Verdicchio

Verdicchio gilt als wichtigste Rebsorte in den Marken rund um Ancona. Die Rebsorte ist uralt, möglicherweise schon von den Etruskern angebaut, und angeblich haben ihn bereits die Westgoten bei der Eroberung Roms im 5. Jahrhundert getrunken. Auch wenn sich viele Sagen um Verdicchio ranken, die tatsächliche Abstammung ist allerdings unbekannt, die Eltern-Sorten sind längst ausgestorben. Vermutlich stammt Verdicchio aus Venetien und wurde im 16. Jahrhundert in die Marken gebracht. Die Sorte ist genetisch identisch mit den diversen Trebbiano-Sorten im Norden, aus denen Soave, Lugana, Colli Berici und einige Schaumweine gekeltert werden.

Weine aus der Verdicchio-Traube sind meist frisch und bieten Aromen nach Steinobst, frischen Äpfeln und haben immer eine deutliche Zitrusnote und im Abgang zarte Bittermandeln. Gute Qualitäten haben ein Alterungspotenzial von mehreren Jahren. Verdicchio ist ein universell einsetzbarer Speisenbegleiter.

Die bekanntesten Weine sind der Verdicchio dei Castelli di Jesi und der Verdicchio di Matelica. Der Verdicchio di Matelica kommt auch als Schaumwein in den Handel.

In Italien gibt es ca. 3.600 Hektar Verdicchio, der Großteil davon in den Marken. Kleinere Anbaugebiete sind in den Abruzzen, in Latium, der Lombardei, in der Toskana, Umbrien, Venetien und auf Sardinien. Kleine Versuchsflächen gibt es auch in Übersee.