Rosso Langhe DOC 2020
Roagna | Piemont
Az. Agr. I Paglieri | Loc. Paglieri 9 | IT 12050 Barbaresco
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Luca Roagna nennt ihn gerne seinen schlechtesten Wein. "Der wird aus allen Resten gemacht", sagt er mit einem Lächeln. Doch was bei Roagna als "Rest" gilt, würde anderswo als Juwel durchgehen: Der Langhe Rosso vereint Nebbiolo aus Barbaresco und Barolo – aus Pajé, aus Pira, aus jungen Rebstöcken, die noch nicht das magische Alter von 25 Jahren erreicht haben. Reben, die erst vor kurzem in Parzellen gepflanzt wurden, die in den 1990er-Jahren durch Erdrutsche beschädigt waren. Luca sagt über sich selbst: "Ich bin ein Dickschädel." Dieser Einstiegswein ist reine Provokation. Technisch gesehen könnte er als Barolo oder Barbaresco klassifiziert werden – wäre er nicht ein Blend aus beiden Appellationen. Und hier kommt das Erstaunliche: Der Langhe Rosso durchläuft exakt dasselbe rigorose Vinifikations- und Reifeprogramm wie die großen Cru – 60 bis 70 Tage Mazeration mit versenktem Tresterhut, dann fünf Jahre Ausbau in neutralem französischem Eichenholz und Zementfässern. Fünf Jahre für einen "Einstiegswein" – nun ja, das macht sonst eigentlich niemand.
Der 2020er präsentiert sich mit strahlendem Rubin im Glas. Die Nase entfaltet Aromen von roten Kirschen, getrockneten Blütenblättern, Minze, Tabak und einer subtilen Tertiärnote, die an abgelegtes Leder erinnert. Am Gaumen zeigt sich die klassische Nebbiolo-Eleganz: lebendige Säure, samtige, feinkörnige Tannine, dazu Noten von Erdbeere, Blutorange, Wildkräutern und weißem Trüffel. Die Struktur ist präzise, die Länge beachtlich – dies ist kein junger Wein zum schnellen Konsum, sondern ein starker Nebbiolo mit Reifepotenzial. Luca Roagna beweist einmal mehr: Bei ihm gibt es keine Kompromisse. Auch nicht beim "schlechtesten" Wein ... SUPERIORE.DE







