosato-Typologie. Kennzeichnend für den Rosso Conero sind ein tief rubinroter Farbton, ein intensives Bouquet nach dunkler reifer Frucht, Kirsche und würzigen Anklängen sowie ein körperreicher, ausgewogener Geschmack mit weichen Tanninen und guter Frische – Merkmale, die den Rosso Conero als eigenständige Ausprägung des Montepulciano neben der volumenstärkeren Montepulciano d'Abruzzo DOC positionieren. Alles zum Thema Marken-Weine. – SUPERIORE.DE
Rosso Piceno
→ Siehe Piceno DOC
Ruché di Castagnole Monferrato DOCG
Die Ruché di Castagnole Monferrato DOCG ist eine kleine, aber charakteristische piemontesische Denomination im Monferrato Astigiano, seit 2010 aus der DOC (1987) zur DOCG erhoben. Das Anbaugebiet umfasst nur sieben Gemeinden in der Provinz Asti: Castagnole Monferrato, Grana, Montemagno, Portacomaro, Refrancore, Scurzolengo und Viarigi – am linken Ufer des Tanaro in hügelig-bewaldeter Landschaft. Grundlage ist die seltene autochthone Ruché-Rebsorte mit mindestens 90%, ergänzt um bis zu 10% Barbera und/oder Brachetto.
Die Ruché-Rebsorte war bis in die 1980er-Jahre fast ausgestorben; die DOC-Anerkennung 1987 (auf Betreiben unter anderem des Pfarrers Don Cauda) und die spätere DOCG-Erhebung sind maßgeblich für ihre Rettung verantwortlich. Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Grundtyp und die Riserva; beide erlauben den Zusatz "Vigna". Prägend für den Ruché sind ein rubinroter Farbton mit leichten violetten Reflexen, ein aromatisches Bouquet nach roter Frucht, Rose und würzigen Noten mit charakteristischer floraler Persistenz sowie ein trockener, mittelkräftiger und harmonischer Geschmack – ein hocheigenständiges Sortenprofil im Piemont. Alles zum Thema Piemont-Weine. – SUPERIORE.DE
Rund
Rund beschreibt einen Wein ohne hervorstechende Kanten: Säure, Gerbstoff und Alkohol fügen sich so ineinander, dass keine Komponente einzeln auffällt.
Der Eindruck entsteht durch reife Gerbstoffe, moderate Säure und oft etwas Restzucker oder Glycerin, die das Zusammenspiel abpolstern. Anders als weich, das die Abwesenheit von Härte meint, zielt rund auf die Geschlossenheit des Gesamteindrucks. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Weich · Samtig · Seidig
Saftabzug
Saftabzug bezeichnet das Abziehen des Mostes, der ohne Druck aus der Maische läuft. Er tritt allein durch das Eigengewicht der Trauben aus und gilt als der feinste Anteil: wenig Trubstoff, wenig Gerbstoff, klare Frucht.
Beim Weißwein wird er getrennt aufgefangen und häufig eigenständig ausgebaut. Beim Rosé kann derselbe Vorgang das Verfahren selbst sein: Zieht man nach kurzer Standzeit einen Teil des Vorlaufs von der Rotweinmaische ab, entsteht daraus ein Rosé, während der Rest konzentrierter zurückbleibt – das Saignée-Verfahren. – SUPERIORE.DE
Saftigkeit
Saftigkeit beschreibt den Eindruck von Mundwässrigkeit: Der Wein regt den Speichelfluss an, statt den Mund auszutrocknen. Physiologisch steckt die Säure dahinter – sie löst eine Speichelreaktion aus und wirkt damit dem zusammenziehenden Effekt der Gerbstoffe entgegen.
Wahrgenommen wird Saftigkeit als Zusammenspiel von reifer Frucht und lebendiger Säure; fehlt eines von beidem, wirkt der Wein entweder herb-trocken oder süßlich-schwer. – SUPERIORE.DE
Sagrantino di Montefalco
→ Siehe Montefalco Sagrantino DOCG
Saignée
→ Siehe Saftabzug
Salice Salentino DOC
Die Salice Salentino DOC ist eine der bedeutendsten Denominationen Apuliens, seit 1976 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst mehrere Gemeinden in den Provinzen Lecce und Brindisi im südlichen Salento – namensgebend die Gemeinde Salice Salentino. Grundlage der roten Typologien ist die Negroamaro-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in Apulien zugelassene rote Rebsorten (historisch vor allem Malvasia Nera di Lecce und Brindisi).
Zugelassen ist ein ungewöhnlich breites Sortiment: Rosso, Rosato, Bianco (Chardonnay, Fiano, Pinot Bianco und/oder Verdeca, zusammen mindestens 70%), Superiore, Aleatico und Aleatico Liquoroso – viele davon auch als Spumante. Die Riserva-Ausführung verlangt mindestens 24 Monate Reifung, davon 6 in Holzfässern. Traditionelles Erziehungssystem ist der Alberello Pugliese, die niedrige Buschform, deren Ursprung im südlichen Apulien auf die griechische Kolonisation zurückgeführt wird. Charakteristisch für den Salice Salentino sind ein tief rubinroter Farbton, ein warmes, mediterranes Bouquet nach reifer roter Frucht, Kirsche und würzigen Anklängen sowie ein körperreicher, weich-tanniger Geschmack mit dichter Wärme und guter Struktur. Alles zum Thema Negroamaro-Weine. – SUPERIORE.DE
Salzigkeit
Salzigkeit beschreibt einen Geschmackseindruck, der an Meersalz oder Salzlake erinnert und meist gemeinsam mit hoher Säure und straffer Struktur auftritt. Wein enthält tatsächlich Salze – vor allem Kalium-, Natrium-, Magnesium- und Calciumverbindungen sowie Chloride, die zum Trockenextrakt zählen. In den meisten Weinen liegen ihre Konzentrationen jedoch an oder unter der Wahrnehmungsschwelle, sodass der Eindruck eher aus dem Zusammenspiel von Säure, Extrakt und niedrigem pH-Wert entsteht als aus messbarem Salz.
Deutlich messbar wird Salzigkeit dort, wo salzhaltige Böden und künstliche Bewässerung zusammenkommen: Dann gelangen Chloride in einer Menge in die Rebe, die auch ungeübte Verkoster wahrnehmen. Die verbreitete Vorstellung, Meeresnähe allein bringe Salz in den Wein, ist dagegen nicht belegt – wie bei der Mineralität lässt sich der Weg vom Boden ins Glas nicht direkt nachzeichnen. – SUPERIORE.DE
Samtig
Samtig beschreibt ein dichtes, weiches Mundgefühl mit spürbarer, aber feiner Gerbstoffstruktur – vergleichbar mit dem Griff von Samt, der Widerstand hat, ohne zu kratzen. Voraussetzung sind reife Gerbstoffe in nennenswerter Menge.
Wodurch sich ein samtiger von einem rauen Eindruck unterscheidet, ist önologisch nicht abschließend geklärt; neben der Menge spielen die Herkunft aus Schale oder Kern und die chemische Zusammensetzung eine Rolle. Samtig setzt also Substanz voraus, nicht deren Abwesenheit. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Tannin · Seidig · Weich · Rund
Schutzgas
Schutzgas bezeichnet ein Gas, das eingesetzt wird, um Sauerstoff über der Weinoberfläche zu verdrängen. Verwendet werden vor allem Stickstoff und Argon: Sie reagieren nicht mit dem Wein und lösen sich kaum darin – im chemischen Sprachgebrauch heißen sie Inertgase. Kohlendioxid wird ebenfalls eingesetzt, verhält sich aber anders, weil es sich im Wein löst und das Mundgefühl beeinflussen kann.
Eingesetzt werden sie überall dort, wo ein Behälter nicht randvoll bleiben kann: im Kopfraum teilbefüllter Tanks und Fässer, beim Spülen von Leitungen und beim Abfüllen. Argon ist schwerer als Luft und bildet deshalb eine besonders stabile Schicht, Stickstoff ist günstiger – daher die Mischungen. Als Dauerlösung taugt die Überlagerung nicht – angebrochene Gebinde sollten in überschaubarer Zeit geleert werden. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Reduktiv · Auffüllen
Schutzkonsortium
Schutzkonsortium ist die freiwillige Organisation der Erzeuger, Vinifikatoren und Abfüller einer italienischen DOP- oder IGP-Weinregion, die Schutz, Promotion und Aufsicht der Denomination übernimmt. Rechtsgrundlage ist Artikel 41 des Testo Unico Vino (Legge 238/2016), die Anerkennung erfolgt durch das italienische Landwirtschaftsministerium. Ein Consorzio di Tutela wird anerkannt, wenn es mindestens 35% der Winzer und 51% der zertifizierten Produktion vertritt.
Wird die höhere Repräsentativität von 40% der Winzer und 66% der Produktion erreicht, kann das Konsortium bestimmte gesetzlich vorgesehene Aufgaben und Maßnahmen auch gegenüber sämtlichen in das Kontrollsystem einbezogenen Erzeugern der Denomination wahrnehmen, nicht nur gegenüber Mitgliedern. Die staatliche Kontrolle wird dadurch nicht ersetzt; Überwachungsaufgaben erfolgen in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Kontrollstellen. Zu den bekanntesten Weinkonsortien zählen das 1924 gegründete Consorzio Vino Chianti Classico mit dem Gallo Nero, das Consorzio Tutela Brunello di Montalcino und das Consorzio Tutela Barolo Barbaresco Alba e Roero. – SUPERIORE.DE
Schwefeldioxid
Schwefeldioxid, in Wasser gelöst schweflige Säure, ist das wichtigste Konservierungsmittel der Weinbereitung; seine Salze heißen Sulfite. Jeder Wein enthält Schwefeldioxid, auch ohne jede Zugabe – die Hefen bilden während der Gärung selbst geringe Mengen. Unterschieden wird zwischen freier und gebundener schwefliger Säure. Die gebundene ist an Acetaldehyd, Brenztraubensäure und andere Gärungsnebenprodukte gekoppelt und trägt kaum zum Schutz bei. Wirksam ist vor allem die freie, und von ihr hängt der antimikrobielle Schutz am molekularen Anteil, dessen Höhe der pH-Wert bestimmt: bei niedrigem pH genügt weniger Gesamtschwefel. Die antioxidative Wirkung folgt anderen Zusammenhängen. Die Wirkung ist dreifach: gegen Mikroorganismen, gegen Oxidation und gegen Bräunungsenzyme. Zusätzlich bindet Schwefeldioxid das bei der Gärung entstehende Acetaldehyd und verhindert dessen Fehlton.
Das EU-Weinrecht begrenzt den Gesamtgehalt nach Weinart und Restzucker – bei trockenen Weinen auf 150 mg/l für Rotwein und 200 mg/l für Weiß- und Roséwein; die Höchstmenge steigt mit dem Restzuckergehalt, für ökologisch erzeugte Weine niedriger. Ab 10 mg/l ist der Hinweis "enthält Sulfite" auf dem Etikett vorgeschrieben. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Schwefelung
Schwefelung
Schwefelung bezeichnet die Zugabe von Schwefeldioxid im Verlauf der Weinbereitung. Sie erfolgt nicht einmalig, sondern an mehreren Punkten: gegebenenfalls schon im Most, nach Abschluss der alkoholischen Gärung, bei jedem Abstich und vor der Abfüllung.
