Wein aus Südtirol | Vielfalt in der Flasche

    Die Zugkraft der Tradition

    Tradition, so heißt es, ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. Sie wiederholt nicht blind, was immer schon war, sondern weiß die Zeichen der Zeit zu erkennen und mit der Kraft des Wissens aus Jahrhunderten richtig zu deuten.

    Auch deshalb ist die Tradition ein wichtiges Standbein der Südtiroler Weinwirtschaft. Sie fußt auf 5.000 Weinbauernfamilien, deren meist kleine Höfe seit Generationen von den Eltern auf die Kinder übergehen. Sie fußt auf Genossenschaftskellereien, denen heute mehr als 3.000 dieser Höfe angehören und deren erste 1893 gegründet worden ist. Und sie fußt auf privaten Kellereien, deren Wurzeln sich oft bis ins Mittelalter zurückverfolgen lassen.

    Erleben lässt sich die Tradition auch in der Arbeit im Weinberg. Diese wird zu einem großen Teil noch von Hand erledigt, ähnlich, wie es schon die Vorfahren der heutigen Winzer gemacht haben. Das ist kein Festhalten an überkommenen Methoden. Vielmehr hat sich die Handarbeit zum einen als effizient und für die Qualität der Trauben ideal erwiesen, zum anderen sind Maschinen in den oft steilen Lagen schlicht kaum einsetzbar.

    Wissen und Erfahrung aus Jahrhunderten bilden eine solide Grundlage, sie befeuern neues Denken und neue Ideen. So schlagen die vielen Pioniere in Südtirols Weinlandschaft stetig neue Wege ein und gemeinsam hat die Weinwirtschaft die "Südtirol Wein Agenda 2030" entwickelt. Als eine Strategie der echten Nachhaltigkeit basiert diese auf der Erkenntnis, dass Qualität nicht nur das Produkt umfasst, sondern auch den Herstellungsprozess. Deshalb werden in der Agenda klare Richtlinien in Sachen Nachhaltigkeit für alle Bereiche vorgegeben: vom Anbau über Lagerung und Logistik bis hin zum Landschaftsschutz und einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

    Das Bemühen um eine Agenda der Nachhaltigkeit zeigt, wie Tradition im Südtiroler Weinbau verstanden wird. Aus jahrhundertealtem Wissen um die natürlichen Zusammenhänge und die heiklen Gleichgewichte in Weinberg und Keller entwickelt man eine Strategie für die Zukunft. Eine, in der es nicht um die Anbetung der Asche geht, sondern um die Weitergabe des Feuers.

    Zu den Weinen

     

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    Ian D’Agata ist mittlerweile bei Antonio Gallonis Vinous.com eingestiegen und dort als Chefredakteur für Europa und Asien aktiv. Er schreibt und referiert seit über 25 Jahren über Essen und Wein. Derzeit ist er zudem wissenschaftlicher Berater der größten europäischen Messe für italienischen Wein, der Vinitaly International, und wissenschaftlicher Direktor der Vinitaly International...

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    FILM AB | Tenuta di Fessina

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    FILM AB | Tenuta Alois Lageder

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