Wie viel nötig ist, hängt vom pH-Wert ab, vom Gesundheitszustand der Trauben, vom Restzucker und von der Menge schwefelbindender Gärungsnebenprodukte. Auch der Zeitpunkt wirkt: Eine frühe Gabe rund eine Woche nach Gärende bringt mikrobiologische Sicherheit, hemmt aber die Weinreifung; eine späte Gabe nach etwa zwölf Wochen beschleunigt die Reifung und erhöht zugleich das Risiko. Rotwein kommt in der Regel mit weniger aus als Weißwein, weil seine Gerbstoffe zusätzlich antioxidativ wirken. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Schwefeldioxid
Schönung
Schönung bezeichnet die Zugabe eines Mittels, das unerwünschte Stoffe im Wein bindet und mit ihnen zu Boden sinkt. Zielgrößen sind Trübstoffe, instabile Eiweiße und überschüssige Gerbstoffe. Das Prinzip beruht auf entgegengesetzter elektrischer Ladung: Das Schönungsmittel zieht die Schwebstoffe an, beide flocken gemeinsam aus und werden anschließend abgetrennt. Im Wein soll davon nichts zurückbleiben. Welches Mittel gewählt wird, hängt vom Ziel ab. Mineralische Erden wie Bentonit binden vor allem Eiweiße und kommen deshalb beim Weißwein zum Einsatz. Eiweißhaltige Mittel binden dagegen Gerbstoffe und mildern gerbstoffreiche Rotweine – dazu zählen Eiklar, Hausenblase aus Fischblasen, Kasein aus Milch und Gelatine. Aktivkohle wirkt unspezifisch gegen Fehltöne und Farbe, entzieht dem Wein aber auch Erwünschtes. Als pflanzliche Alternativen dienen Erbsen- und Kartoffelprotein sowie Extrakte aus Hefe.
Daran hängt die Vegan-Frage: Ein Wein, der mit mineralischen oder pflanzlichen Mitteln geschönt wurde, gilt als vegan, ein mit Gelatine, Eiklar, Hausenblase oder Kasein behandelter nicht – auch wenn keine Rückstände verbleiben. Kasein und Ovalbumin müssen in der EU auf dem Etikett angegeben werden. Bei längerem Fassausbau erübrigt sich die Schönung häufig, weil sich die Trubstoffe von selbst absetzen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Filtration · Stabilisierung
Secco
Secco bezeichnet je nach Weinart unterschiedliche Zuckerbereiche. Beim Stillwein sind höchstens 4 Gramm Restzucker je Liter zulässig oder 9 Gramm, wenn die Gesamtsäure höchstens 2 Gramm je Liter niedriger ist als der Restzucker.
Beim Schaumwein entspricht secco der Klasse von 17 bis 32 Gramm je Liter; gleichbedeutend sind unter anderem dry und asciutto. Beim Marsala bedeutet secco dagegen weniger als 40 Gramm reduzierende Zucker je Liter. Der Begriff lässt sich daher nur zusammen mit der jeweiligen Weinart eindeutig einordnen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Dosage · Restzucker
Seidig
Seidig beschreibt ein noch feineres Mundgefühl als samtig: Der Wein gleitet, ohne Widerstand zu hinterlassen.
Die Gerbstoffe sind vorhanden, aber zart und in geringerer Konzentration – typisch für Sorten mit von Natur aus feiner Gerbstoffstruktur wie Pinot Nero oder für Weine mit langer Flaschenreife, in der ein Teil der Gerbstoffe bereits ausgefallen ist. Wo samtig noch Griff hat, ist seidig glatt. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Samtig · Weich · Rund
Sforzato di Valtellina DOCG
Die Sforzato di Valtellina DOCG – lokal "Sfursat di Valtellina" – ist eine der prestigeträchtigsten Alpen-Denominationen Italiens und beruht auf dem Appassimento einer Nebbiolo-Ausprägung. Das Anbaugebiet erstreckt sich in Terrassenlage am rechten Ufer der Adda in der Valtellina (Provinz Sondrio, Lombardei), zwischen den Gemeinden Ardenno und Tirano, bis zu einer Höhe von 700 Metern. Grundlage ist die Nebbiolo-Traube – lokal "Chiavennasca" genannt – mit mindestens 90%, ergänzt um bis zu 10% andere in der Provinz Sondrio zugelassene rote Rebsorten.
Typisch für die DOCG ist das strenge Appassimento-Verfahren: Die Trauben werden nach der Handlese bis in den Dezember (Pressung erst ab dem 10. Dezember) auf Bambusgeflechten oder in Kisten in belüfteten Räumen (fruttai) angetrocknet. Der resultierende Wein muss mindestens 14% vol erreichen und mindestens 20 Monate reifen, davon 12 in Holzfässern. Prägend für den Sforzato sind ein tief rubinroter Farbton mit granatroten Reflexen, ein intensives Bouquet nach getrockneter roter Frucht, Rosine, Kirsche und würzigen Noten sowie ein körperreicher, strukturierter Geschmack mit ausgeprägten Tanninen und langem Reifepotenzial – die alpine Antwort auf die Amarone-Tradition Venetiens. Alles zum Thema Valtellina-Weine. – SUPERIORE.DE
Soave Superiore DOCG
Soave Superiore ist die DOCG-Spitze des berühmten Weißweins aus dem Osten Venetiens. Aus der 1968 anerkannten Soave DOC wurde 2001 die Superiore-Version als eigenständige DOCG herausgelöst, während die DOC für die Basisversion bestehen blieb. Das Anbaugebiet liegt in der Provinz Verona und umfasst zwölf Gemeinden zwischen dem historischen Zentrum Soave und den östlichen Veroneser Hügeln. Rebsortenbasis ist die autochthone Garganega mit mindestens 70%, ergänzt um bis zu 30% Trebbiano di Soave (nostrano) und Chardonnay.
Die feine Mandelnote im Abgang ist die Signatur des Soave, geprägt von der Garganega auf vulkanischen Böden der Lessini-Ausläufer. Strohgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen und ein Bouquet aus weißen Blüten und gelben Früchten runden das Bild. Drei Ausprägungen kennt die DOCG: den Superiore, den Superiore Classico aus der historischen Kernzone und den Superiore Riserva mit höherem Mindestalkohol. Vor dem Verkauf sind mindestens drei Monate Flaschenreife vorgeschrieben; der Wein darf frühestens ab dem 1. April des Folgejahres in den Handel, die Riserva mindestens zwölf Monate ab dem 1. November des Erntejahres reifen. Alles zum Thema Soave-Weine. – SUPERIORE.DE
Sortentypizität
Sortentypizität bezeichnet den Grad, in dem ein Wein die Merkmale seiner Rebsorte erkennen lässt. Sie ist chemisch fassbar: Für einzelne Sorten sind Leitsubstanzen identifiziert – Monoterpene bei Muskateller und Traminer, Methoxypyrazine bei Sauvignon Blanc und der Cabernet-Familie, Rotundon für den Pfefferton des Syrah. Die meisten Beeren sind allerdings von sich aus aromatisch zurückhaltend; ein Großteil der Aromastoffe liegt gebunden als Vorstufe vor und wird erst bei Gärung und Reifung freigesetzt.
Deshalb ist Sortentypizität kein festes Profil, sondern eine Bandbreite. Messungen des Rotundons ergaben je nach Jahrgang und Anbaugebiet Werte von rund 10 bis über 80 Nanogramm je Liter – ausgerechnet der als typisch geltende Pfefferton hängt also stark vom Standort ab. Herkunft, Jahrgang, Ertrag und Kellerarbeit verschieben das Bild erheblich, ohne dass die Sorte unkenntlich würde. – SUPERIORE.DE
Spontangärung
Spontangärung bezeichnet eine Gärung, die ohne Zugabe gezüchteter Hefen anläuft. Ausgelöst wird sie von den Hefen auf den Beerenschalen und im Keller. Charakteristisch ist die Abfolge: Zunächst arbeiten verschiedene Nicht-Saccharomyces-Hefen, die wenig Alkohol vertragen; mit steigendem Alkoholgehalt übernimmt die eigentliche Weinhefe Saccharomyces cerevisiae. Diese frühe Phase gilt als Quelle zusätzlicher Aromen, häufig entsteht auch mehr Glycerin.
Der Preis ist geringere Berechenbarkeit: Der Gärstart kann sich hinziehen, die Gärung stocken und Restzucker zurücklassen, und es kann sich flüchtige Säure bilden. Als Mittelweg dient der pied de cuve – eine kleine Menge früh gelesener Trauben wird spontan angegoren und als Starter verwendet. Verbreitet ist auch, spontan zu beginnen und später Reinzuchthefe zuzugeben. – SUPERIORE.DE
Spontanhefen
Spontanhefen sind die Hefen, die ohne Zutun des Winzers in den Most gelangen – von den Beerenschalen, aus dem Weinberg und aus dem Keller selbst, wo sie sich über Jahre in Geräten und Gemäuer festsetzen.
Sie sind nicht eine Art, sondern eine Gemeinschaft. Nicht-Saccharomyces-Hefen wie Kloeckera und Candida vertragen wenig Alkohol und arbeiten am Anfang; mit steigendem Alkoholgehalt übernimmt Saccharomyces cerevisiae. Der Kellerbestand gilt als betriebstypisch und verändert sich über die Jahre. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Spontangärung · Reinzuchthefen · Gärung
Spumante
→ Siehe Schaumwein
Staatliche Banderole
Die staatliche Banderole ist der offizielle fälschungssichere Streifen am Flaschenhals aller italienischen DOCG-Weine, der Authentizität, Herkunft und Rückverfolgbarkeit bestätigt. Die Fascetta di Stato wird vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato in Rom gedruckt und besteht aus filigranbedrucktem Papier mit Mikroschrift, fluoreszierenden Tinten und einer eindeutigen alphanumerischen Nummer, die jede einzelne Flasche identifiziert. Zuständig für Ausgabe und Verteilung sind die anerkannten Kontrollstellen der jeweiligen Denomination; die Aufgabe kann an das zuständige Consorzio di Tutela delegiert werden.
Für alle DOCG-Weine ist die Banderole obligatorisch, für DOC- und IGT-Weine dagegen freiwillig. Zahlreiche Konsortien haben sich in den letzten Jahren aus Gründen der Rückverfolgbarkeit für die freiwillige Übernahme entschieden, darunter Prosecco DOC, Sicilia DOC und Pantelleria DOC. Ein Ministerialdekret vom 19. Dezember 2023 vereinheitlichte die Nutzung für IGT-Weine. Seit 2025 ist eine neue Banderole mit Trikolore-Motiv und erweiterter digitaler Rückverfolgbarkeit über QR-Code im Umlauf, der den Verbraucher zu den Zertifizierungsangaben des Weins führt. – SUPERIORE.DE
Staatliches Kontrollzeichen
Das staatliche Kontrollzeichen ist die Rechtskategorie im italienischen Weinrecht für die offiziellen Beglaubigungszeichen an DOP-Weinen. Rechtsgrundlage ist Artikel 48 des Testo Unico Vino (Legge 238/2016), der Nutzung, Ausgabe und Kontrolle des Contrassegno di Stato regelt. Heute dient das Zeichen der Kontrolle und Rückverfolgbarkeit geschützter Weine.
Das Kontrollzeichen kann in zwei Formen umgesetzt werden: als physische Staatliche Banderole am Flaschenhals oder als elektronisches Tracking-System nach Artikel 48 Absatz 8, das für DOC- und IGT-Weine als Alternative dienen kann. Beide Systeme sichern die Zuordnung der abgefüllten Flaschen zur zertifizierten Produktion und unterstützen deren Rückverfolgbarkeit. Hergestellt werden die physischen Zeichen vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato; Ausgabe und Verwaltung obliegen den anerkannten Kontrollstellen der jeweiligen Denomination, die Aufgabe kann an das Consorzio di Tutela delegiert werden. Ein Ministerialdekret vom 19. Dezember 2023 vereinheitlichte das System und erweiterte die Nutzung auf IGT-Weine. – SUPERIORE.DE
Stabilisierung
Stabilisierung bezeichnet Maßnahmen, die verhindern, dass ein Wein nach der Abfüllung trüb wird oder ausfällt. Zwei Fälle stehen im Vordergrund.
Instabile Eiweiße flocken aus, sobald der Wein sich erwärmt – im Transport oder im Regal. Entfernt werden sie vor der Abfüllung mit Bentonit; betroffen sind vor allem Weißweine. Weinstein wiederum, das Kaliumsalz der Weinsäure, kristallisiert bei Kälte aus. Um das vorwegzunehmen, wird der Wein einige Tage stark gekühlt, sodass die Kristalle vor der Abfüllung ausfallen. Alternativ hemmen Zusätze die Kristallbildung – dieselbe Wirkung haben die Mannoproteine, die beim Ausbau auf der Hefe von selbst in den Wein gelangen. Weinsteinkristalle in der Flasche sind kein Fehler: Sie sind geschmacksneutral und beeinträchtigen den Wein nicht. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Schönung · Autolyse
Stillwein
Stillwein ist die gebräuchliche Bezeichnung für Wein ohne wahrnehmbare Kohlensäure; die grundlegende weinrechtliche Produktkategorie heißt schlicht Wein. Rechtsgrundlage ist die EU-Verordnung 1308/2013, Anhang VII, Teil II, Nr. 1. Zur Abgrenzung von den prickelnden Kategorien gilt: Der Kohlendioxid-Überdruck bei 20°C muss unter 1 bar liegen; ab 1 bar handelt es sich um Frizzante, ab 3 bar um Spumante. Die Untergrenzen des Alkoholgehalts variieren nach EU-Weinbauzone; für Italien, das überwiegend zur Zone C zählt, beträgt der Mindestalkohol grundsätzlich 9% vol, mit Ausnahmen für DOP-Weine und aromatische Süßweine.
Zum Stillwein zählen die weit überwiegende Mehrheit aller europäischen Weine: die klassischen Rot-, Weiß- und Roséweine ebenso wie stille Dessertweine oder Passiti. In Italien fallen praktisch alle bedeutenden DOP-Rotweine wie Barolo DOCG, Brunello di Montalcino DOCG, Chianti Classico DOCG oder Amarone della Valpolicella DOCG in diese Kategorie, ebenso die großen Weißweine wie Fiano di Avellino DOCG, Vermentino di Gallura DOCG oder Soave Superiore DOCG. – SUPERIORE.DE
Streng
Streng beschreibt einen Wein, dessen Säure und Gerbstoff hervortreten, ohne von Frucht oder Schmelz aufgefangen zu werden – der Eindruck ist herb und wenig entgegenkommend.
Meist ist das ein Zustand und kein Dauermerkmal: Junge Weine aus gerbstoffreichen Sorten wie Nebbiolo oder Sagrantino wirken oft streng und öffnen sich erst nach Jahren, wenn ein Teil der Gerbstoffe ausgefallen ist. Auch Belüftung im Glas oder in der Karaffe kann den Eindruck kurzfristig mildern. – SUPERIORE.DE
Struktur
Struktur bezeichnet das Gerüst, das einen Wein trägt: Säure und Gerbstoff bilden die Achsen, an denen sich Frucht, Alkohol und Restzucker ausrichten. Der Begriff wird häufig mit Körper verwechselt, meint aber etwas anderes. Körper ist das gefühlte Gewicht, Struktur die innere Ordnung – ein Wein kann viel Körper und wenig Struktur haben, wenn Alkohol und Extrakt hoch sind, Säure und Gerbstoff aber fehlen, und umgekehrt schlank und dennoch klar strukturiert wirken.
Strukturierte Weine gelten als lagerfähiger, weil dieselben Komponenten, die das Gerüst bilden, zugleich als natürliche Schutzstoffe wirken. Angelegt wird Struktur im Weinberg über Ertrag und Lesezeitpunkt, im Keller über Maischestandzeit, Presstechnik und den biologischen Säureabbau, der Äpfelsäure in die weichere Milchsäure umwandelt und damit gezielt Säure herausnimmt. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Körper
Superiore
Superiore ist eine traditionelle spezifische Bezeichnung im italienischen Weinrecht, die einen erhöhten Qualitätsanspruch innerhalb einer bestehenden Denomination markiert. Sie ist nach dem Testo Unico Vino (Legge 238/2016) den Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung, DOC und DOCG, vorbehalten und muss im jeweiligen Disciplinare ausdrücklich geregelt sein. Gegenüber dem Grundtyp derselben Denomination gelten strengere Vorgaben: der Hektarertrag liegt mindestens 10% niedriger, der natürliche Mindestalkohol der Trauben und der Alkoholgehalt des fertigen Weins jeweils mindestens 0,5% vol höher.
In der Praxis reicht die Bezeichnung von einer Qualitätsstufe innerhalb einer DOC, z.B. beim Valpolicella Superiore, bis zu eigenständigen DOCGs, die aus einer früheren Superiore-Version hervorgingen: Bardolino Superiore, Soave Superiore, Frascati Superiore, Aglianico del Vulture Superiore und Valtellina Superiore sind heute jeweils eigene Denominationen. Von der Riserva unterscheidet sich Superiore darin, dass es primär die Anbau- und Ausbauvorgaben betrifft, nicht die Alterungszeit. – SUPERIORE.DE
Sur lie
→ Siehe Ausbau auf der Hefe
Suvereto DOCG
Die Suvereto DOCG ist eine kleine, aber prestigeträchtige toskanische Denomination in der Provinz Livorno, nahe der Küste und der Bolgheri-Zone. Das Anbaugebiet beschränkt sich auf die "hochwertigen Böden" des Gemeindegebiets von Suvereto – insgesamt eine sehr überschaubare Fläche. Die DOCG wurde 2011 aus der Val di Cornia DOC (Unterzone Suvereto seit 2000) ausgegliedert und mit der Disciplinare-Reform 2025 grundlegend modernisiert.
Seither kennt die DOCG einen Grundtyp aus Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und/oder Syrah, einzeln oder gemeinsam zu mindestens 85%; weitere zugelassene rote Rebsorten dürfen zusammen höchstens 15% ausmachen. Hinzu kommen fünf sortenrein vinifizierte Typologien: Suvereto Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah (alle 100% sortenrein). Verpflichtend ist die Nennung "Toscana" auf dem Etikett. Die Riserva verlangt mindestens 24 Monate Reifung, davon 12 in Holz und 6 in der Flasche. Kennzeichnend für die Suvereto-Weine sind ein tief rubinroter Farbton mit granatroten Reflexen im Alter, ein intensives, elegantes Bouquet mit rebsortenspezifischer Aromatik sowie ein warmer, ausgewogen tanniger Geschmack – ein toskanisches Profil zwischen tyrrhenischer Küste und Colline Metallifere, das Bordeaux-Sorten und Sangiovese gleichberechtigt führt. Alles zum Thema Maremma-Weine. – SUPERIORE.DE
Südtirol
→ Siehe Alto Adige DOC
Süßung
Süßung bezeichnet im EU-Weinrecht die Zugabe von Traubenmost, konzentriertem Traubenmost oder rektifiziertem Traubenmostkonzentrat zu Wein. Andere Zuckerquellen sind dafür nicht vorgesehen. Durch die Süßung darf der Gesamtalkoholgehalt des Weines um höchstens 4 Prozent vol steigen. Davon klar zu unterscheiden ist die Anreicherung: Dabei wird vor oder während der Gärung vergärbarer Zucker in zulässiger Form zugesetzt, um den späteren Alkoholgehalt zu erhöhen; bei der Süßung bleibt der zugesetzte Zucker dagegen als Süße im fertigen Wein erhalten.
Viele klassische italienische Süßweine erhalten ihre Süße auf anderem Weg. Bei Passito und Recioto werden die Trauben angetrocknet, wodurch Wasser verloren geht und Zucker sowie andere Inhaltsstoffe konzentriert werden; beim Moscato d'Asti bleibt durch den frühzeitigen Gärstopp natürlicher Restzucker erhalten. Auch eine Aufspritung kann die Gärung stoppen und dadurch natürlichen Traubenzucker bewahren. Diese Verfahren sind von einer nachträglichen Süßung des fertigen Weines zu unterscheiden. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Most · Restzucker · Recioto · Passito · Aufspritung
Süßwein
→ Siehe Dessertwein
Säure
Säure ist neben dem Gerbstoff die tragende Achse eines Weines. Die drei wichtigsten sind Weinsäure, Äpfelsäure und Citronensäure; Milchsäure kommt erst im Keller hinzu. Weinsäure ist die stabilste und kommt in nennenswerter Menge fast nur in der Weintraube vor; sie schmeckt lebendig und direkt. Äpfelsäure wirkt schärfer und kantiger und wird während der Traubenreife veratmet – je reifer das Lesegut, desto höher der Anteil der Weinsäure. Milchsäure schmeckt am mildesten und entsteht beim biologischen Säureabbau aus der Äpfelsäure.
Zwei Kennzahlen werden häufig verwechselt. Die Gesamtsäure gibt an, wie viel Säure insgesamt vorhanden ist, in Deutschland berechnet als Weinsäure in Gramm je Liter; das EU-Weinrecht verlangt mindestens 3,5 Gramm. Der pH-Wert misst dagegen die freien Wasserstoffionen und liegt bei Wein zwischen etwa 3 und 4. Beide hängen zusammen, sind aber nicht austauschbar: Kalium und Calcium puffern den Wein, sodass ein säurereicher Wein trotzdem einen vergleichsweise hohen pH-Wert haben kann. Auch die Zusammensetzung der Säuren wirkt sich aus. Für die Wahrnehmung ist die Gesamtsäure aussagekräftiger, für mikrobiologische Stabilität und Farbe der pH-Wert. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Frische · Saftigkeit
Säuregerüst
Säuregerüst bezeichnet die tragende Funktion der Säure im Wein, nicht ihre Menge. Gemeint ist, dass sie den anderen Komponenten Halt gibt: Frucht, Alkohol und Restsüße ordnen sich daran, und ohne dieses Gerüst wirkt ein Wein breit und konturlos.
Anders als die Angabe der Gesamtsäure ist es kein Messwert, sondern ein Urteil über das Verhältnis. Ein Wein mit hoher Säure kann kein Gerüst haben, wenn sie isoliert hervorsteht; ein Wein mit mäßiger Säure kann eines haben, wenn sie gleichmäßig trägt. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Säure · Struktur · Balance
Tannin
Tannine sind Polyphenole, die dem Wein Struktur geben und als Antioxidans wirken. Sie stammen aus Beerenschalen, Kernen und Stielen sowie aus dem Holzfass, wobei sich Trauben- und Holztannine chemisch unterscheiden. Einen eigenen Geschmack haben sie kaum; wahrgenommen werden sie als Tasteindruck, weil sie sich mit den Proteinen des Speichels verbinden und dessen Gleitfähigkeit herabsetzen.
Entscheidend ist nicht die Menge allein, sondern auch die Herkunft: Gerbstoffe aus unreifen Kernen wirken hart und bitter, solche aus vollreifen Schalen feiner. Der oft behauptete Zusammenhang zwischen Molekülgröße und Weichheit lässt sich sensorisch dagegen nicht bestätigen – Untersuchungen finden eher das Gegenteil. Sicher ist, dass ein Wein mit den Jahren weicher wird, weil Gerbstoffe untereinander und mit Farbstoffen reagieren und ein Teil davon als Depot ausfällt. Vor der Lese prüft der Winzer deshalb nicht nur Zucker und Säure, sondern zerbeißt die Kerne. Im Keller steuern Maischestandzeit, Presstechnik, Entrappen und die Wahl des Fasses, wie viel und welche Gerbstoffe in den Wein gelangen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Adstringenz · Samtig · Seidig
Taurasi DOCG
Taurasi ist die Rotwein-DOCG Kampaniens und war 1993 die erste DOCG des gesamten Südens Italiens. Sie liegt in der Provinz Avellino im Bergland der Irpinia und umfasst 17 Gemeinden rund um das namensgebende Städtchen Taurasi, dessen Wurzeln bis zur antiken Taurasia der Samniten und Römer zurückreichen. Grundlage ist die autochthone Aglianico-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere rote Sorten Kampaniens; in der Praxis wird Taurasi häufig sortenrein aus Aglianico gekeltert. Aus der 1970 anerkannten DOC wurde 1993 die DOCG.
In Irpinia findet der Aglianico auf Höhenlagen zwischen 350 und 700 Metern seinen wichtigsten kampanischen Ausdruck: starke Tag-Nacht-Temperaturschwankungen, gemischte Ton- und Kalkböden mit vulkanischen Einschlüssen sowie die Nähe zum Tyrrhenischen Meer prägen die Weine. Die Reifevorgaben sind streng: mindestens drei Jahre für den Grundtyp, davon zwölf Monate im Holz; die Riserva verlangt vier Jahre, davon achtzehn Monate im Holz. Aglianico zeigt hier seinen strengeren, langlebigen Charakter: tiefes Rubinrot mit granatroten Reflexen bei Reife, festes körniges Tannin und eine würzig-erdige Aromatik, die mit den Jahren zu Tabak- und Lederakzenten reift. So markiert Taurasi die kampanische Referenz des Aglianico, mit einem Reifepotenzial von zwei Jahrzehnten und mehr. Alles zum Thema Aglianico-Weine. – SUPERIORE.DE
Teroldego Rotaliano DOC
Die Teroldego Rotaliano DOC war 1971 die erste sortenbezogene DOC Trentinos und ist zugleich eine der kleinsten. Das Anbaugebiet beschränkt sich auf die Piana Rotaliana (Campo Rotaliano) am Zusammenfluss von Etsch und Noce, verteilt auf die Gemeinden Mezzolombardo, Mezzocorona und den Ortsteil Grumo von San Michele all'Adige. Der irredentistische Geograf Cesare Battisti bezeichnete das Campo Rotaliano zu Beginn des 20. Jahrhunderts als "il più bel giardino vitato d'Europa" (den schönsten Weingarten Europas). Grundlage ist die autochthone Teroldego-Rebsorte (100%), die seit dem 14. Jahrhundert in der Region dokumentiert und mit Lagrein und Marzemino verwandt ist.
Das Disciplinare kennt vier Typologien: Teroldego Rotaliano (Rosso oder Rubino), Teroldego Rotaliano Rosato (auch "Kretzer" nach dem historischen deutschen Namen), Teroldego Rotaliano Superiore (mindestens 12,0% vol) sowie Superiore Riserva (mindestens zwei Jahre Reifung). Charakteristisch für den Teroldego sind ein tief rubinroter Farbton mit violetten Reflexen, ein aromatisches Bouquet nach Waldbrombeere, Heidelbeere, Veilchen und würzigen Noten sowie ein trockener, mittelkräftiger und samtiger Geschmack mit charakteristisch weichen Tanninen und guter Frische – der prägende Rotwein-Klassiker des Trentino. Alles zum Thema Teroldego-Weine. – SUPERIORE.DE
Terre Alfieri DOCG
Die Terre Alfieri DOCG ist eine sehr kleine, aber hocheigenständige piemontesische Denomination, seit 2020 zur DOCG erhoben (aus der DOC von 2009). Das Anbaugebiet erstreckt sich über sieben Gemeinden in der Provinz Asti und vier in der Provinz Cuneo, an der Grenze zur Roero-Zone. Der Name geht auf Vittorio Alfieri (1749-1803) zurück, den in Asti geborenen Dichter und Dramatiker der italienischen Klassik. Die Böden bestehen aus marinen Sedimentablagerungen (den sogenannten "Asti-Sanden") in Höhen zwischen 130 und 350 Metern.
Das Disciplinare kennt fünf Typologien auf Basis der beiden Rebsorten Arneis (Weißwein) und Nebbiolo (Rotwein), jeweils mit mindestens 85% Sortenanteil: Terre Alfieri Arneis und Arneis Superiore sowie Terre Alfieri Nebbiolo, Nebbiolo Superiore und Nebbiolo Riserva. Der Zusatz "Vigna" ist mit strengeren Ertragsvorgaben möglich. Typisch für den Terre Alfieri Arneis sind ein strohgelber Farbton, ein aromatisches Bouquet nach weißer Blüte, Birne und mediterranen Kräutern sowie ein trockener, feiner Geschmack; der Nebbiolo präsentiert einen rubinroten Farbton, eleganten Duft nach roter Frucht, Veilchen und Gewürzen sowie eine mittelkräftige, feintanninige Struktur – eine spannende Alternative zu den bekannteren Nebbiolo-DOCGs des Roero und der Langhe. Alles zum Thema Piemont-Weine. – SUPERIORE.DE
Terre Tollesi DOCG
Die Terre Tollesi DOCG – alternativer Name "Tullum DOCG" – ist eine der kleinsten Denominationen der Abruzzen, seit 2019 zur DOCG erhoben (aus der DOC von 2008). Das Anbaugebiet beschränkt sich auf das gesamte Gemeindegebiet von Tollo in der Provinz Chieti – eine kleine Ortschaft rund 5 Kilometer von der Adria und am Fuß des Maiella-Massivs, mit Höhenlagen bis 228 Metern. Traditionelle Erziehungssysteme sind die Pergola Abruzzese und der Tendone, ergänzt um moderne Guyot- oder Spalliera-Systeme.
Das Disciplinare kennt vier Typologien: Terre Tollesi Rosso und Rosso Riserva (Montepulciano mindestens 95%) sowie Terre Tollesi Pecorino und Passerina (jeweils mindestens 90% der namensgebenden autochthonen Weißsorte). Der Rosso Riserva reift mindestens zwei Jahre, davon mindestens sechs Monate im Holz. Die Nähe zum Meer mit adriatischen Brisen und die Höhenlagen zwischen Maiella und Küste prägen das Terroir. Kennzeichnend für die Roten sind ein tief rubinroter Farbton, ein kräftiges Bouquet nach reifer roter Frucht und mediterranen Gewürzen sowie ein körperreicher, weich-tanniger Geschmack; die Weißen zeigen frische, mineralische Profile mit blumigen und fruchtigen Aromen der jeweiligen autochthonen Rebsorten. Alles zum Thema Abruzzen-Weine. – SUPERIORE.DE
Terroir
Terroir ist ein Schlüsselbegriff der Weinsprache, der die Gesamtheit aller natürlichen und menschlichen Faktoren beschreibt, aus deren Zusammenspiel ein Wein seine unverwechselbare Identität gewinnt. Das französische Wort, abgeleitet von "terre" (Erde, Land), gilt als nicht übersetzbar und wurde 2010 von der OIV offiziell als geographisch abgegrenzter Raum definiert, in dem eine menschliche Gemeinschaft im Laufe ihrer Geschichte Produktionswissen aus dem Zusammenspiel von physisch-biologischem Milieu und menschlichen Faktoren aufgebaut hat. Zu den Bestandteilen zählen Bodenzusammensetzung, Meso- und Mikroklima, Höhenlage und Ausrichtung, Rebsorte sowie die kulturelle Praxis von Weinberg und Keller.
Auf diesem Konzept ruht das System der Ursprungsbezeichnungen; ohne den Terroir-Gedanken gäbe es weder die französischen AOC noch die italienischen DOC und DOCG. Als Referenzbeispiele gelten die Grand-Cru-Parzellen des Burgunds, wo wenige Meter über den Charakter entscheiden, und in Italien die Langhe für Barolo und Barbaresco, Montalcino für Brunello oder die Contrade des Etna auf vulkanischem Boden. Terroir ist dabei kein statisches Konzept: Der Klimawandel verschiebt Reifezeitfenster und öffnet neue Höhenlagen, ohne dass die Grundidee ihre Bedeutung verlöre. – SUPERIORE.DE
Thermovinifikation
Thermovinifikation, auch Maischeerhitzung, bezeichnet das kurzzeitige Erhitzen der Rotweinmaische vor der Gärung. Je nach Verfahren wird auf etwa 60 bis 85 Grad erwärmt; dauert die Behandlung länger als eine Stunde, spricht man von Heißmazeration. Die Hitze zerstört den Zellverband der Beerenhaut, sodass die Farbstoffe innerhalb kurzer Zeit freigesetzt werden. Anschließend wird gepresst und der Most wie ein Weißwein vergoren.
Extrahiert werden dabei überwiegend Anthocyane und nur wenige Gerbstoffe, weil diese in der wässrigen Phase schlecht löslich sind und erst mit Alkohol übergehen – das Ergebnis ist farbintensiv, aber gerbstoffarm. Ein zweiter Grund für den Einsatz ist die Hitze selbst: Sie inaktiviert Enzyme, darunter die Laccase aus Botrytisbefall und die Oxidasen, sodass der Most farbstabil bleibt. Deshalb kommt das Verfahren vor allem bei beeinträchtigtem Lesegut zum Einsatz, wo ein längerer Maischekontakt vermieden werden soll. Zu lange Erhitzung erzeugt marmeladige oder gekochte Noten. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Botrytis · Kaltmazeration
Tirage
Tirage bezeichnet beim traditionellen Flaschengärverfahren das Abfüllen der Cuvée bzw. des Grundweins zur zweiten Gärung in die Flasche. Dazu kommen Tiragelikör und Hefekultur; je nach Verfahren können auch Klärhilfsmittel eingesetzt werden.
Die zweite Gärung erzeugt Alkohol und Kohlendioxid, das in der verschlossenen Flasche gelöst bleibt und den späteren Druck aufbaut. Nach der Gärung folgt das Hefelager, anschließend werden die Flaschen zur Remuage bewegt und degorgiert. Der Tirage ist damit der Startpunkt der eigentlichen Flaschengärphase des Metodo Classico. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Metodo Classico · Remuage · Degorgieren
Toasting
Toasting – im Französischen bousinage oder cuisson œnologique – bezeichnet das gezielte Ausbrennen des Fassinneren zur Aromabildung. Es ist vom Biegen zu unterscheiden: Beim cintrage bringen Feuer, Wasser und Zug die Dauben in Form, erst danach folgt die önologische Röstung, deren Dauer und Intensität die Küferei nach Kundenwunsch steuert. Dabei entstehen die Aromastoffe erst – das Holz gibt sie nicht bloß ab. Lignin liefert zunächst Vanillin und Syringaldehyd, also Vanille- und süßliche Holznoten, bei stärkerer Hitze Guajakol und rauchige Phenole. Hemicellulose zerfällt zu Furfural und Maltol mit Anklängen an Karamell, geröstete Mandel und frisches Brot. Verbindungen wie Furfural und Guajakol sind in ungebranntem Holz überhaupt nicht enthalten.
Zwei Missverständnisse halten sich hartnäckig. Starkes Ausbrennen bringt nicht mehr Vanille: Vanillin erreicht sein Maximum beim mittleren Röstgrad und geht bei starkem zurück, weil das Lignin zu rauchigen Phenolen weiterzerfällt. Und die Bezeichnungen light, medium und heavy sind nicht genormt – die Küfereien arbeiten mit eigenen Zeit- und Temperaturprofilen. Als Alternative zum Biegen über Feuer setzen mehrere Küfereien Wasserdampf ein: Untersuchungen haben nach dem Dampfdurchgang deutlich geringere Ellagtannin-Gehalte im Holz gemessen, und die geweiteten Poren lassen die anschließende Röstung tiefer eindringen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Eiche · Fass
Tonneau
Das Tonneau ist das Zwischenformat zwischen Barrique und großem Fass, in der Regel 500 Liter. Es stammt wie das Barrique aus Frankreich, wird ebenso aus gespaltener Eiche gebaut und über Feuer gebogen und geröstet.
Sein Reiz liegt im Verhältnis von Oberfläche zu Volumen: Je Liter Wein steht deutlich weniger Holz zur Verfügung als im Barrique, die Sauerstoffzufuhr bleibt aber höher als im großen Fass. Erzeuger, die Struktur aus dem Holzausbau wollen, ohne die Frucht mit Vanille- und Röstnoten zu überdecken, greifen deshalb zum Tonneau – häufig im Wechsel mit Barrique und großem Fass innerhalb desselben Weines. – SUPERIORE.DE
Torgiano Rosso Riserva DOCG
Die Torgiano Rosso Riserva DOCG war 1990 die erste DOCG Umbriens (mit rückwirkender Anerkennung für den Jahrgang 1983) und aus der Torgiano DOC von 1968 ausgegliedert – der ersten DOC der Region überhaupt. Das Anbaugebiet beschränkt sich auf das Gemeindegebiet von Torgiano in der Provinz Perugia, einer mittelalterlichen Ortschaft am Zusammenfluss von Tiber und Chiascio in Höhenlagen zwischen 300 und 400 Metern. Die Böden gehen auf fluvio-lakustrische Ablagerungen des einstigen "Lago Tiberino" aus dem Pleistozän zurück. Die DOCG-Fläche ist überschaubar und konzentriert.
Grundlage ist die Sangiovese-Traube (70-100%), ergänzt um andere in Umbrien zugelassene rote Rebsorten (klassisch Canaiolo, Ciliegiolo, Montepulciano; moderner auch Cabernet Sauvignon, Merlot oder Colorino). Die Riserva verlangt mindestens drei Jahre Reifung, davon mindestens 6 Monate in der Flasche, mit einem Mindestalkohol von 12,5% vol. Geprägt wurde die Denomination maßgeblich durch die Familie Lungarotti, deren Rubesco Riserva "Vigna Monticchio" seit den 1960er-Jahren als Referenz gilt. Prägend für den Torgiano Rosso Riserva sind ein tief rubinroter Farbton, ein komplexes Bouquet nach dunkler reifer Frucht, Tabak, Leder und würzigen Noten sowie ein körperreicher, harmonischer Geschmack mit strukturierten Tanninen und langem Reifepotenzial. Alles zum Thema Umbrien-Weine. – SUPERIORE.DE
Trebbiano d'Abruzzo DOC
Die Trebbiano d'Abruzzo DOC ist die tragende Weißwein-Denomination der Abruzzen, seit 1972 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst die gesamte Region (Provinzen Chieti, L'Aquila, Pescara und Teramo) in Hügellagen bis 500 Meter Höhe (600 Meter bei Südexposition). Grundlage sind die Rebsorten Trebbiano abruzzese und/oder Bombino bianco und/oder Trebbiano toscano mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in der Region zugelassene weiße Rebsorten. Die eigenständige Trebbiano-abruzzese-Sorte wurde historisch häufig mit dem Bombino bianco verwechselt und erst in jüngerer Zeit ampelographisch klar getrennt.
Das Disciplinare kennt drei Qualitätsstufen: den Grundtyp (mindestens 11,5% vol), den Superiore (mindestens 12%) und die Riserva (mindestens 12,5%, mindestens 12 Monate Reifung). Vier Unterzonen sind für Superiore und Riserva möglich: Colline Pescaresi, Colline Teramane, Terre Aquilane und Terre di Chieti. Charakteristisch für den Trebbiano d'Abruzzo sind ein intensiver strohgelber Farbton, ein delikates Bouquet nach weißer Frucht, Blüte und mineralischen Anklängen sowie ein trockener, samtiger Geschmack mit typisch mandeligem Nachhall – eine ausdrucksstarke Alternative in der italienischen Weißwein-Landschaft. Alles zum Thema Trebbiano-Weine. – SUPERIORE.DE
Trento DOC
Die Trento DOC war 1993 die erste italienische DOC für Metodo-Classico-Schaumweine. Das Anbaugebiet umfasst die Provinz Trento (Trentino) in alpinen Höhenlagen. Die Denomination geht auf Giulio Ferrari (1879-1949) zurück, den Önologen des Istituto Agrario San Michele all'Adige, der Anfang des 20. Jahrhunderts nach Frankreich reiste und die klimatische und orografische Ähnlichkeit des Trentino mit der Champagne erkannte.
Das Disciplinare erlaubt vier Rebsorten: Chardonnay (dominant, weit über 50% der Rebfläche), Pinot Bianco, Pinot Nero und Pinot Meunier – allein oder in Cuvée. Vorgeschriebene Mindestreifezeit auf der Hefe: 15 Monate für den Grundtyp, 24 Monate für Millesimato, 36 Monate für Riserva. Seit 2007 bündelt das kollektive Markenzeichen "Trentodoc" die Erzeuger der Denomination unter einem noch strengeren Regime. Typisch für den Trento DOC sind eine feine, persistente Perlage, ein frisch-mineralisches Bouquet nach Zitrus, weißer Frucht, Blüte und Hefebrot sowie ein cremiger, salzig-mineralischer Geschmack mit ausgeprägter Frische – die alpine Metodo-Classico-Ausprägung neben Franciacorta und Alta Langa. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Trinkreife
Trinkreife bezeichnet den Zeitraum, in dem ein Wein sein Optimum zeigt – nicht einen Zeitpunkt. Sie beginnt, wenn die jugendliche Verschlossenheit gewichen ist und die Gerbstoffe sich eingebunden haben, und endet, wenn Frucht und Struktur nachlassen. Bei fruchtbetonten Weinen fällt sie mit der Abfüllung praktisch zusammen; bei gerbstoffreichen Rotweinen kann sie erst nach Jahren einsetzen und dann lange andauern.
Wie sie verläuft, entscheidet auch die Lagerung. Wärme beschleunigt die chemischen Vorgänge erheblich: Eine Flasche neben dem Herd oder im Heizungskeller durchläuft ihre Trinkreife im Zeitraffer und ist womöglich über den Punkt, bevor sie geöffnet wird. Schwankende Temperaturen schaden zusätzlich, weil sich der Wein bei jedem Wechsel ausdehnt und wieder zusammenzieht und dabei Luft am Korken vorbeizieht. Der Begriff sagt im Übrigen nichts über Qualität: Auch ein einfacher Wein hat eine Trinkreife, sie ist nur kürzer. – SUPERIORE.DE
Trocken
Trocken bezeichnet je nach Weinart unterschiedliche Zuckerbereiche. Beim Stillwein sind höchstens 4 Gramm Restzucker je Liter zulässig oder 9 Gramm, wenn die Gesamtsäure höchstens 2 Gramm je Liter niedriger ist als der Restzucker.
Beim Schaumwein ist trocken dagegen eine offizielle Bezeichnung für 17 bis 32 Gramm Restzucker je Liter; gleichbedeutend sind unter anderem dry, sec, secco und asciutto. Ein trockener Schaumwein kann deshalb deutlich mehr Zucker enthalten als ein trockener Stillwein – die Begriffe gehören zu verschiedenen Skalen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Dosage · Restzucker
Tullum DOCG
→ Siehe Terre Tollesi DOCG
UGA
→ Siehe Unità Geografiche Aggiuntive
Umfüllen
Umfüllen bezeichnet jedes Überführen von Wein aus einem Behälter in einen anderen – zum Verschnitt, zum Wechsel des Gebindes, vor der Abfüllung oder zur Trennung vom Depot.
Der Abstich ist der besondere Fall mit einem eigenen Zweck: Dort wird der Wein gezielt vom abgesetzten Trub getrennt. Wer Wein von einem Tank in den nächsten pumpt, füllt also um, sticht aber nicht ab. Gemeinsam ist beiden Vorgängen der Sauerstoffeintrag, der dabei kaum zu vermeiden ist. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Abstich · Auffüllen · Schutzgas
Unità Geografiche Aggiuntive
Unità Geografiche Aggiuntive (UGA) ist der italienische weinrechtliche Oberbegriff für offizielle Untergebiete innerhalb einer DOC oder DOCG, deren Namen auf dem Etikett neben der Denomination geführt werden dürfen. Der Begriff wurde 2016 als einheitlicher Rahmen im nationalen Weinrecht verankert und schafft die Möglichkeit, historisch gewachsene Teilzonen einer Denomination formal zu benennen und stilistisch zu differenzieren.
Soave in Venetien wagte 2019 den Pionierschritt mit 33 UGAs, davon rund 29 in der historischen Classico-Zone. Chianti Classico folgte 2021 mit elf UGAs für die Spitzenkategorie Gran Selezione: Castellina, Castelnuovo Berardenga, Gaiole, Greve, Lamole, Montefioralle, Panzano, Radda, San Casciano, San Donato in Poggio und Vagliagli. Südtirol hat 2024 ein besonders umfassendes System mit 86 UGAs eingeführt, gebunden an strenge Auflagen wie Ertragsreduzierung und Rebsortenbeschränkung. Im Jahr 2025 wurden 12 Pievi in Montepulciano (Vino Nobile) eingeführt. Wie MGA sind UGA denominationsspezifische geografische Angaben; Umfang und Funktion richten sich nach dem jeweiligen Disciplinare und lassen sich nicht allgemein als feste Hierarchiestufe gegenüber MGA einordnen. Alles zum Thema Chianti Classico Gran Selezione. – SUPERIORE.DE
Unterstoßen
Unterstoßen, französisch pigeage, bezeichnet das Herunterdrücken des Tresterhuts während der Maischegärung. Das entstehende Kohlendioxid trägt Schalen und Kerne nach oben, wo sie eine dichte Schicht bilden. Bleibt sie unbewegt, trocknet sie aus: Die Extraktion verläuft ungleichmäßig, und auf der trockenen Oberfläche siedeln sich unerwünschte Mikroorganismen an.
Traditionell geschah das mit den Füßen, wie es bei Portwein teilweise bis heute üblich ist; gebräuchlich sind heute Stäbe oder hydraulische Stempel. Auch in Italien halten einzelne Erzeuger an der Fußarbeit fest – meist beim ersten Zerdrücken der Trauben, seltener beim Unterstoßen selbst. Das Verfahren gilt als vergleichsweise schonend, weil es wenig Sauerstoff einträgt. Häufigkeit und Kraft entscheiden mit über die spätere Gerbstoffstruktur – bei manchen Rebsorten kann zu kräftiges Unterstoßen bittere Noten hervorbringen. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Remontage · Délestage
Unterzone
Als Unterzone bezeichnet man eine ausdrücklich abgegrenzte kleinere Zone innerhalb einer DOP-Weinregion, die im Disciplinare der Denomination geregelt ist. Rechtsgrundlage ist Artikel 29 Absatz 2 des Testo Unico Vino (Legge 238/2016). Voraussetzung sind besondere ökologische Merkmale oder traditionell bekannte Identität, ein eigener geographischer, historischer oder administrativer Name sowie strengere Produktionsvorschriften als in der übergeordneten Denomination. Nur DOP-Weine, also DOC und DOCG, können Unterzonen definieren, nicht IGP.
Wenn eine Unterzone einer DOC kommerzielle Bekanntheit erlangt und die im Testo Unico festgelegten Repräsentativitätsschwellen erreicht, kann sie zu einer eigenständigen DOC verselbstständigt werden; der Aufstieg zur DOCG ist an deutlich strengere Voraussetzungen geknüpft. Zu den bekannten italienischen Unterzonen zählen die acht der Chianti DOCG (darunter Rufina, Colli Fiorentini und seit 2026 Terre di Vinci), die fünf der Valtellina Superiore DOCG (Sassella, Grumello, Inferno, Valgella, Maroggia) und die der Barbera d'Asti DOCG (Tinella, Colli Astiani). Menzione Geografica Aggiuntiva und Unità Geografiche Aggiuntive sind weitere Instrumente zur geografischen Differenzierung einzelner Denominationen, bilden jedoch keine allgemeingültige Hierarchie unterhalb einer Unterzone. – SUPERIORE.DE
Val di Cornia Rosso DOCG
Die Val di Cornia Rosso DOCG – alternativer Name "Rosso della Val di Cornia" – ist eine toskanische Denomination an der Costa degli Etruschi, seit 2011 aus der Val di Cornia DOC (1989) zur DOCG erhoben. Das Anbaugebiet umfasst die südwestliche Küstenzone der Toskana zwischen den Provinzen Livorno (gesamtes Territorium von Suvereto und Sassetta; Teile von Campiglia Marittima, Piombino und San Vincenzo) und Pisa (Monteverdi Marittimo). Die Böden gehen auf kavernöse und geschichtete Kalksteine der mittleren Trias-Zeit zurück; das mediterrane Klima wird durch Meeresbrisen ausbalanciert.
Grundlage ist die Sangiovese-Traube (mindestens 40%), ergänzt um Cabernet Sauvignon und/oder Merlot (allein oder gemeinsam bis zu 60%). Das Disciplinare kennt zwei Typologien: den Val di Cornia Rosso (mindestens 12,5% vol) und die Riserva (mindestens 13%). Im Gemeindegebiet von Suvereto besteht mit der Suvereto DOCG eine eigenständige zweite Denomination; beide wurden 2011 anerkannt und stehen rechtlich nebeneinander. Kennzeichnend für den Val di Cornia Rosso sind ein rubinroter Farbton von guter Intensität, der sich mit dem Alter granat verfärbt, ein weinig-delikater Duft sowie ein trockener, samtiger und harmonischer Geschmack mit gutem Körper und eventuellen Holznoten – eine charaktervolle Interpretation des Bordeaux-Sangiovese-Blends der etruskischen Küste. Alles zum Thema Maremma-Weine. – SUPERIORE.DE
Valtellina Superiore DOCG
Valtellina Superiore ist die alpine Nebbiolo-DOCG der Lombardei, im Tal der Adda in der Provinz Sondrio nördlich des Comer Sees. Die Reben wachsen auf steilen, südexponierten Terrassen der rätischen Talseite in Höhenlagen zwischen 300 und 700 Metern, deren jahrhundertealte Trockenmauern zu den prägendsten Kulturlandschaften Italiens gehören. Grundlage ist der Nebbiolo mit mindestens 90%, hier lokal Chiavennasca genannt, ergänzt um bis zu 10% weitere rote Sorten aus Sondrio. 1968 als DOC anerkannt, wurde Valtellina Superiore 1998 zur DOCG erhoben.
Fünf historische Unterzonen strukturieren die DOCG entlang des Tals von West nach Ost: Maroggia, Sassella, Grumello, Inferno und Valgella, jede mit eigenem Bodenprofil und stilistischer Signatur. Der Grundtyp reift mindestens 24 Monate, davon 12 im Holz; die Riserva verlangt drei Jahre insgesamt. Chiavennasca zeigt hier eine alpine Handschrift: helles Granatrot mit orangefarbenen Reflexen bei Reife, feine Nase von Rose, Veilchen und roten Früchten, straffe Säure und ein filigranes, mineralisches Tannin. So markiert Valtellina Superiore die alpine Nordseite der italienischen Nebbiolo-Welt, geprägt von Höhe, Steilhang und traditionellem Terrassenbau. Alles zum Thema Valtellina-Weine. – SUPERIORE.DE
Vecchio
Vecchio ist eine italienische Etikettangabe, deren Zulässigkeit von der jeweiligen Denomination beziehungsweise Produktspezifikation abhängt und die im Unterschied zur Riserva keine einheitliche gesetzliche Zeitvorgabe kennt. Den rechtlichen Rahmen für traditionelle Begriffe dieser Art bildet die EU-Verordnung 2019/33; die konkrete Verwendung wird in den einzelnen Disciplinari geregelt, welche die Angabe ausdrücklich zulassen, mit eigenen Bedingungen versehen oder untersagen können. Anders als Riserva oder Superiore, die genau definierte Bedingungen erfüllen müssen, dient Vecchio dort, wo sie erlaubt ist, als informative Bezeichnung ohne uniformen Standard.
In der Praxis findet sich die Angabe vor allem bei Likörweinen und Spirituosen wie dem Marsala DOC, wo der Zusatz Stravecchio für Weine mit mindestens zehn Jahren Fassreife reserviert ist. Auch der bekannte Vecchio Amaro del Capo aus Kalabrien trägt die Angabe im Namen, ebenso viele traditionelle Kräuterliköre. Bei DOP-Weinen dagegen wird die Verwendung nur selten zugelassen; das Disciplinare der Piemonte DOC verbietet Vecchio ausdrücklich, um Verwechslungen mit der geregelten Kategorie Riserva zu vermeiden. – SUPERIORE.DE
Verdicchio dei Castelli di Jesi DOC
Die Verdicchio dei Castelli di Jesi DOC ist die zentrale und flächenmäßig größte Weißwein-Denomination der Marken, seit 1968 anerkannt. Das Anbaugebiet umfasst das mittlere Esino-Tal in mehreren Gemeinden der Provinz Ancona rund um Jesi sowie kleinere Anteile in der Provinz Macerata. Die namensgebenden "Castelli" verweisen auf die mittelalterlichen Burgdörfer der Region, die Reben stehen zwischen 80 und 280 Metern Höhe auf tonig-kalkigen Böden. Grundlage ist die Verdicchio-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in den Marken zugelassene weiße Rebsorten.
Das Regelwerk sieht sieben Typologien vor: den Grundtyp, den Superiore, den Classico aus der historischen Kernzone, den Classico Superiore, den Spumante, den Spumante Riserva und den Passito. Der Spumante Riserva verlangt Flaschengärung, mindestens 36 Monate Reifung und die Angabe des Jahrgangs. Die höchste Qualitätsstufe wurde 2010 als eigenständige Castelli di Jesi Verdicchio Riserva DOCG ausgegliedert; sie verlangt mindestens 18 Monate Reifung. Alles zum Thema Verdicchio-Weine. – SUPERIORE.DE
Verdicchio di Matelica Riserva DOCG
Als höchste Qualitätsstufe der Matelica-Denomination wurde die Verdicchio di Matelica Riserva DOCG 2010 aus der DOC erhoben (Riserva-Typologie seit 1995), im inneren Bergland der Marken beheimatet. Das Anbaugebiet ist deutlich kleiner als das der küstennahen Jesi-DOC und umfasst acht Gemeinden am Oberlauf des Esino: Matelica, Esanatoglia, Gagliole, Castelraimondo, Camerino und Pioraco in der Provinz Macerata sowie Cerreto d'Esi und Fabriano in der Provinz Ancona. Die Reben stehen in Höhen zwischen 400 und 900 Metern in einem geschlossenen Apennintal mit ausgeprägt kontinentalem Klima. Grundlage ist die Verdicchio-Traube mit mindestens 85%.
Das Disciplinare verlangt für die Riserva-Ausführung mindestens 18 Monate Reifung sowie einen Mindestalkohol von 12,5% vol. Das kontinentale Berg-Terroir gibt der Matelica-Riserva ein deutlich straffer strukturiertes, mineralisch präziseres Profil mit ausgeprägtem Reifepotenzial. Alles zum Thema Verdicchio-Weine. – SUPERIORE.DE
Vermentino di Gallura DOCG
Die Vermentino di Gallura DOCG ist die geschützte Herkunftsbezeichnung der Gallura im Nordosten Sardiniens für Weine auf Basis von Vermentino. Das abgegrenzte Gebiet umfasst 23 Gemeinden zwischen dem Landesinneren und der Küste. Prägend sind vielerorts Böden aus verwittertem Granit, intensive Sonneneinstrahlung und der Einfluss von Wind und Meer. Grundlage ist Vermentino mit mindestens 95%; bis zu 5% weitere weiße, nicht aromatische und in Sardinien zugelassene Rebsorten dürfen ergänzt werden. Die Denomination wurde 1996 als DOCG anerkannt.
Die Weine verbinden typischerweise eine ausdrucksstarke, mediterrane Aromatik mit Frische und einer häufig als salzig oder mineralisch beschriebenen Note. Neben dem Grundtyp umfasst das Disciplinare unter anderem Superiore, Frizzante, Spumante, Passito und Vendemmia tardiva. Damit reicht das Spektrum von trockenen, lebhaften Weißweinen bis zu konzentrierteren und süßen Interpretationen der Vermentino-Traube. Alles zum Thema Vermentino-Weine. – SUPERIORE.DE
Vermouth di Torino IGP
Vermouth di Torino IGP ist ein aromatisierter Wein aus dem Piemont, seit dem Ministerialdekret vom 22. März 2017 als geografische Angabe geschützt und heute vom Consorzio del Vermouth di Torino (2019) getragen. Die Basis bilden ein oder mehrere italienische Weine, denen Alkohol und ein Aufguss aus vorrangig Artemisia sowie zahlreichen weiteren Kräutern und Gewürzen zugegeben wird; die Wermutpflanzen (Artemisia absinthium und Artemisia pontica) müssen im Piemont angebaut oder gesammelt sein. Der Name geht auf das deutsche Wort Wermut zurück. Seine Wurzeln liegen im Turin des 18. Jahrhunderts, am Hof der Savoyer; im 19. Jahrhundert entstand mit Häusern wie Carpano, Cinzano, Cocchi, Martini und Gancia eine wahre Turiner Wermut-Dynastie.
Das Disciplinare unterscheidet vier Farbtypen (Bianco, Ambrato, Rosato, Rosso) und drei Zuckerstufen (Extra Secco unter 30 g/l, Secco unter 50 g/l, Dolce ab 130 g/l), bei Alkoholgehalten zwischen 16 und 22%. Der Vermouth di Torino Superiore verlangt mindestens 17% Alkohol, einen Weinanteil von mindestens 50% aus dem Piemont und die Aromatisierung mit Kräutern aus der Region wie Enzian, Melisse, Kamille oder Thymian, jenseits der Artemisia. Klassisch als Aperitif getrunken, bildet er die unverzichtbare Basis für Cocktails wie Martini, Manhattan, Negroni und Americano. Alles zum Thema Vermouth. – SUPERIORE.DE
Vernaccia di Oristano DOC
Die Vernaccia di Oristano DOC war 1971 die erste DOC Sardiniens und ist eine der eigenwilligsten Weißwein-Denominationen Italiens. Das Anbaugebiet umfasst 17 Gemeinden rund um Oristano an der Westküste der Insel, in einer sanft-hügeligen Zone entlang des Tirso-Flusses. Grundlage ist die autochthone Vernaccia-di-Oristano-Traube (100%), die ampelographisch unabhängig von der Vernaccia di San Gimignano oder anderen "Vernaccia"-Sorten ist. Traditionelle Erziehungsform ist der Alberello Latino.
Das Besondere ist die oxidative Reifung unter einer natürlichen Hefeschicht (Flor) in nicht ganz gefüllten Fässern (caratelli) aus Eiche oder Kastanie – ein Verfahren, das an die andalusische Flor-Reifung erinnert, ihr aber nicht entspricht; einzelne Erzeuger ergänzen es um ein Solera-ähnliches System, das Weine mehrerer Jahrgänge vermischt. Das Disciplinare kennt vier Typologien mit unterschiedlicher Reifedauer: den Grundtyp (mindestens 2 Jahre im Holz, mindestens 15% vol), Superiore (mindestens 3 Jahre, 15,5%), Riserva (mindestens 4 Jahre) und Liquoroso (verstärkt, mindestens 16,5%). Prägend für die Vernaccia di Oristano sind ein goldgelber bis bernsteinfarbener Farbton, ein komplexes Bouquet nach Walnuss, gerösteter Mandel, getrocknetem Zitrus und meersalzigen Noten sowie ein trockener, körperreicher und salzig-mineralischer Geschmack mit langem Nachhall – stilistisch ein entfernter Verwandter des andalusischen Fino und Amontillado. Alles zum Thema Sardinien-Weine. – SUPERIORE.DE
Vernaccia di San Gimignano DOCG
Vernaccia di San Gimignano ist der historische Weißwein der Toskana und war 1966 die erste DOC Italiens überhaupt; 1993 folgte die DOCG. Die Zone beschränkt sich auf die Gemeinde San Gimignano in der Provinz Siena, wo die autochthone Vernaccia-di-San-Gimignano-Traube seit dem 13. Jahrhundert kultiviert wird und in der Renaissance zu den geschätztesten Weinen Italiens zählte. Die Rebsorte teilt zwar den Namen, ist aber botanisch nicht verwandt mit anderen italienischen Vernaccias wie der Vernaccia di Oristano. Die DOCG kennt zwei Typen: Grundtyp mit mindestens 11,5% Alkohol und Riserva mit mindestens 12,5%, elf Monaten Reife und drei zusätzlichen Monaten in der Flasche.
Die pliozänen Meeressedimente unter den Türmen San Gimignanos, gelber Sand mit Ton- und Tuffschichten, bilden das mineralische Fundament der Vernaccia. Trocken, säurebetont und strukturreich, entwickelt der Wein mit Flaschenreife eine feuersteinige Mineralität und die Mandel-Note im Abgang, die zur Signatur der Denomination gehört. So markiert Vernaccia di San Gimignano einen der eigenständigsten italienischen Weißweine, mit belegtem Reifepotenzial über ein Jahrzehnt und mehr. Alles zum Thema Toskana-Weine. – SUPERIORE.DE
Vernaccia di Serrapetrona DOCG
Die Vernaccia di Serrapetrona DOCG ist eine Nischen-Denomination in den inneren Marken, die ausschließlich rotem Schaumwein vorbehalten ist. Sie wurde 2003 aus der Serrapetrona DOC ausgegliedert und war zugleich die erste Schaumwein-DOCG der Marken. Das Anbaugebiet erstreckt sich rund 60 Kilometer von der Adria entfernt über das gesamte Gemeindegebiet von Serrapetrona sowie Teile von Belforte del Chienti und San Severino Marche in der Provinz Macerata, in Höhenlagen bis 700 Metern. Grundlage ist die autochthone Vernaccia-Nera-Traube mit mindestens 85%, ergänzt um bis zu 15% andere in der Provinz zugelassene rote Rebsorten.
Das Besondere ist die Vinifikation in drei Fermentationen: die erste Fermentation des frischen Basisweins zur Erntezeit, gefolgt vom Zusatz eines Mosts aus mindestens 40% angetrockneten Vernaccia-Nera-Trauben (Appassimento bis Januar) für die zweite Fermentation, und schließlich die Schaumbildung in der Flasche oder im Autoklaven. Das Disciplinare kennt zwei Typologien: die trockene (secco) und die süße Ausführung (dolce). Charakteristisch für die Vernaccia di Serrapetrona sind ein rubinroter Farbton mit granatroten Reflexen, eine rote, feine und persistente Perlage sowie ein aromatisches Bouquet nach roter Frucht mit vinösen Anklängen und einer typischen Prickel-Frische – eine der ungewöhnlichsten Schaumwein-Ausdrücke Italiens. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
Verschnitt
Verschnitt ist der deutsche Begriff für die Zusammenstellung eines Weines aus mehreren Partien – aus verschiedenen Rebsorten, Lagen oder Jahrgängen. Fachlich ist er neutral; im Alltagsdeutsch schwingt jedoch der Beiklang des Streckens mit, weshalb sich Cuvée weitgehend durchgesetzt hat. In den romanischen Weinländern gilt dieselbe Praxis unter den Namen Assemblage, Uvaggio oder Coupage als handwerklicher Kern der Weinbereitung, nicht als Notbehelf.
Zusammengeführt wird auf drei Ebenen. Im Weinberg, wenn verschiedene Sorten in gemischten Zeilen stehen und gemeinsam gelesen werden – der gemischte Satz, aus dem der italienische Begriff Uvaggio stammt. In Südtirol sind einzelne dieser historischen Anlagen mit über hundertjährigen Reben erhalten geblieben und werden heute wieder eigenständig ausgebaut. Dazu kommt die Zusammenführung im Gärbehälter, wenn die Sorten gemeinsam vergoren werden, und im Keller, wenn getrennt ausgebaute Weine später vereint werden. Ziele sind der Ausgleich von Säure, Farbe und Struktur sowie ein über Jahrgänge hinweg stabiler Stil. Das EU-Weinrecht erlaubt bei Sortenangabe bis zu 15% andere Rebsorten ohne Deklarationspflicht; die Disciplinari einzelner Denominationen sind oft strenger und schreiben Mindestanteile vor – beim Brunello di Montalcino etwa reinen Sangiovese. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Cuvée
Vigna
Vigna (italienisch für Weinberg) ist im italienischen Weinrecht die Bezeichnung für eine offiziell registrierte Einzellage, deren Name auf dem Etikett eines Weines geführt werden darf. Anders als MGA oder UGA, die kollektive Klassifikationen ganzer Zonen sind, bezeichnet eine Vigna eine konkrete, parzellenscharf abgegrenzte Anbaufläche, häufig innerhalb einer größeren Denomination oder MGA. Der Lagenname muss in einem offiziellen Register des jeweiligen Anbaugebiets eingetragen sein.
Die Verwendung ist an strenge Auflagen gebunden: Die Trauben müssen ausschließlich aus der registrierten Vigna stammen, separat vinifiziert und abgefüllt werden, je nach Disciplinare auch mit reduziertem Höchstertrag gegenüber der Basisdenomination. Bekannte Vigna-Weine finden sich quer durch Italien im Barolo, Brunello, Franciacorta, Chianti Classico und Amarone; in Südtirol hat Hofstätter den Begriff früh systematisch etabliert. Der Begriff hat eine lange Tradition: Viele Weinberge tragen ihre Namen bereits seit dem Mittelalter, die rechtliche Kodifizierung erfolgte erst mit dem modernen italienischen Weingesetz. Vigna markiert eine geografische Auflösung im italienischen Herkunftssystem. – SUPERIORE.DE
Vin Santo
Vin Santo ist ein traditioneller toskanischer und umbrischer Passito aus Trauben, die nach der Lese über den Winter auf Matten oder hängend getrocknet werden. Nach der Pressung ab Dezember reift der Most jahrelang in kleinen Holzfässern, den caratelli, meist auf dem Dachboden der Villa, wo Temperaturschwankungen die Reifung fördern. Traditionell wird der Bodensatz der vorigen Charge, die madre del vinsanto, in das neue Fass gegeben. Der Name geht auf eine Anekdote aus dem Florentiner Konzil 1439 zurück: Kardinal Bessarion soll beim Verkosten "Questo è vin santo" ausgerufen haben, in Anspielung auf den griechischen Süßwein Xantos.
Die klassischen Denominationen liegen in der Toskana: Vin Santo del Chianti, Chianti Classico, Montepulciano und Carmignano. Die weißen Versionen basieren auf Trebbiano Toscano und Malvasia; die Sonderausprägung Occhio di Pernice tritt überwiegend aus Sangiovese auf und ergibt einen rosafarbenen bis hellroten Wein. Die Reifezeit beträgt je nach Denomination zwischen drei und fünf bis sechs Jahre, in Einzelfällen auch deutlich länger (Occhio di Pernice). Sensorisch reichen die Weine von strohgelb bis dunkelbernsteinfarben, mit Aromen von Feigen, Datteln, Honig, Zedernholz und Bittermandel. In der Toskana traditionell zu Cantucci gereicht. Alles zum Thema Dessertweine. – SUPERIORE.DE
Vino cotto
Vino cotto ist ein traditionelles Getränk aus den italienischen Regionen Marken und Abruzzen, das durch das Einkochen von Traubenmost über offenem Feuer hergestellt wird. Der frische Most aus lokalen Sorten wie Montepulciano oder Trebbiano d'Abruzzo wird in großen Kupferkesseln so lange erhitzt, bis er auf ein Drittel bis die Hälfte seines ursprünglichen Volumens reduziert ist; anschließend erfolgt die Vergärung und Reifung in kleinen Fässern aus Kastanien- oder Eichenholz, oft in Kontakt mit älteren Chargen. Der fertige Vino cotto erreicht zwischen 12 und 14% vol Alkoholgehalt und behält seine charakteristische Süße durch den konzentrierten Restzucker.
Rechtlich fällt Vino cotto nicht unter die EU-Weinkategorien, weil das Einkochen des Mostes nicht zu den zugelassenen önologischen Verfahren zählt; er wird als Prodotto Agroalimentare Tradizionale (PAT) des italienischen Landwirtschaftsministeriums geführt, in den Marken zudem mit eigenem Disciplinare aus dem Bollettino Ufficiale Regione Marche 63/2002. Die Wurzeln des Verfahrens reichen bis in die römische Antike zurück, als defrutum und sapa auf ähnliche Weise gewonnen wurden. Seit den 1990er Jahren erlebt der Vino cotto eine Renaissance; Zentrum ist Loro Piceno mit seiner alljährlichen Sagra del Vino Cotto. – SUPERIORE.DE
Vino da Tavola
Vino da Tavola war bis 2009 die niedrigste italienische Weinkategorie ohne geographische Herkunftsbezeichnung, mit den geringsten Qualitätsanforderungen und größten Freiheiten bei Rebsatz und Vinifikation. Sie wurde durch das italienische Weingesetz von 1963 definiert und mit der EU-Weinmarktreform (OCM) von 2009 abgeschafft; seither führt die entsprechende Kategorie nur noch die Bezeichnung Vino, mit oder ohne optionaler Rebsorten- und Jahrgangsangabe.
Ihre paradoxe Berühmtheit verdankt die Kategorie den Super Tuscans der 1970er und 1980er Jahre: Weil sie internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot einsetzten, konnten Weine wie der Sassicaia (erster kommerzieller Jahrgang 1968), Tignanello (1971) oder Ornellaia (1985) nicht als Chianti oder andere DOC klassifiziert werden und mussten als Vino da Tavola auf den Markt kommen. Trotz dieser rechtlichen Herabstufung erreichten sie Weltruhm und Preise auf Bordeaux-Niveau. Die Antwort des Gesetzgebers kam 1992 mit der neuen IGT-Kategorie; die Bolgheri DOC bestand bereits seit 1983 und wurde 1994 entscheidend um Rotweine erweitert. – SUPERIORE.DE
Vino Nobile di Montepulciano DOCG
Die Vino Nobile di Montepulciano DOCG trug 1980 als erster italienischer Wein die DOCG-Banderole und ist zugleich eine der prestigeträchtigsten toskanischen Sangiovese-Denominationen. Das Anbaugebiet beschränkt sich auf das Gemeindegebiet von Montepulciano in der Provinz Siena, in Höhenlagen zwischen 250 und 600 Metern zwischen den Flüssen Orcia und Chiana. Grundlage ist die Sangiovese-Traube mit mindestens 70% (lokal "Prugnolo Gentile" genannt), ergänzt um bis zu 30% andere in Siena zugelassene rote und maximal 5% weiße Rebsorten – klassisch Canaiolo Nero, Mammolo, Colorino sowie Malvasia Bianca Lunga.
Das Regelwerk sieht zwei Typologien vor: den Vino Nobile di Montepulciano (mindestens 2 Jahre Reifung, wobei das Disciplinare drei Ausbauwege mit 24, 18 oder 12 Monaten Holz zulässt, Mindestalkohol 12,5% vol) und den Vino Nobile di Montepulciano Riserva (mindestens 3 Jahre Reifung, davon 1 in Holz und 6 Monate in der Flasche, Mindestalkohol 13% vol). Ergänzend führen die Erzeuger den Rosso di Montepulciano DOC als jugendlichere Variante sowie den weißen Vin Santo di Montepulciano DOC. Mit der Reform von 2025 wurden zwölf Unità Geografiche Aggiuntive definiert; der neue Zusatz "Pieve" verbindet strengere Produktionsregeln mit der Angabe einer dieser Einheiten. Alles zum Thema Vino-Nobile-Weine. – SUPERIORE.DE
Vorlaufmost-Abzug
→ Siehe Saftabzug
VQPRD
VQPRD ist die Abkürzung für Vino di Qualità Prodotto in Regione Determinata, eine EU-Kategorie, die bis 2009 die übergeordnete Klasse für alle in einem geographisch abgegrenzten Gebiet erzeugten Qualitätsweine bildete. In Italien umfasste sie die beiden Menzioni Tradizionali DOC und DOCG, in Frankreich AOC und VDQS. Mit der EU-Weinmarktreform (OCM) von 2009 und der italienischen Umsetzung im D.Lgs. 61/2010, später abgelöst durch den Testo Unico Vino (Legge 238/2016), wurde die Kategorie abgeschafft und durch die Bezeichnung DOP (Denominazione di Origine Protetta) ersetzt.
Innerhalb des VQPRD-Systems existierten spezifische Unterkategorien: VLQPRD für Likörweine, VSQPRD für Qualitätsschaumweine und VFQPRD für Perlweine. Auch diese Bezeichnungen wurden mit der Reform abgeschafft. Das heutige EU-Weinrecht trennt Produktkategorie und Herkunftsschutz: Die Produktkategorien sind in Anhang VII, Teil II der EU-Verordnung 1308/2013 geregelt, während der Herkunftsschutz über DOP/IGP eigenständig läuft; eine direkte 1:1-Nachfolge der alten QPRD-Bezeichnungen gibt es damit nicht. Der Begriff VQPRD findet sich heute vor allem in älteren weinrechtlichen Dokumenten und Fachtexten. Alles zum Thema Schaumweine. – SUPERIORE.DE
VSQ
→ Siehe Qualitätsschaumwein
Vulkanboden
Vulkanböden entstehen aus dem Ausstoß aktiver oder erloschener Vulkane und bestehen aus Basalt, Tuff, Bimsstein, Lava, Lapilli und Vulkanasche. Sie machen weltweit nur rund ein Prozent der Landoberfläche aus, in Italien dagegen vier bis fünf Prozent, was das Land zu einem der wichtigsten Vulkanwein-Territorien überhaupt macht. Charakteristisch sind Porosität mit guter Drainage und ein hoher Gehalt an Mineralien wie Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen. In einzelnen Vulkanweinregionen haben stark sandgeprägte Böden dazu beigetragen, die Ausbreitung der Reblaus zu erschweren; einige der ältesten wurzelechten Reben Europas stehen daher bis heute u.a. am Etna und auf Pantelleria.
Die wichtigsten italienischen Vulkanweingebiete verteilen sich von Nord nach Süd: Soave und Gambellara in Venetien, Frascati und die Colli Albani in Latium, Vulture in der Basilikata, Vesuv und Campi Flegrei in Kampanien sowie der Etna in Sizilien, ergänzt um Pantelleria und Ischia. Dort gedeihen Sorten wie Carricante und Nerello Mascalese am Etna, Aglianico am Vulture, Falanghina und Fiano am Vesuv oder Garganega im Soave. Sensorisch teilen viele der Weine eine sogenannte Mineralität, zum Teil mit rauchigen, jodigen oder salzigen Noten und einer lebendigen Säure, die sie langlebiger und markanter machen kann. Unter der Dachmarke Volcanic Wines vernetzen sich diese Gebiete seit einigen Jahren international. – SUPERIORE.DE
Weich
Weich beschreibt die Abwesenheit von Härte: Säure und Gerbstoff treten zurück, nichts kratzt oder sticht. Der Eindruck entsteht durch moderate Säure, mit der Zeit gemilderte Gerbstoffe und oft etwas Restzucker oder Glycerin.
Weich ist damit der Oberbegriff der Textur-Familie, den die anderen präzisieren – rund meint die Geschlossenheit des Gesamteindrucks, samtig ein dichtes Mundgefühl mit feinem Griff, seidig ein noch glatteres Gleiten. – SUPERIORE.DE
→ Siehe auch Rund · Samtig · Seidig
Weinbergsregister
Ein Weinbergsregister ist das amtliche Inventar sämtlicher Weinberge Italiens, das aktuelle Informationen über das produktive Weinbaupotenzial des Landes enthält. Rechtsgrundlage des Schedario viticolo sind Artikel 145 der EU-Verordnung 1308/2013 und Artikel 8 des Testo Unico Vino (Legge 238/2016). Das Register wird vom italienischen Landwirtschaftsministerium eingerichtet und von den einzelnen Regionen verwaltet; jede zur Weinproduktion geeignete Rebfläche muss darin verzeichnet sein.
Erfasst werden Standort und Größe aller Weinbau-Parzellen, die gepflanzten Rebsorten, das Pflanzjahr, die technischen Merkmale der Anlage sowie die Eignung für die jeweiligen DOP- und IGP-Kategorien. Das Register ist integraler Bestandteil des landwirtschaftlichen Informationssystems SIAN und mit einem GIS-System verknüpft. Die Daten des Registers bilden eine wichtige Grundlage für Produktionsmeldungen, Herkunftsansprüche und Verfahren im Zusammenhang mit Pflanzungsautorisierungen. Das EU-Autorisierungssystem für Rebpflanzungen gilt seit dem 1. Januar 2016 und wird als eigenes Verfahren innerhalb des SIAN geführt. – SUPERIORE.DE
Würzig
Würzig beschreibt Duftnoten, die an Gewürze erinnern – Pfeffer, Nelke, Zimt, Lakritz oder mediterrane Kräuter. Die Quellen sind verschieden: Ein Teil stammt aus der Rebsorte selbst, etwa der Pfefferton des Syrah, der auf das Sesquiterpen Rotundon zurückgeht. Ein anderer entsteht im Holzfass, wo beim Ausbrennen des Fassinneren Vanillearomen und rauchig-würzige Verbindungen gebildet werden. Ein dritter kommt erst mit der Flaschenreife, wenn die Primärfrucht zurücktritt und tertiäre Noten hervortreten.
Würzig ist damit kein Hinweis auf Herkunft oder Machart, sondern ein Sammelbegriff für sehr unterschiedlich entstandene Eindrücke. Wer die Ursache bestimmen will, achtet auf den Kontext: Rebsortenwürze zeigt sich schon im jungen Wein, Holzwürze bleibt lange erhalten, Reifewürze kommt erst mit den Jahren. – SUPERIORE.DE